Kater kastrieren

Hallo,

Wolfgang hat weiter unten im Brett die Fragen mit der Rolligkeit der Kätzin gestellt.
Ich habe einen 6- Monaten alten reinen Wohnungskater. Der wird auf jeden Fall kastriert, aber wann? Es heißt doch zwischen dem 6. und 9. Monat, oder? Gilt hier - wie bei Kätzin - je früher desto besser?
Als ich meine Such-Anzeige nach ner Katze im unserem regionalen Wochenblatt aufgegeben habe, rief mich sofort eine Tierschützerin an und hielt mir wirklich ne halbe Std. nen Vortrag über die Haltung einer Katze und sagte nebenbei auch, dass ich nur nicht das Geschwätz der Tierärzte glauben soll und ich AUF GAR KEINEN FALL meinen Kater/Katze vor dem 9. Monat kastrieren lassen soll!

Was ist hier „die Regel“? Nimmt die Kastration Einfluss auf das Wachstum des jungen Katers?

Danke für eure Tipps
Anke

PS: Mit einer frühen Kastration KÖNNTE ich doch auch bspw. verhindern, dass er anfängt die Wohnung zu markieren, oder?
PPS: AUCH WICHTIG: In 6 Wochen bekommen wir einen (dann) 10-12 Wochen alten Kater dazu. WÄRE es vorteilhafter, wenn der „alte“ bis dahin kastriert wäre? Wenn ja: Warum?

Unsere beiden Kater wurdem mit 6 Monaten kastriert (war unbedingt nötig, weil noch eine Schwester dabei war!), aber wenn es eine Wohnungskatze ist, die keinen Kontakt zu anderen Katzen hat, muss das nicht so früh sein. Spätestens wenn er anfängt zu markieren, solltest Du ihn dann aber schon zum Arzt schleppen, 9. Monat müsste reichen!
Gruß,
Cess

Hallo Anke,

??? Also den Anruf von dieser ‚Tierschützerin‘ halte ich für irgendwie merkwürdig. Einen für alle Fälle richtigen Zeitpunkt gibt es imho nicht. Eine verspätete Kastration hat zwar für das Tier nicht DIE gesundheitlichen Risiken wie für die weibliche Katze, aber so pauschal würde ich die 9 Monate nicht stehen lassen… die können bei manchen Tieren gut stimmen, bei manchen aber auch nicht.

Hätte ich bspw. bei meinem Paulchen mit der Kastration gewartet bis er 9 Monate wäre, möchte ich mir die Folgen dieser Entscheidung nicht mal ausmalen geschweigedenn durchleben. Der kleine Mistzwerg war frühreif und fing mit 5,5 Monaten an, die vorhandene (kastrierte) ältere Kätzin zu vergewaltigen. Er wurde nach dem ersten Versuch kastriert und hat es wunderbar überstanden.

Außerdem wirst du ganz sicher keinen geschlechtsreifen (und viele Kater werden vor 9 Monate geschlechtsreif) Kater GANZ SICHER nicht in der Wohnung halten :smile:. Erstens fängt er zu markieren an, und DEN Gestank hält kein Mensch aus :smile:. Zweitens drängt ein potenter Kater derartig massiv nach draußen, dass du mindestens 10 Augen und 20 Hände brauchst, um ihn am Ausbruch zu hindern! Also SPÄTENSTENS dann kommst du um die Kastration nicht mehr herum.

Ich würde dir aber raten, ihn kastrieren zu lassen, BEVOR er zu markiern anfängt! Denn Kater die schon mal mit Markieren angefangen haben, hören zwar meistens wieder auf, aber nicht immer. Und je länger der Zeitraum war, die er markiert hat, desto kleiner wird die Chance, dass er das nach dem Kastrieren wieder lässt. Und einen markierenden Kater, der das nicht mehr sein lässt, kannst du eigentlich nur noch irgendwo auf einem Bauernhof unterbringen, wo er nicht ins Haus darf. Alles andere wäre eine Zumutung für deine eigene Nase und die deiner Nachbarn…

Was ich über Frühkastrationen gesagt habe, gilt gleichermaßen für Katerlis. Es gibt inzwischen viele Untersuchungen, die besagen, dass selbst eine Frühkastration mit 3 Monaten nicht schädlich für das Tier ist und es auch normal weiter wächst. Aber die meisten TÄs warten lieber ab, bis die zweiten Zähne voll ausgebildet sind (das sollte so um die 6 Monate herum der Fall sein). Dann gilt das Tier als „erwachsen“ (wächst aber noch) und dann ist die Operation und die Narkose sehr viel einfacher als bei Frühkastrationen.

