Hallo Wissende!
Ich bin im Katholizismus dann doch nicht so bewandert und bei der Vorbereitung für ein Seminar-Referat mit dem Thema „Reliquiare“ bin ich über etwas gestolpert…
Gilt es heute noch (wie im MA), dass ein Altar ohne Reliquie und eingeschlossener Weihe nicht liturgisch genutzt werden kann/ darf? Ich musste mich dabei an die kath. Kirche meines Heimatortes erinnern, die erst in den 70er Jahren gebaut wurde - daher fällt mir die Vorstellung recht schwer, dass dort „irgendwo“ eine Reliquie untergebracht ist, eher schwer.
Gruß und Vorabdank
sannah
Hallo sannah,
Gilt es heute noch (wie im MA), dass ein Altar ohne Reliquie
und eingeschlossener Weihe nicht liturgisch genutzt werden
kann/ darf?
Meines Wissens ja.
Ich musste mich dabei an die kath. Kirche meines
Heimatortes erinnern, die erst in den 70er Jahren gebaut wurde
- daher fällt mir die Vorstellung recht schwer, dass dort
„irgendwo“ eine Reliquie untergebracht ist, eher schwer.
Du darfst dir die dafür „verwendeten“ Reliquien nicht zu riesig vorstellen. Oft sind das nur kleine Kleidungs- oder Papierfetzen, die mal von einem Heiligen berührt worden sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Reliquie
Auch in den 70er Jahren wurden modern wirkende Altare von vornherein so gebaut, dass in der Tischplatte eine Aussparung für eine Altarreliquie vorgesehen war. Wenn die Reliquie eingesetzt ist, ergibt sich wieder eine glatte Tischoberfläche (weiß ich noch von meiner Heimatgemeinde).
Grüße
Wolfgang
Abbildung
Hallo sannah,
Nachtrag:
Auch in den 70er Jahren wurden modern wirkende Altare von
vornherein so gebaut, dass in der Tischplatte eine Aussparung
für eine Altarreliquie vorgesehen war. Wenn die Reliquie
eingesetzt ist, ergibt sich wieder eine glatte Tischoberfläche
(weiß ich noch von meiner Heimatgemeinde).
So kann das aussehen:
http://www.st-johann-os.de/Kirche/KiFuehrung/4/altar…
Grüße
Wolfgang
Hallo Sannah,
Gilt es heute noch (wie im MA), dass ein Altar ohne Reliquie
und eingeschlossener Weihe nicht liturgisch genutzt werden
kann/ darf? Ich musste mich dabei an die kath. Kirche meines
Heimatortes erinnern, die erst in den 70er Jahren gebaut wurde
- daher fällt mir die Vorstellung recht schwer, dass dort
„irgendwo“ eine Reliquie untergebracht ist, eher schwer.
Ein kath. Pfarrer hat diesen Fakt (Altar mit Reliquie) als üblich dargestellt, auch in Bezug auf seine Heimatkirche, die auch in den 60ern gebaut wurde.
Ciao maxet.
Hallo.
Als wir nach unserer Flucht in den Weiten der Norddeutschen (evangelischen) Tiefebene strandeten, mußten wir paar Katholen unsere Meßfeier im Saal der Dorfkneipe abhalten.
Der mit dem Motorrad anreisende Priester hatte in seiner Ausstattung auch eine Kachel mit einer darin eingelassenen und versiegelten Relique dabei.
Erst wenn er diese auf den Tisch legte, wurde der Wirtshaustisch zum Altar!
Gruß
Jochen
OT: schwer nachvollziehbar!
Hallo in die Runde
Erst wenn er diese auf den Tisch legte, wurde der
Wirtshaustisch zum Altar!
Nicht als Kritik an Euch «Fähnlein der sieben Aufrechten»,
sondern als nachdenkliche Anmerkung zu dieser Denkweise /
Verordnung / Regel / Tradition:
Sie ist für mich, der als (ehemaliger) Evangelischer dem
Heiligen- und Reliquienkult noch nie nahe gestanden ist,
nicht nachvollziehbar. Denn im Umkehrschluss bedeutet das: wo
keine Reliquie da kein Altar, ergo: da kein Gottesdienst.
