Hallo,
mein Beileid zum Verlust deiner Katze. (An die Optimisten: ja, natürlich kann sie wieder kommen, aber realistisch gesehen ist die Chance, dass sie tot auf irgendeiner Straße liegt ist leider sehr hoch.) Du könntest mal bei der Stadt anrufen, ob, wann und wo tote Tiere von der Straße geholt wurden, vielleicht ist deine Katze dabei. Ich möchte es dir fast wünschen, dann hast du wenigstens Gewissheit. Die ist uns nämlich leider nicht vergönnt.
Wir haben das alles auch gerade durch, unser Kater verschwand vor 2,5 Monaten, sein Bruder war sehr einsam und wir wochenlang auf der Suche nach einem neuen Gefährten. Wir haben uns auch viele Gedanken gemacht und ich kann nur sagen: lass es auf dich zukommen. Ich wollte zB eine ruhige, 3-4jährige Katze, jetzt haben wir einen wilden, quirligen jungen Kater, fast noch ein Baby, obwohl „kein Kitten“ ein wichtiges Kriterium war.
Aber der Kleine vergöttert unseren Großen und wenn er mal wieder zum Großen in die Hängematte klettert bin ich davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Auch wenn meine Hände aussehen, als wär ich in den Fleischwolf geraten. 
Geh in verschiedene Tierheime, such in Zeitungen und schau dir die inserierten Katzen an, verbringe Zeit mit ihnen(!). Dann wirst du schon herausfinden, mit welchem Tier du gut kannst und da du deinen Kater kennst kannst du auch einschätzen, ob er mit dem jeweiligen Tier wohl zurecht kommt. Natürlich kannst du damit immer noch auf die Nase fallen aber wenigstens kannst du so schon sehr viele Tiere ausschließen. Dann denk in Ruhe über die nach, die übrig bleiben (waren bei uns von gefühlten zwei Millionen Katzen, die wir uns angesehen haben vier Stück) und nimm das Tier, mit dem den Kater wohl am besten zurecht kommt.
Versteif dich nicht auf Alter, Rasse oder Geschlecht und nimm vor allem nicht zu ernst, was man dir so erzählt. Besonders für Tierheime gilt (mE!): höre genau hin, wenn dir Negatives erzählt wird und glaub von den guten Sachen nur die Hälfte. Wird ein Tier angepriesen wie sauer Bier frag dich warum. Und bitte um ein paar Minuten allein mit den Tieren, viele ändern ihr Verhalten schlagartig (meist positiv), wenn man allein mit ihnen ist.
Wenn ein Tierheim eine Website hat, auf der die Tiere vorgestellt werden schau dich dort genau um. Uns wurden zB in einem Tierheim mehrere Tiere als absolut sozial und verträglich angepriesen, die lt Tierheimwebsite unverträgliche Einzelgänger sind und sich uns auch so präsentiert haben (aaaalles nur die Aufregung…). Eine andere Katzen war ja schon soooooo lange da (wurde penetrant betont) – lt Website des Th gerade mal zwei Monate.
Auch Geld sollte eine Rolle spielen. Das eine Tierheim gibt Katzen ungeimpft(!) und nicht kastriert für 120 € ab, das nächste nimmt trotz Impfung und Chip nur 60. Bei Privat wäre ich sehr vorsichtig, oft sind es „Hobbyzuchten“, die daraus bestehen, die unkastrierte Katze draußen rumlaufen zu lassen und sobald der Nachwuchs anfängt selbständig zu futtern wird er verscherbelt, denn dann kostet er ja Geld. Viele Private vergolden unerwarteten Katzennachwuchs, ohne dass die Kleinen jemals einen TA gesehen oder eine Wurmkur bekommen haben. Unterstütze sowas nicht. Oft hört man das Argument „würde mich arm machen, alle durchchecken zu lassen“ - ich weiß zwar aus eigener Erfahrung, wie teuer Katzenaufzucht ist, aber zB eine Wurmkur kostet für ein Kitten nicht mal 2,50 €, das sollte bei 50, 70 oder 90 € „Schutzgebühr“ durchaus drin sein. Frag auch nach, was mit der Mutter passiert, ob sie zB inzwischen kastriert ist oder bald werden soll - wenn sie weiterhin unkastriert draußen rumrennen darf geh direkt wieder.
Gruß
Sue