Einen triftigen Grund, bis 9 Monate zu warten, kenne ich ehrlich gesagt nicht und würde ich auch nie tun. Meine Kater wurden immer so um die 6 Monate herum kastriert. Meine beiden ersten Kater Foxi und Benji sind trotzdem Riesenviecher geworden. Paulchen ist eher kleinwüchsig, aber seine Pfoten sind auch sehr klein, und das heißt, dass er auch bei einer späteren Kastration nicht größer geworden wäre. Denn das Wachstum hängt mehr vom Knochenbau und der Veranlagung des speziellen Tieres ab (und die lässt sich an der Pfotengröße erkennen - riesengroße Pfoten -> Riesenviech, kleine Pfoten -> eher kleiner, zierlicher Kater), als vom Kastrationszeitpunkt!

LG, Nena

P.S.: Siehe auch FAQ-Artikel zum Thema Kastration: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/faqs/faqlist.fpl…

Hallo Anke,

ich glaube hier gehen die Meinungen sehr auseinander, was den richtigen Zeitpunkt der Kastration anbelangt.
Manch ein Tierarzt ist der Meinung es reicht, wenn er anfanegt mit Markieren und andere wiederrum raten dir, es vor diesem Zeitpunkt zu tun.

Ich weiss nicht genau, ob die Kastration Einfluss auf das Wachstum nimmt. Ich kann dir nur schreiben, das ich einen von meinen Katern schon mit an die 7 Monate kastriert habe , und er immer noch ausschaut als waere er erst etwas ueber ein halbes Jahr Alt ( dabei wird er nun schon zwei ). Aber vielleicht liegts auch in seinen Genen *gg*.
Meinen „mittleren“ Kater hab ich erst kastrieren lassen als er anfing zu markieren. Das war etwa mit 9 Monaten. Aber irgendwie war das kein guter Zeitpunkt, denn wenn seine Fruehlingsgefuehle ab und an durchbrechen, macht er es zeitweise immer noch. Dann bin ich nur mit Putzmitteln, Geruchstilger etc. unterwegs. Und das ist wahrlich kein schoener Zustand. Aber ich weiss nun inzwischen, wanns wieder soweit ist, dann gehts immer ab auf Klo. Das klappt super.
Naja und letztenendes sind meine anderen zwei aelteren Kater erst ganz spaet kastriert wurden. Sie waren vorher Streuner und ich habs machen lassen, als sie zu mir kamen.
Bei denen wiederrum ist alles okay.

Wenn ich wieder einen jungen Kater bekommen wuerde, ich wuerde es gleich im Alter von 6 Monaten machen lassen. Irgendwie „Bringt“ es ja nicht viel da noch zu warten. Ich denke mir immer, wenn er vielleicht erst einmal in der Wohnung markiert hat, das er dann diese „Marotte“ vielleicht nicht mehr ablegt.

So weit soo gut *gg*.

Ob es dann besser ist , wenn dein Kater kastriert ist, ehe der andere kommt, weiss ich leider nicht.
Aber dafuer findet sich hier sicher noch einer, der dir darauf eine Antwort geben kann :smile:))

Viele Gruesse von Manu

Hallo nochmal,

danke für die super schnellen und superausführlichen Antworten. Hab auch grad nen Termin beim TA gemacht zur 2. Leukose-Impfung und er hat mir zugesagt, dass wir an diesem Tag über die Kastration sprechen (er meinte am Tel. auch, dass mein Tiger soweit sein dürfte…)

Also danke nochmal und schönes Wochenende!!!

Liebe Grüße
anke

Hallo!

Es kommt auf die Rasse an. Bei der kompakten Rasse Britisch Kurzhaar („Sheba“, Whiskas…) z. B. sollte man möglichst lange mit der Kastration des Katers warten. Denn es hat Einfluss auf das Wachstum: der Kopf bleibt bei einem zu jungen Tier so, der Körper wächst noch. Sieht dämlich aus… Warte doch, bis er wirklich 1x (nur einmal!) markiert hat.

Gruß
Carmen

*gurrrrr*
Hallo Anke,

wenn der Kater kastriert wird, nachdem er das erstmal markiert hat, kann es ein unschönes Problem geben, das hier im Thread ja auch schon angesprochen wurde: Der Kater kann dann auch nach der Kastration weiter markieren, was bei einer reinen Wohnungskatze infernalisch ist.

