Hallo zusammen,
ich dachte, ich würde ja nun mittlerweile viel wissen. Aber als man mich gefragt hat, warum die gute alte DG7-32 binnen weniger Tage bei einem schlappen Strahl und großer Ozillogrammlänge sichtbar einbrennt, während (m)ein moderner Oszi (fast) jahrelang immer die selbe knallhelle Linie zeichnet und _gar nichts_ von Einbrennen zu erkennen ist, wusste ich das schon mal nicht.
Also habe ich mal Wikipedia bemüht, und danach wusste ich noch weniger.
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Wo geht überhaupt der Elektronenstrahl lang? Er geht durch die Anode hindurch, trifft auf die Phosphorschicht - und dann? Irgendwie müssen die Elekronen dort wieder wegkommen, aber eine Metallisierung, die die Elektronen zur Anode ableiten könnte, ist nirgends angedeutet, erwähnt oder z. B. auf dem Foto http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/4/40/Osziro… erkennbar. Prallen sie, nachdem sie ihre kinetische Energie abgegeben haben, an der Leuchtschicht ab und „bummeln“ dann zurück zur Anode?
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Dort steht auch: „Der bei Bildröhren Aluminium hinterlegte Leuchtschirm, sowie (…) liegen ebenfalls auf Anodenpotential.“
Aha, aber Aluminium _hinter_ dem Schirm? Kommen denn da Elektronen durch? Dass man eine Metallisierung optisch durchlässig machen kann, weiß ich ja, aber dann gehört die Schicht _vor_ den Phosphor. Ist mit „hinter“ „vor“ gemeint? Bestimmt nicht, denn da steht auch: „Die Aluminiumschicht erhöht zum einen die erreichbare Helligkeit (nach innen fallendes Licht der Leuchtschicht wird reflektiert…“ Also wenn die Aluminiumschicht optisch dicht ist, dann ist sie es elektrisch doch wohl erst recht!
Und warum die DG7-32 so schnell einbrennt, die modernen Röhren eher überhaupt nicht, weiß ich immer noch nicht. Ach ja, dass unterschiedliche Phosphore stark unterschiedlich stabil sind (insbesonder grün ist stabil), habe ich auch noch mitbekommen, aber das reicht wohl als Erklärung kaum aus.
Grüße
Uwe
Hallo
Tja, warum reicht es nicht aus, anzunehmen, die Schicht sei einfach stabiler?
Man könnte davon ausgehen, das der Elektronenstrahl beim Auftreffen stärker ionisiert. Besonders heiß wird es nicht, es sei denn, die Schicht leuchtet nicht besonders und soll es dann aber trotzdem.
Das wiederum würde bedeuten, das eine Sinterung oder gar Schmelzung der Leuchtschicht oder eine Sinterung mit flüssigem Material ähnlich Löten einen festen Verbund hat, wogegen eine Bindung durch Zement oder was es da geben könnte, sich durch Ionisation auflöst.
Eine Sinterung dauert auch lange. Das wäre schon mal ein guter Grund, warum man es früher nicht so genau nahm.
Aluminium ist der beste optische Reflektor im sichtbaren Bereich nach Silber.
Man kann Aluminium so dünn aufdampfen, das Licht noch durchscheint, es aber trotzdem leitet. Weil das etwas schwierig ist, und wegen der leichten Oxidierbarkeit evtl. nicht dauerhaft, gibts auch noch Indium-Zinn-Oxid, als leitfähig und durchsichtig. Wird bei LCD Displays als Kontaktmaterial verwendet. Außerdem gibts Aluminium als Lochmaske in Fernsehern mit Bildröhre, weswegen ich annehme, das Du was verwechselst.
Eine Frage ist es aber, ob man überhaupt die Leuchtschicht leitend hinterlegen muß. Frage sag ich deshalb, weil ich es so nicht direkt sehen kann.
Wenn Elektronen irgendwo aufschlagen, haben sie die Eigenschaft, weitere Elektronen aus der Oberfläche herauszuschlagen. Elektronen stoßen mit Elektronen.
Sie müssen dann nur irgendwie abtransportiert werden.
Das würde bedeuten, die Leuchtschicht lädt sich durch Elektronenbeschuss positiv auf und wird etwas leitend.
War das hilfreich?
MfG
Matthias
Lauter Feststellungen
Guten Abend.
Eine Beobachtung kann ich schildern, die zu der mit Schwierigkeiten verbundenen ganzen Klärung der Unklarheiten VIELLEICHT etwas beiträgt - Oder wenigstens die Frage VÖLLIG unbeantwortbar macht (was schon ein Fortschritt in meinem Verständnis wäre).
