Kater bringt sich immer wieder in Gefahr

Hallo!
Jetzt bin ich schon schön langsam am Verzeifeln. Unser Kater bringt sich selbst ständig mutwillig in Gefahr. Er ist jetzt schon fast 2 Jahre alt, benimmt sich aber wie ein Kitten.
Unsere beiden Katzen haben das nie in diesem Ausmaß betrieben.
Heute war er im ersten Stock am Balkon. Das er nicht runter springen darf, hat er inzwischen begriffen. Auch wenn er springen würde, würde er im Garten landen und soo tief ist es nicht. Er würde auch weich auf Wiese fallen, also darf er auf den Balkon. Jetzt klettert er aber mutwillig, permanent am Geländer herum. Heute hab ich ihn sogar vom Winschutz holen müssen. Der ist vom Balkon aus nochmal gute 2 Meter erhöht. Ein Absturtz von da oben ist ziemlich viel gefährlicher, da es nicht nur höher ist, sondern auf dieser Seite des Balkons darunter auch noch Steinboden und eine Steintreppe warten würde.
Schimpfen ist ihm egal. Wenn ich ihn runterhole, springt er umgehend wieder drauf, als wollte er mich bewusst ärgern, solange bis ich ihn wegsperre, dann spinnt er natürlich.
Er hat inzwischen, nach seinem Unfall im Sommer, ja keinen Schwanz mehr, daher sind Klettertouren für ihn umso gefährlicher. Der Geschickteste war er ohnehin noch nie. Aber auch zu Hause hüpft er auf den Fernseher, von dort aus hinter den Schrank und beginnt an Kabeln herum zu beißen! Keine meiner Katzen hat das je gemacht!
Ich versuche wirklich viel Zeit mit ihm zu verbringen und viel mit ihm zu spielen, damit er sich nicht langweilt, aber dennoch stellt er eine Dummheit nach der anderen an. Bin schon richtig panisch, wenn er mal außer Sichtweite ist.

Bin ratlos, was ich machen soll.
Die Anschaffung eines Spielkameraden steht auch nach wie vor im Raum. Entweder die Sache wird dadurch besser, oder noch schlimmer…
Keine Ahnung. Habt ihr Erfahrung mit „Suizid-Katern“?

lg infi

Hallo,

Du erwartest zu viel von Deinem Kater. Er kann die Gefahren, die Du siehst, nicht voraussehen. Das Lernverhalten von Katzen funktioniert nicht so, dass sie z.B. nach einem Autounfall Angst vor Autos haben - diese Verknüpfung klappt durchaus nicht immer.

Die Reize von fliegenden Insekten und interessanten Aussichten überlagern alles andere. Der Kater kann und wird Gefahren nicht meiden, denn er erkennt sie nicht. Dazu kommt, dass er möglicherweise von sich aus nicht der Geschickteste ist (evtl. leichter neurologischer Schaden oder einfach ein Grobmotoriker), jetzt fehlt auch noch der Schwanz … fertig ist ein Pechvogel. Manche Katzen klettern auch lieber als andere, von meinen 3 ignoriert einer die deckenhohen Kratzbäume praktisch vollständig während die anderen sich für Eichhörchen halten.

Ich bin ja voll für paarweise Haltung, aber durch einen Spielkameraden wird sich dieses Verhalten vermutlich nicht ändern. Es hilft nur, die Gefahrenquellen abzusichern, also Balkonnetz, Kippfenstersicherung usw.

Gruß,

Myriam

Hallo!

Die Gefahrenquellen mußt Du so gut es geht beseitigen. Er weiß nicht, daß hinter dem Schrank Kabel sind, er weiß auch nicht, daß diese interessanten Bänder gefährlich sein können…
Kabelkanäle und andere Vorrichtungen müssen angebracht werden, die Möglichkeiten, hinter einen Schrank zu kommen, durch Bretter o.ä. verschlossen werden…

Er ist neugierig und will seine Welt entdecken.

Gruß
Carmen

Hai, infi,

Fachleute sprechen in so einem Fall von einem Normannen-Kater: „Der Schmerz nimmt zu, aber die Angst bleibt aus“* :wink:

Es gibt einfach ein paar Katzen, die sind so - die schreckt keine mögliche Gefahr und auch schlechte Erfahrungen führen nicht unbedingt zu einem Lerneffekt.

Es hilft nix: wie schon gesagt, alle Kabel in Kanäle, alle Runterfallmöglichkeiten sichern, keine Strippen, Bänder oder Plastik-Tüten rumliegen lassen, keine ungesunden Pflanzen, kein Waschmittel oder sonstiges nicht zum Verzehr Geeignetes für den Dumm-Kater erreichbar lagern etc pp…

Gruß
Sibylle

*siehe „Asterix und die Normannen“

Hallo,

Heute war er im ersten Stock am Balkon. Das er nicht runter
springen darf, hat er inzwischen begriffen.

hoffentlich nicht nur so lange, bis mal ein/e Vogel / Schmetterling / Biene / Fliege / Glühwürmchen / … vorbeikommt, was zu schmackhaft aussieht, um es einfach wieder davonfliegen zu lassen.
Ohne Schutznetz würde ich meine Katzen nicht auf dem Balkon rumturnen lassen.

Auch wenn er
springen würde, würde er im Garten landen und soo tief ist es
nicht.

Verletzen kann er sich trotzdem - gerade wenn er sowieso ein Pechvogel ist.

