meine Überschrift hört sich schon etwas seltsam an, ich weiß. Aber leider ist es die Wahrheit.
Ich habe einen Bauernhofskater, knapp 4 Monate jung, tut sich jetzt fein putzen (hatte deshalb mal einen Thread vor 2 Mon. eröffnet), kam mit ungefähr 7 Wochen zu uns und wurde mit ca. 5 Wochen wohl von der Mutter weggeholt, zumindest schätzungsweise. Ich habe keine Ahnung was er dort erlebt hat und wann er genau weg kam und aus welchen Gründen.
So, nun hat mein Kater Haribo wohl ein sehr inniges Verhältnis zu seinem Schwanz. Er legt sich auf den Rücken (wenn er z.B. auf meinem Arm ist, ansonsten kugelt er sich halt ein), Schwanz zw. die Hinterpfoten geklemmt, mit den Vorderpfoten den Schwanz festgehalten wie ein Glas Milch, und dann schmatzt er minutenlang genüsslich und fast schon süchtig an seinem Schwanz rum, schnurrt dabei wie verrückt und streckt immer mal wieder wohlig trippelig die Vorderpfötchen aus.
Ich habe vor kurzem beim TA angerufen und er meinte, er würde den Schwanz als Schnulli benutzen, so wie es kleine Babys tun.
Ich zweifle das Urteil des TA nicht an, es wirkt wirklich so als wäre es eine Art wohltuende Befriedigung für Haribo. Aber ich habe sowas noch nie erlebt geschweige denn gehört und bin recht erstaunt darüber.
Der TA meinte, wir sollten den Kater versuchen abzulenken.
Aber das funktioniert nicht. Er sucht vehement seinen Schwanz, er ist total verrückt danach. Und mit Futter mag ich ihn nicht ablenken, sonst glaubt er, jedesmal wenn er nur auf dem Schwänzchen rumkaut, bekommt er was leckeres. DAs kann’s ja auch nicht sein.
Gibt’s irgendwelche Tipps oder Erfahrungsberichte oder Links für mich? (wusste nicht genau wonach ich da googeln sollte).
das Verhalten ist nicht ungewöhnlich, und sehr typisch für (zu) früh entwöhnte Katzen. Wenn das Saugbedürfnis noch so stark ist und sie trotzdem von der Mutter weggenommen werden, dann beginnen sie oft, am eigenen Fell oder an Stoff zu nuckeln. Meine erste Katze (Flaschenaufzucht, Mutter tot) hat Zeit ihres Lebens an einem Fellbüschel an ihrem Hinterbein genuckelt.
Solange dem Kater an den betroffenen Stellen nicht die Haare ausgehen oder er alles mögliche vollsabbert, gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, ihm das abzugewöhnen. Möglicherweise bessert es sich mit der Zeit von selbst, vielleicht aber auch nicht. Ablenken wird ziemlich sicher nicht gehen, die Tiere nuckeln meist vor dem Einschlafen - irgendwann muss er ja mal schlafen dürfen.
Ich hatte auch mal so eine Katze. Ich weiss nicht mehr, wie alt sie war, als sie von der Mutter weg kam, aber noch reichlich jung.
Wir bekamen sie kurz vor Weihnachten und das nächste halbe Jahr hat sie entweder an der Kamelhaardecke oder an ihrem Fell genuckelt. Sie war manchmal pitschnass! Noch dazu hat sie gesabbert und musste husten, wenn sie schnurrte. Sie war also nicht grad ne „leckere“ Katze:smile:
Als sie dann im Juni drauf Junge bekam, hat das an sich selber nuckeln aufgehört. Da hatte sie dann ihre Jungen,an denen sie rumschlecken konnte:smile:) Nee im Ernst, man kann nix dagegen machen. Du kannst nur hoffen, dass es weniger wird, wenn sie erwachsen wird.
Wir haben auch einen ehemaligen Bauernhofkater, der vermutlich zu früh von der Mama weggenommen wurde und der vergreift sich auch mit Vorliebe an seinem puscheligen Schwanz (Norweger, also laaaange Haare = viel Sabbermaterial). Am liebsten - und bequemsten - wenn er auf dem Rücken auf meinen Knien liegt und er den Schwanz zwischen allen vier Pfoten halten kann, dann wird losgeschlabbert. Minutenlang und mit wachsender Begeisterung. ;o)
Solange sich keine haarlosen Stellen oder irritierte Haut zeigt, sollte das eigentlich kein Problem sein. Vielleicht gibt sich das Verhalten auch mit der Zeit.