Kassenzukunft

gerade in der SZ gefunden (Auszug):
Der CDU-Wirtschaftsrat warnte die Regierungskoalition davor, sich vor einer großen Gesundheitsreform zu drücken. Er legte einen Sieben- Punkte-Plan für eine Reform vor, die den Beitragssatz von heute 14 Prozent um fünf Punkte auf neun Prozent drücken soll. So sollen Kassenversicherte nach Vorbild der Riester-Rente - neben ihrer gesetzlichen Krankenversicherung - bei privaten Versicherungen Geld für den möglichen Krankheitsfall ansparen. Auch sollen Patienten 500 Euro im Jahr aus eigener Tasche für den Arztbesuch oder für Arzneien zahlen. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen erst Kosten erstatten, die darüber liegen. Der CDU-Wirtschaftsrat plädiert zudem dafür, dass Kassenmitglieder Zahnarztkosten sowie private Unfälle zusätzlich privat absichern müssen.

Eigentlich alte Kamellen… doch aus heutiger Sicht recht interessant, oder?
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

gerade den Punkt der privaten Unfälle, halte ich für gewagt… ich arbeite keine 24 h am Tag. Und ein Rentner arbeitet gar nicht. Ist das alles jetzt Privat? Wo willst du die Grenze ziehen?

Das ist ein Problem. Das der Sport sicherlich die Kasse belasten kann, kein Thema. Nur dann sollte man es darauf beschränken und dafür eine günstige Alternative anbieten, denn sonst sagt sich jeder: Mach ich halt keinen Sport mehr… nur dann nehmen andere Gesundheitsbeschwerden erheblich zu.

Gruß
Marco

hallo Marco

gerade den Punkt der privaten Unfälle, halte ich für
gewagt… ich arbeite keine 24 h am Tag. Und ein Rentner
arbeitet gar nicht. Ist das alles jetzt Privat? Wo willst du
die Grenze ziehen?

Das ist doch der Casus knaxus: könnte man alles exakt trennen, genaus nach bestimmten Kriterien, was meinst Du hätten wir inzwischen für differenzierte Absicherung! Und für Prozesse!

Auch das Thema Sport: wo fängt die Schädigung an und wo ist es noch Gesunderhaltung?

Ist Fußballspielen 1 x wöchentlich + 1 wöchentliches Training nun gefährlich, oder für die Gemeinschaft der Versicherten positiv (weil weniger Kreislaufschäden, positive Lebenseinstellung).
Fußball habe ich bewusst für diese Fragen gewählt: es soll die gefährlichste Sportart sein.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

nie hätte ich geglaubt, daß Vertreter der politischen Kaste zu solchen Gedanken fähig sein könnten. Das hört sich ja geradezu vernünftig an! Sollte das Ende der Leidensdruck-Fahnenstange tatsächlich erreicht sein? Erstaunlich, daß jetzt schon jemand begriffen hat, daß Bemühungen um Beitragssenkungen von Zehntelprozenten witzloser Aktionismus sind.

Auch sollen Patienten 500 Euro im Jahr aus eigener Tasche für :den Arztbesuch oder für Arzneien zahlen. Die gesetzlichen :Krankenkassen sollen erst Kosten erstatten, die darüber liegen. Das wäre der entscheidende Schritt weg von der Vollkasko-Mentalität. Natürlich machen solche Maßnahmen nur dann Sinn, wenn damit vollständige Kostentransparenz für den Patienten verbunden ist, wenn er also ganz genau weiß, was sein Arztbesuch gerade gekostet hat. Nach einer Zeit der Eingewöhnung und des wohl unvermeidlichen Protests würde mancher Patient auch kritischer gegenüber ärztlichen Maßnahmen, würde nachfragen, wozu denn noch diese Spritze, jenes Medikament oder soundsovielte Laboruntersuchung dienen soll. Wer selbst bezahlen soll, fragt auch den schon mal den mit gewetztem Messer dastehenden Chirurgen, ob er überhaupt eine klare Diagnose hat, die die Schnippelei rechtfertigt. Ärzte könnten nicht mehr nach Gutdünken am Quartalsende abrechnen (was sie entgegen anders lautenden Behauptungen massenweise tun) und mancher Rentner auf Einkaufstour überlegt sich vorher, ob er sich wirklich im Wartezimmer aufwärmen will. Dann müssen nur noch die Bedenkenträger ignoriert werden, die bestimmt wieder die 100-jährige Oma bemühen, die nach erfolgreicher Transplantation von Herz, Leber und Nieren an der Selbstbeteiligung für die künstliche Befruchtung arg zu knabbern hat :smile:

Die Menschen müssen selbständiger werden und möglichst viel Eigenverantwortung tragen, dann wird alles billiger. Nach einer Ewigkeit der Rundumversorgung wird damit mancher Zeitgenosse Probleme haben, aber jeder kann es lernen. Eine Grundsicherung zur Abwendung des Katastrophenfalls reicht in einer Solidargemeinschaft. Gymnastikkurse, Schlammpackungen und Kuraufenthalte haben da nichts zu suchen.

Gruß
Wolfgang

hallo Wolfgang,
ich habe das mal einem Arzt gesagt (Rechnung erst an den Patienten = Geschäftspartner des Arztes ist nicht die Kasse, sondern der Patient). Der wäre mir beinahe mit dem nackten ins Gesicht gesprungen!Was mir natürlich sagte, dass er eine etwas eigenwillige Abrechnung hat.
Für Kassen und Arzt ist der Patient kein mündiger Partner.
Grüße
Raimund

hi, Raimund, mach dir nichts vor, die GKV en brechen nicht zusammen, dazu sind sie viel zu viel intitutionalisiert, da sind Kapitalkstöcke, Himmel a.u.z. da sind solche dicken Mauern rum, doppelsinnig ausgedrückt,
und die CDU ist nun mal nicht dran und diese hohen Zuzahlg. werden auch nicht kommen, bei der SPD gibts nur saftige Beitragserhöhg. und Hochsetzungen der Beitr.bemgrenzen.
Tschüßße

hahaha

Illusionist aus dem Nirwana heraus,
gruß jenseits des Nirwana

ja was? Aaron auch mal wieder?
also, ich mache mir keine Sorgen um die Kassen. Sollen meinetwegen ein paar hops gehen. Die übrigbleiben werden lernen, kaufmännisch zu rechnen. und ob das SPD-Modell so gut ist? ich bezweifle es!
Grüße
Raimund