Kater(11J.) humpelt seit zwei Monaten

Wer kann helfen?-Mein Katzer humpelt seit zwei Monaten durch die Wohnung.Er ist eine reine Wohnungskatze.Ich war bei drei Tierärzten.Der Erste meine:Bänderdehnung,der Zweite:Kreuband im Knie (an)gerissen und der Dritte hat (endlich mal geröntgt und)diagnostiziert:entweder Kreuzbandriss oder Arthrose im Hüftgelenk.Der Knoch stehe sehr weit vor.

Meine fragen:

  • Wer hat schon mal Kreuzbandriss seiner Katze behandeln lassen(Schmerzen,Dauer der Behandlung,Kosten)
  • Kann sich die Arthrhose wirklich innerhalb eines Tages so stark bemerkbar machen?(Ich kam abends von Arbeit und da humpelte er plötzlich)

Jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr,was tun. Wer kann mir bei meiner Entscheidung,ob OP oder nicht,helfen?

Vielen Dank im voraus.

Gruß

Erik

Hallo Erik,

Jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr,was tun. Wer kann mir bei
meiner Entscheidung,ob OP oder nicht,helfen?

wichtig wäre erstmal eine gesicherte Diagnose. Zeigt die Katze nun Schmerzen im Hüft- oder Kniegelenk?
Bei einem Kreuzbandriss hat man normalerweise außer einer „Schublade“ auch eine vermehrte Gelenksfüllung im Kniegelenk.

Falls die klinische Untersuchung zu keinem befriedigenden Ergebnis führt, würde ich die Katze in Narkose legen, um bei korrekter Lagerung die Hüfte und beide Knie zu röntgen. Bei entspannter Muskulatur kann man dann auch eine evtl. Lockerheit im Kniegelenk feststellen.

Je nach klinischem und röntgenologischem Befund würde ich dann entscheiden, was zu tun ist.

Sollten starke Arthrosen im Hüftgelenk für die Schmerzhaftigkeit verantwortlich sein, würde ich zuerst eine entzündungshemmende Behandlung (z.B. mit Rimadyl) vornehmen. Falls medikamentös keine dauerhafte Besserung zu erreichen ist, rate ich zu einer Resektion des Oberschenkelkopfes.

Sollten an- oder abgerissene Kreuzbänder die Ursache für die Lahmheit sein, würde ich rein konservativ behandeln. I. d. R. reichen 3 Injektionen mit Prednisolon im Abstand von 2 -3 Wochen. Man kann etwas Anabolika mit dazu geben, nach meiner Erfahrung ist dies bei der Katze aber nicht nötig.

Ich kenne keine Katze, bei der ein Kreuzbandriss ohne OP nicht problemlos ausgeheilt wäre, es dauert halt seine Zeit (6-10 Wochen).

Gruß

Johnny

Hallo Johnny,

Kreuzbandrisse „geheilt“ ohne OP (bei Deinen Patienten)?? Durch die dauernde Instabilität kommt es doch meines Wisses nach mindestens zu arthrotischen Veränderungen - das sollte man doch nun nicht als Heilung anstreben.

Viele Grüße,
Ines.

hallo ines,
ich teile deine bedenken! ich würde auch kein tier ohne op wieder nach hause schicken. mit den medikamenten ist das ja auch nur eine symptombehandlung und keine wiederherstellung der funktion.

gruß

dirk

Kreuzbandrisse „geheilt“ ohne OP (bei Deinen Patienten)??
Durch die dauernde Instabilität kommt es doch meines Wisses
nach mindestens zu arthrotischen Veränderungen - das sollte
man doch nun nicht als Heilung anstreben.

Viele Grüße,
Ines.

Hallo Ines,

Kreuzbandrisse „geheilt“ ohne OP (bei Deinen Patienten)??
Durch die dauernde Instabilität kommt es doch meines Wisses
nach mindestens zu arthrotischen Veränderungen - das sollte
man doch nun nicht als Heilung anstreben.

jede Verletzung an einem Gelenk birgt eine gewisse Gefahr der Arthrosebildung. Das trifft auch für jeden chirurgischen Eingriff zu, und sei er noch so minimalinvasiv durchgeführt.

Bis vor ca. 8 Jahren haben wir reihenweise Kreuzbänder bei Hund und Katze mit gutem Erfolg operiert. Inzwischen wägen wir sehr gründlich ab, ob für eine chirurgische Versorgung langfristig eine bessere Prognose besteht.
Bei der Katze hat es sich in unserer Praxis gezeigt, dass nahezu jede Kreuzbandruptur ohne chirurgische Versorgung und auch ohne Anabolika symptomlos und dauerhaft ausgeheilt ist. Selbst schwere Britisch Kurzhaar laufen wieder völlig problemlos. Einzige Ausnahmen sind 3 Patienten, bei denen ein tumoröser Prozess (bei der Katze, im Vergleich zum Hund, relativ selten) als auslösende Ursache zu Grunde lag.

Bei Hunden hängt unsere Beratung, ob OP oder konservative Behandlung, stark von der Rasse, dem Umfeld, der Mitarbeit der Besitzer und nicht zuletzt von den finanziellen Möglichkeiten der Tierhalter ab.

Gruß

Johnny

hi

Durch die dauernde Instabilität kommt es doch meines Wisses
nach mindestens zu arthrotischen Veränderungen - das sollte
man doch nun nicht als Heilung anstreben.

bei einem 3 oder 4 jährigen Kater würde ich dir absolut recht geben, aber bei einem 11 jährigen Kater ist es , mal ganz realistisch gesehen, eher eine Rechenfrage was zuerst kommt : sein biologisches Ende oder die Arthrose, die man dann über ein gewisse Zeit noch mit dem einen oder anderen Mittel ganz gut schmerzfrei halten kann

Manchmal sind Spätfolgen einfach vernachlässigbar weil es zeitlich gesehen kein „spät“ mehr gibt

Gruß Hexerl

Danke für eure Hinweise!Gruß-Erik