Aber wie gesagt: kann, muß nicht passieren. Wir haben unseren Wohnungskater mit ca. 7 Monaten kastrierien lassen: Daß er bald soweit sein würde, kündigte sich durch etwas ganz anderes an *räusper*…

Unser Kater begann beim morgendlichen Rumstiefeln auf dem Bett plötzlich den auf der Bettdecke liegenden Arm meines Freundes anzustarren und diesen hocherotisch zu finden. Mit anderen Worten: Er vesuchte ekstatisch auf dem Arm rumzurutschen, biß dabei in das Handgelenk meines Freundes (sozusagen Katzennacken-Lookalike) und gab gurrende Laute von sich.

Nach der Kastration hat er dieses Verhalten beibehalten (zumindest im Frühling *gg*).

Was die Größe angeht: Rufus ist ausgewachsen, nur nicht so bullig wie die unkastrierten Exemplare.

Viele Grüße
Diana

Hallo Carmen,

das mit dem „nur einmal“ markieren halte ich fuer keine gute Idee. Glaub nicht, das man das eine mal abpassen und dann anschliessend auch gleich einen Termin beim TA bekommt. Meist vergehen da ja noch einige Tage bis zur Kastration. Du musst ja das erste mal auch nicht unbedingt mitbekommen. … und dann haste die Bescherung *gg*.

Gruss Manu

Hallo!

Es kommt auf die Rasse an. Bei der kompakten Rasse Britisch
Kurzhaar („Sheba“, Whiskas…) z. B. sollte man möglichst
lange mit der Kastration des Katers warten. Denn es hat
Einfluss auf das Wachstum: der Kopf bleibt bei einem zu jungen
Tier so, der Körper wächst noch. Sieht dämlich aus… Warte
doch, bis er wirklich 1x (nur einmal!) markiert hat.

Hallo Carmen,

der knöcherne Schädel bleibt beim Frühkastraten nicht kleiner als beim vergleichbaren unkastrierten Kater.
Es bilden sich nur keine Katerbacken. Diese sind ein sekundäres Geschlechtsmerkmal und verschwinden nach der Kastration wieder. Ausnahme bilden nur alte „Kämpfer“ die kastriert werden.
Bei diesen sind die bindegewebigen Katerbacken meist mit Narbengewebe durchzogen, was sich nur schlecht wieder zurückbildet.
Falls Kastration auf Skelettgröße überhaupt einen Einfluß hat, dann den des verzögerten Epiphysenschlusses, was ein etwas länger andauerndes Wachstum bedeuten würde.

Gruß

Johnny

Hallo Anke,

PS: Mit einer frühen Kastration KÖNNTE ich doch auch bspw.
verhindern, dass er anfängt die Wohnung zu markieren, oder?

Die Fragen wurden Dir ja schon recht ausfuehrlich beantwortet.
Ich denke auch, dass es guenstiger ist, moeglichst vor dem ersten markieren zu kastrieren. Manche Kater behalten das markieren sonst trotzdem ein Leben lang bei.
Bezueglich des Wachstums kann man auch keine allgemein gueltige Antwort geben. Ich habe 3 Kater -Geschwister. Gross sind alle 3, nur einer hat ein kleines Faesschen als Bauch, der zweite ist superschlank und der dritte hat eine ganz normale Figur. Alle drei fressen das gleiche, niemand hat das bestreben, alle Toepfe leer zu machen.

PPS: AUCH WICHTIG: In 6 Wochen bekommen wir einen (dann) 10-12
Wochen alten Kater dazu. WÄRE es vorteilhafter, wenn der
„alte“ bis dahin kastriert wäre? Wenn ja: Warum?

Es heisst ganz allgemein, dass kastrierte Kater gutmuetiger und toleranter gegenueber Neuzugaengen sind.

Viel Spasss mit den beiden Suessen
Inge

Wir haben unseren Kater mit gut fünf Monaten kastrieren lassen - und zwar deshalb, weil er ständig miauend auf Fensterbänken und vor Türen saß und dringend in den Garten wollte. Unsere große Katze darf ja auch nach draußen, und man konnte es nicht mit ansehen, wie der kleine Kerl da litt. Es war auch organisatorisch kaum zu bewältigen, ihn länger drinnen zu halten. Da war uns ziemlich egal, ob er später mal ein typisches Katergesicht bekommt oder nicht.