Der ist vom Balkon aus nochmal gute 2 Meter erhöht.
Ein Absturtz von da oben ist ziemlich viel gefährlicher, da es
nicht nur höher ist, sondern auf dieser Seite des Balkons
darunter auch noch Steinboden und eine Steintreppe warten
würde.

Dann sorg dafür, dass er da nicht hochspringen kann.

Schimpfen ist ihm egal.

Natürlich. Er versteht schließlich nicht, warum du dich aufregst.

Wenn ich ihn runterhole, springt er
umgehend wieder drauf, als wollte er mich bewusst ärgern,
solange bis ich ihn wegsperre, dann spinnt er natürlich.

Er will dich nicht ärgern, er versteht nur nicht, warum du nicht willst, dass er da oben sitzt.

Er hat inzwischen, nach seinem Unfall im Sommer, ja keinen
Schwanz mehr, daher sind Klettertouren für ihn umso
gefährlicher. Der Geschickteste war er ohnehin noch nie.

Dann verstehe ich noch weniger, warum nicht alles katzensicher ist.

Aber
auch zu Hause hüpft er auf den Fernseher, von dort aus hinter
den Schrank und beginnt an Kabeln herum zu beißen! Keine
meiner Katzen hat das je gemacht!

Er macht es aber. Du kannst ihn also knabbern lassen - mit vielleicht unschönen Konsequenzen -, den Fernseher wegnehmen oder die Kabel katzensicher machen. Das sind deine Möglichkeiten, wenn du nicht weiter ständig aufpassen willst.

Bin ratlos, was ich machen soll.

Du könntest akzeptieren, dass dein Kater ein Tier ist und nicht nachvollziehen kann, warum er etwas nicht tun sollte, auch wenn du es ihm hundert Mal erklärst. Du kannst ihn nicht ändern und wenn er ständig auf dem Geländer klettert ist es einfach sinnvoller, ein Schutznetz anzubringen als ihn zwanzig Mal da runter zu holen. Denn er wird es sowieso wieder tun.

Die Anschaffung eines Spielkameraden steht auch nach wie vor
im Raum. Entweder die Sache wird dadurch besser, oder noch
schlimmer…

Holst du nicht gerade einen sehr alten Spielkameraden würde es mich nicht wundern, wenn in wilder Jagd mal einer über das Balkongeländer springt… Die stacheln sich gegenseitig noch weiter an, dein Kater zeigt dem Neuen, wo man überall Blödsinn machen kann und der Neue findet noch zehn weitere Möglichkeiten dafür, die dein Kater bisher noch nicht entdeckt hat.

Gruß
Sue

Eure Antworten und eine Ergänzungsfrage…
Hallo,

ich habe eben Eure Antworten zu den Fragen gelesen und kann diese auch zum großen Teil nachvollziehen. Was ich nicht verstehe:

Wenn ich einen Balkon oder Fenster im ersten Stock habe, warum soll ich den für eine Katze allein gegen runter fallen sichern? Wenn die Katze ein Freigänger ist, geht sie auch allein auf vergleichbare Höhen und muss dann auch selbst entscheiden, ob und wie sie da wieder runter kommt und ob es wirklich gut ist, einer Fliege hinterher zu springen. In diversen Haushalten sind reine Hauskatzen mit ähnlichen Höhen konfrontiert. Habe noch keinen offenen Flur mit Schutznetzen gesichert gesehen.

Die Sicherung kann ich in höheren Stockwerken verstehen oder wenn dort unten die nächste Gefahr wie Verkehr lauert. Oder, wenn die Katze dort ausreisst. Aber einfach so?

Meine beiden Tiger sitzen nämlich auch beim morgendlichen Großlüften mit Vorliebe auf der Fensterbank und beobachten das Geschehen. Wenn die da rausspringen würden, hätten sie die gleiche Gefahr wie ein Freigänger auch.

VG
Monroe

Hallo,

Wenn ich einen Balkon oder Fenster im ersten Stock habe, warum
soll ich den für eine Katze allein gegen runter fallen
sichern? Wenn die Katze ein Freigänger ist, geht sie auch
allein auf vergleichbare Höhen

richtig, sie erklettert die Höhe selbst und weiß deswegen, wie tief es runter geht. Wenn sie am Balkon 4 Meter über dem Boden sitzt bringt sie das wohl nicht damit in Verbindung, dass sie irgendwo anders einige Stufen hochgelaufen ist.

Die Sicherung kann ich in höheren Stockwerken verstehen oder
wenn dort unten die nächste Gefahr wie Verkehr lauert. Oder,
wenn die Katze dort ausreisst. Aber einfach so?

Es kann ja jeder selbst entscheiden. Wenn meine Tiger von einem Baum fallen und sich weh tun ist das schlimm genug. Fallen sie von meinem Balkon oder aus meinem Fenster und verletzen sich kommen dazu die Schuldgefühle, weil ich es mit einem Schutznetz für 20 € hätte verhindern können.

Man kann über 100 rote Ampeln fahren, ohne einen Unfall zu bauen, beim 101. Mal kann es trotzdem Tote geben. Und wenn die Katze jahrelang nicht hinterherspringt, vielleicht tut sie es irgendwann doch - und das könnte ich mir nicht verzeihen.
Gerade Freigängern kann immer etwas passieren, man kann allerdings die Gefahren minimieren, soweit man es selbst in der Hand hat.

Gruß
Sue

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