Hallo LEther
Automatisch oder manuel ausgesteuert ??
automatisch;
Wie hört sich die Verzerrung an ??
Die Lautstärke variiert (…in Abhängigkeit von der Tonhöhe).
Gesprochener Text erklingt annähernd unverzerrt
(Originalgetreu);
Na dann mach’s doch manuell !!
Das Problem mit der automatischen Aussteuerung ist leider normal und erzeugt die von dir beschriebenen „Verzerrungen“ welche als „Pumpen“ bezeichnet werden.
Das Problem ist, dass die AGC ( A utomatic G ain C ontrol) oder der „Dynamik-Kompressor“ wie diese Schaltung auch genannt wird, für Musik nicht richtig funktionieren kann, weil zuviele, wiedersprüchliche Bedingungen erfüllt werden müssen.
Für Sprache funktioniert das ganz gut und hat dort auch seinen Sinn aber für Musik funktioniert es nicht.
Die Funktionsweise ist folgende:
Die Ausgangsspannung der Verstärkerstufe wird gemessen und die Verstärkung so geregelt, dass der Ausgangspegel konstannt ist.
Wenn du das jetzt so machst, dann hast du eine Gleichspannung am Ausgang, da diese Schaltung ja sofort alle Eingangsspannungs-Schwankungen ausgleicht.
Dein Eingangs-Signal besteht aber aus Spannungsschwankungen, welche proportional zu den Luftdruckänderungen sind, welche die hörbaren Töne darstellen.
Aus diesem Grunde, musst du jetzt noch zwei Verzögerungszeiten einbauen, mit der einen wird das Verringern der Verstärkung verzögert (wenn also ein Ton einsetzt; diese wird Attacktime genant) und eine Zweite mit welcher gesteuert wird wie schnell die Verstärkung vergrössert wird (Wenn kein Signal vorhanden ist; wird Release- oder Recover-time genannt).
Ich hoffe du konntest bis hierher folgen, jetzt kommen wird zu den Probemen aber zuerst noch zwei Definitionen:
Dynamik:
Hiermit wird das Verhältnis von der leisesten zur lautesten Stelle bezeichnet. Bei der analogen Bandaufzeichnung wird die Dynamik nach oben hin durch die Sättigung der Magnetisierung begrentzt und nach unten hin durch das Bandrauschen, wenn dein Signal kleiner als das Rauschen wird kannst du es nicht mehr höhren da es vom Rauschen übertönt wird. Bei guten Bändern ist dieser Abstand ca. 60 dB, dein Ohr liegt bei etwa 110 dB.
Störspannungsabstand:
Die ist das Verhältnis zwischen dem Rauschen und anderer nicht zum Nutzsignal gehörenden Signale und dem Nutzsignal.
Jetzt zu den Wiedersprüchen:
Bei Musik wir Übersteuern vor allem zuerst bei den hohen Tönen wargenommen. Aus diesem Grunde sollte die Attacktime möglichst kurz sein, so einige 100stel Sekunden. Nun hast du aber das Problem, dass die tiefen Töne (z.B. Paukenschläge) sich im 10tel Sekundenbereich abspielen und somit schon ausgeregelt werden, was sich als pumpen bemerkbar macht.
Der andere Trick wäre natürlich einfach nicht sehr hoch Auszusteuern, dann hast du genug Reserve falls eine laute Stelle kommt, aber dann ist der Störspannungsabstand kleiner und dann stört das Rauschen.
Die einzige Lösung wäre wenn man das Signal 0.1 bis 1 Sekunde zwischenspeichern würde um es analysieren zu können und anschliesend die Verstärkung zu bestimmen. Das hat aber den Nachteil, dass dieser Zwischenspeicher eine sehr hohe Dynamik haben muss und das macht es dann wieder teuer.
Es macht dann mehr Sinn dieses Geld in digitale Aufzeichnungsverfahren wie CD, MD oder DAT zu investieren, zumal diese eine wesentlich höhere Dynamik haben.
Ich hoffe dir ist jetzt einiges klarer geworden.
MfG Peter(TOO)
P.S. In der Studiotechnik wird nach wie vor von Hand gepegelt. Dynamikkompressoren werden nur als Effektgeräte benutzt umd z.B. Pauken „härter“ tönen zu lassen.