Und seither ist er ein sehr glücklicher kleiner Katzen-Wallach.

Gruß
Aia

Hallo Manu!

Na, wer das nicht merkt, der sollte mal selbst zum HNO gehen, denn dann würde mit seinem Geruchssinn etwas nicht stimmen.

Wegen des Termins: Klar, man sollte schon einen guten TA haben…
Gruß
Carmen

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Hallo!

Natürlich sind das die Katerbacken. Und wir haben das leider schon mehrfach erlebt, wo Kater aus unserer Zucht wegen eines unwissenden TA „ach machen Sie ruhig“ zu früh kastriert wurden. Sie sehen albern aus. Leider haben nämlich die meisten Landtierärzte keinerlei Ahnung von Rassemerkmalen.

Gruß
Carmen

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Hallo Zusammen,
zum Thema Kastration bzw. Frühkastration habe ich mal eine recht interessante Seite entdeckt:

http://www.cat-care.de/fruehkastration.rtf

Keine Sorge, die Seite kann man ohne Bedenken öffnen.

Viele Grüße
Hase

Hallo Anke

Wir haben ein Geschwisterpärchen aus einem Wurf, d.h. eine Kätzin und einen Kater. Die Kätzin liessen wir mit ca. 6 Monaten sterilisieren und den Kater ca. einen Monat später. Unser Tierarzt hat uns auch gesagt, je länger man wartet, desto besser, spätestens aber dann kastrieren, sobald er in der Wohnung zu markieren beginnt (unsere beiden sind Wohnungskatzen). Der Grund für die Kastration mit 7 Monaten war der, dass er 1. ein stattlicher Kater (damals schon war) ist und dass er 2. im Spiel auf seine doch etwas kleinere und zierlichere Schwester „losging“, d.h. kleinere Machtkämpfe mit ihr austrug usw. Sie unterlag ihm in diesen Machtkämpfen dann immer mehr und zeitweise war’s wirklich schlimm (sie getraute sich fast nicht mehr unter dem Sofa hervor, die Fellbüschel lagen überall herum, wenn sie sich wieder mal „gefetzt“ hatten, usw. usw.). Unser Tierarzt war auch der Meinung, dass der Kater ruhiger werde, sobald er kastriert sei, so dass auch diese „Fetzereien“ weniger häufig vorkommen würden.

Nun, er hatte die Kastration bestens überstanden und er ist tatsächlich etwas ruhiger geworden. Sie „fetzen“ sich zwar immer noch, aber längst nicht mehr so wild wie vor der Kastration.

Liebe Grüsse
Moni :smile:

Leider haben nämlich die meisten
Landtierärzte keinerlei Ahnung von Rassemerkmalen.

Hallo Carmen,

ein TA kommt mit Rassemerkmalen nur zu oft in Verbindung mit Erkrankungen in Berührung. Ein erheblicher Anteil von Rassemerkmalen sind Geschmacks- und Modeerscheinungen. Auf solcher Ebene wird man bei manchem TA auf wenig Gegenliebe stoßen. Wenn Du Dir dann noch ansiehst, welch bunte Mixtur von Federvieh, über Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Katzen und Hunde in der tierärztlichen Landpraxis zu betreuen sind, kann man sich leicht vorstellen, daß es den Doc herzlich wenig interessiert, welche Details irgendwelche Vereine zum hochwichtigen Rassemerkmal stilisieren.

Ich hatte mal eine Weile einigen Einblick in die Praxis einer Landtierärztin und in diesem Zusammenhang Berührung mit verschiedenen Züchterkreisen. Die TA-Praxis lebt eben von den Leuten mit ihren Viechern und alle kennen sich untereinander. Daraus resultiert dann ein Mindestmaß an Höflichkeit gegenüber vielen Leuten aus der Züchterszene mit ihren oft abstrusen Vorstellungen, wie ein Tier auszusehen hat.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang!
Zum Thema Überzüchtung magst Du schon richtig liegen. Aber ein guter TA, der sich auch mit den Haltern seiner patienten auseinander setzt, sollte schon wissen, ob er da eine Siam oder eine Britisch Kurzhaar vor sich hat, wenn diese zu seinem „Kundenkreis“ gehören. Das gebietet hier auch die Höflichkeit und das Verhältnis „Kunde-Dienstleister“.
Auch ein TA kann es sich nicht leisten, gut zahlende Patientenbesitzer zu verlieren, weil er sich nicht um Rassemerkmale kümmert.

Gruß
Carmen

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