Kastration - kommt dann Euthansie der Alten/Kranke

Schom im 3. Reich wurden Menschen, die Straftaten begangen haben kastriert. Die Justiz war Vorreiter dieser Methoden und hat dem Dritten Reich den Weg der späteren Euthanasie (Verbrechen) in allen möglichen Lebensbereichen eröffnet. In Hamburg beginnt ein Jurist, ein Richter Gnadenlos, mit Sprüchen und wann fordert er die Tötung von alten oder kranken Menschen, weil sie nicht in Schills „Juristenwelt“ passen. Hat hier erstmals ein deutscher Richter nach 1945 seine wahre Haltung zur Demokratie und zum Rechtsstaat offenbar ? Was meint ihr ?

Ich finde es erschreckend, dass Du hier den Täterschutz aus ideologischen Gründen über den Opferschutz stellst. Was willst Du den Eltern sagen, dessen Tochter von einem mehrfach vorbestraften Sexualstraftäten missbraucht und getötet wurde? Ich bin halt ein liberaler? Ein bischen Therapie und in 5 oder 10 Jahren gucken wir mal, ob er resozialisiert ist?
Warum muss bei einem Vorschlag zur Strafrechtsverschärfung immer die Nazizeit als Gegenargument herhalten?
Das Sterbehilfegesetz in den Niederlanden wurde komischerweise von Dir hier nicht erwähnt. Dieses beinhaltet für mich eine weit größere Gefahr des Missbrauchs.
Im übrigen gab es Rechtsbeugung durch Richter nach 1945 sehr wohl. Oder was meinst Du zu den Urteilen von gefassten „Republikflüchtlingen“?
Gruß
Jörg

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Kastration bringt nichts
Hi Jörg
Die allermeisten Sexualverbrechen finden „Im Kopf“ statt, nicht mit den Geschlechtsorganen…

Die Annahme, das Sexualverbrechen zumindest den Versuch einer Penetration des Opfers beinhalten muß, ist schlicht falsch.

Intressantes Interview mit einem Professor an einer Polizeihochschule:
http://www.ndr4.de/interviews/archiv/200105214.html

Ausserdem gibt es zahllose Fälle, wo trotz Kastration (Entfernung der Hoden bzw Chemische Kastration) eine Erektion weiter möglich ist… Lustig, gelle…
http://www.anti-kinderporno.de/urteil4.htm

Ich bin für wirksame Maßnahmen, nicht für populistische, die wenig bringen.
Das heißt: Ausnützung der bereits bestehenden Regelungen wie z.B. Sicherungsverwahrung. Das rechtliche Handwerkszeug ist vorhanden.

Gruß
Mike

Hallo,

Ich finde es erschreckend, dass Du hier den Täterschutz aus
ideologischen Gründen über den Opferschutz stellst. Was willst
Du den Eltern sagen, dessen Tochter von einem mehrfach
vorbestraften Sexualstraftäten missbraucht und getötet wurde?
Ich bin halt ein liberaler? Ein bischen Therapie und in 5 oder
10 Jahren gucken wir mal, ob er resozialisiert ist?

du solltest mal ruhig durchatmen und ohne Hysterie nachdenken.
Der Vorschlag der Kastration von Sexualstraftätern hat nur einen Zweck: Solche Hysterie aus wahltatktischen Gründen zu fördern und auszunutzen. Jeder Experte wird dir bestätigen, dass damit keine zukünftige Straftat verhindert würde.
Ganz abgesehen vom Prinzip der Wahrung der Menschenwürde, was (bei jedem Vorrang des Opferschutzes) auch für Straftäter gilt.
Wo man anfängt zu kastrieren ist man vom Staatsmord à la USA nicht weit entfernt…

Warum muss bei einem Vorschlag zur Strafrechtsverschärfung
immer die Nazizeit als Gegenargument herhalten?

weil der politische Hintergrund auf gefährliche Weise in die gleiche menschenverachtende und populistische Ecke zielt…

Das Sterbehilfegesetz in den Niederlanden wurde komischerweise
von Dir hier nicht erwähnt. Dieses beinhaltet für mich eine
weit größere Gefahr des Missbrauchs.

Diese Gefahr sehe ich allerdings (wenn ich sie auch nicht für größer halte) auch.