Heute, wo ich mich mit unkonfessioneller
Ritualgestaltung und -magie befasse, habe ich gelernt und
erfahren: ein Kraftort (oder ein Altar) ist dort, wo ich ihn
schaffe. Meine Absicht und mein liebevolles Einrichten (plus
allenfalls eine Segnungs- und Erweckungszeremonie) und der
konzentrierte «Gebrauch» genügen, um jeden ausgewählten Ort
zum Kultplatz, jeden dafür bestimmten Gegenstand zum
«Medizingegenstand» zu adeln.
Mit freundlichen Grüssen
Rolf
Gleiche Intention, verschiedene Form
Hallo Rolf,
Erst wenn er diese auf den Tisch legte, wurde der
Wirtshaustisch zum Altar!
Sie ist für mich, der als (ehemaliger) Evangelischer dem
Heiligen- und Reliquienkult noch nie nahe gestanden ist,
geht mir genauso
Denn im Umkehrschluss bedeutet das: wo
keine Reliquie da kein Altar, ergo: da kein Gottesdienst.
habe ich gelernt und
erfahren: ein Kraftort (oder ein Altar) ist dort, wo ich ihn
schaffe. Meine Absicht und mein liebevolles Einrichten (plus
allenfalls eine Segnungs- und Erweckungszeremonie) und der
konzentrierte «Gebrauch» genügen, um jeden ausgewählten Ort
zum Kultplatz,
Und wo ist der prinzipielle Unterschied zur Altarweihe? Auch da wird ein Raum eingerichtet und gesegnet.
Ciao maxet.
Hallo.
Als wir nach unserer Flucht in den Weiten der Norddeutschen
(evangelischen) Tiefebene strandeten, mußten wir paar Katholen
unsere Meßfeier im Saal der Dorfkneipe abhalten.
Der mit dem Motorrad anreisende Priester hatte in seiner
Ausstattung auch eine Kachel mit einer darin eingelassenen und
versiegelten Relique dabei.
Diese portablen Altäre gab es auch schon im Mittelalter. Da wurde denn allerdings meist vor Schlachten o.ä. noch einmal eine Messe gehalten. Gilt auch dort noch heute die Vorschrift, dass die Mensa, also die Altarplatte, aus Stein sein muss? Dann wäre die „Kachel“ ja ein wirklich praktischer Kompromiss - besonders im Vergleich zu den mind. 15kg (geschätzt) schweren mal. portablen Altären.
Gruß sannah
(mit Dank für alle anderen Antworten)
Hallo.
kann/ darf? Ich musste mich dabei an die kath. Kirche meines
Heimatortes erinnern, die erst in den 70er Jahren gebaut wurde
Ach wo. Selbst heutzutage florieren noch Firmen, die sich mit der Herstellung von Reliquien, wie Grabtüchern Inri (dem seine Beerdigung muss ausgesehen haben wie eine Altkleidersammlung) oder Schädeln von Johannes dem STäufer diverse Körperteilgalvanisierungen verdienen.
Gruß kw
Hallo!
Ich erinnere mich aus dem (katholischen) Religionsunterricht an den Begriff „altare fixum“: also feststehender (= unverrückbarer) Altar, d. i. ein Tisch aus irgendwas mit einer Steinplatte, dem eine richtige Altarweihe (auch im Rahmen einer Kirchenweihe) zusteht. - Daneben gibt es diese tragbaren Altäre (kann man auch in historischen Museen sehen: Könige und Feldherrn des Mittelalters und der frühen Neuzeit hatten die sogar auf Reisen und „im Felde“ mit), auch zusammenklappbare, oder Altarauflagen.
Wer kennt den neusten Stand in kirchenrechtlicher Hinsicht?
H.