Im übrigen gab es Rechtsbeugung durch Richter nach 1945 sehr
wohl. Oder was meinst Du zu den Urteilen von gefassten
„Republikflüchtlingen“?

Wir reden hier über die Justiz einer Demokratie denke ich.

Gruß vom Salzmann

Ich bin für wirksame Maßnahmen, nicht für populistische, die
wenig bringen.
Das heißt: Ausnützung der bereits bestehenden Regelungen wie
z.B. Sicherungsverwahrung. Das rechtliche Handwerkszeug ist
vorhanden.

Hi Mike,
ich gebe zu, dass ich wohl eher aus dem Bauch heraus geschrieben habe, aber es ärgert mich halt, wenn man zuerst an die Täter denkt und Ideologie über Gerechtigkeit stellt.
Schon werde ich (siehe Salzmann) als Todesstrafenbefürworter, WAS ICH ABSOLUT NICHT BIN, hingestellt.
Du hast recht, dass das gesetzliche Werkzeug zum Schutz vorhanden ist, aber es wird halt nicht genügend angewendet. Solange man die gutachtenschreibenden Psychologen nicht mit in die Verantwortung nimmt bleibt alles beim alten.
Gruß
Jörg

Hallo,

schön den Ball flachhalten…

Schon werde ich (siehe Salzmann) als Todesstrafenbefürworter,
WAS ICH ABSOLUT NICHT BIN, hingestellt.

Das habe ich nicht gesagt und auch nicht sagen wollen.
Ich wollte nur davor warnen, dass es von dem einen zum anderen Schritt m.E. nicht weit ist.

Gruß

Salzmann

Hallo Günter!

Dem Staat, einzelnen Beamten oder überhaupt irgend jemandem die Entscheidung über die körperliche Unversehrtheit zuzubilligen, bedeutet einen Dammbruch, der dieses Land auf eine Stufe mit dem Gedankengut eines G. Bush herunter zieht. Der Unterschied zu den Verstümmelungsstrafen moslemischer Gottesstaaten wäre diesbezüglich nur noch marginal.
Die Nennung (weiter unten in diesem Thread) in einem Atemzug mit Sterbehilfe zeugt nur von undifferenzierter Betrachtung. Es sind völlig verschiedene Sachverhalte, denn Sterbehilfe geschieht nur auf Wunsch des zu eindeutiger und freier Willensäußerung fähigen Betroffenen, ist damit ein Ausdruck von Selbstbestimmung.
Auch mit der Diskussion von Täter- und Opferschutz wird man dem Sachverhalt nicht gerecht. Einen vollkommenen Opferschutz kann es nur bei vollkommener Abwesenheit jeder Freiheit, bei vollkommener Überwachung auch potenzieller Täter, letztlich aller Bürger geben.

So viele Gedanken hat ein Populist ohne echtes Programm wie Herr Schill überhaupt nicht verdient. Er schielt mit einfachen Rezepten den ebenso einfach gestrickten Stammtisch-Proleten aufs Maul und kann sich damit den Stimmenanteil leicht ausrechnen. Es gibt viele einfache Parolen, mit denen sich blind einige zig Prozent Stimmen abfischen lassen. So gesehen sind nicht die Ansichten eines Herrn Schill bedenklich. Bedenklich ist die verbreitete Dummheit des Wahlvolks.

Etliche andere Parteien gehen mit der gleichen Methode auf Dummenfang. Da gibts z.B. Leute, die sich die Verhinderung des Euros zum Ziel gesetzt haben und mit ihren Plakaten ganze Straßenzüge in HH verzieren. Die spekulieren darauf, daß viele Wähler nicht begriffen haben, daß wir schon seit vielen Jahren faktisch eine Gemeinschaftswährung haben, nämlich genau so lange, wie in der EU die Wechselkurse untereinander nicht mehr schwanken können.

Bevor ich mich in Rage schreibe und auch die großen Parteien betrachte, die keinen Deut besser sind, was Verdummung anbelangt, höre ich lieber auf: Herr Schill ist nicht das Problem. Das Problem ist eine in sich geschlossene Politikerkaste, überwiegend aus dem öffentlichen Dienst gespeist. Das hat seine Ursache im allgemein zu geringen Engagement der Bürger, das sich höchstens auf die Stimmabgabe alle paar Jahre beschränkt. So gesehen sind wir alle selbst das Problem, mich selbst eingeschlossen.

Gruß
Wolfgang