Nämlich diese Beobachtung hier:
Man nehme einen Farbfernseher, Bildschirmdiagonale egal
.
Der Kolben der Bildröhre ist ja bekanntlich graphitlackbeschichtet. Die Schicht ist entweder über etwas nicht allzu hochohmiges (~ 600 … 2000 Ohmbereich) oder sogar DIREKT mit Masse verbunden. Wenn man mal versehentlich die Verbindung unterbrochen hat und einschaltet, dann ist meist ein normales Bild zu sehen.
Es knallt aber heftig nach einiger Zeit.
Bei ‚viel hell‘, also wenn wenig Dunkel (
Hallo
Tja, warum reicht es nicht aus, anzunehmen, die Schicht sei
einfach stabiler?
Na ja, ich bin’s gewohnt, eher zu wissen als zu vermuten. W-W-W, nicht W-V-W 
Man könnte davon ausgehen, das der Elektronenstrahl beim
…
dann aber trotzdem.
hmmm…
Das wiederum würde bedeuten, das eine Sinterung oder gar
…
Ionisation auflöst.
hmmmmmmmmm… gibt’s sowas?
Eine Sinterung dauert auch lange. Das wäre schon mal ein guter
Grund, warum man es früher nicht so genau nahm.
Aluminium ist der beste optische Reflektor im sichtbaren
Bereich nach Silber.
Man kann Aluminium so dünn aufdampfen, das Licht noch
durchscheint, es aber trotzdem leitet.
Eben, aber dafür müsste es zwischen Glas und Phosphor. Oder kann der auch leuchten, wenn die Elektronen erst durch das Alu durch müssen?
Außerdem gibt’s Aluminium als
Lochmaske in Fernsehern mit Bildröhre, weswegen ich annehme,
das Du was verwechselst.
Nein, nein. Da gehen die Elektronen ja durch die Löcher in der Maske. Lies mal, was ich erwähnte, in Wikepedia: „Der bei Bildröhren Aluminium hinterlegte Leuchtschirm…“ etc.
Eine Frage ist es aber, ob man überhaupt die Leuchtschicht
leitend hinterlegen muß.
Das frage ich mich auch.
War das hilfreich?
Erstmal nur weniger:frowning:
Aber trotzdem danke
Uwe
Hallo Michael,
Der Kolben der Bildröhre ist ja bekanntlich
graphitlackbeschichtet.
Die Masseelektrode der Hochspannungskapazität, das wissen wir wohl alle.
Zufall oder nicht - Ich hätte eher umgekehrt vermutet.
Ich auch. Warum sollte bei Dunkel ein drei Mal so großer Leckstrom auf die Masseelektrode fließen? W-W-I (Was-Weiß_Ich…)
Grüße
Uwe
Hallo
Ich hab noch einmal bei Wikipedia unter Elektronenstrahlröhre nachgeschaut.
Es heißt dort u.a.:
„In einem weiteren Arbeitsgang wird bei Bildröhren eine dünne glatte Trennschicht zum relativ körnigen Leuchtstoff aufgebracht, auf der durch Bedampfen eine Aluminiumschicht aufgebracht wird. Diese Zwischenschicht wird danach wiederum durch Brennen entfernt.“
Das bedeutet, eine eventuelle Aluminiumschicht wird wieder entfernt.
Eine beseitigte Zwischenschicht würde ja eine ebenfalls beseitigte Metallbedampfung verursachen.
Wegen der von Dir genannten DG… fällt mir noch ein, das es Schaltungen geben könnte, also ich weiß selbst nicht, ob das gemacht wird, Schaltungen, die messen, wie stark der Strahl abgelenktt wird und dann den Kathodenstrom nach bestrahlter Fläche in der Stärke einstellen.
Falls noch nicht, kannst Du Dir das ja patentieren lassen.
MfG
Matthias
Hallo,
Wegen der von Dir genannten DG… fällt mir noch ein, das es
Schaltungen geben könnte, also ich weiß selbst nicht, ob das
gemacht wird, Schaltungen, die messen, wie stark der Strahl
abgelenktt wird und dann den Kathodenstrom nach bestrahlter
Fläche in der Stärke einstellen.
Falls noch nicht, kannst Du Dir das ja patentieren lassen.
Gibt’s schon. Nennt sich ‚Strahlstrombegrenzung‘. Wobei die aber zugegebenermaßen nicht von der Fläche (in Analogtechnik heftig kompliziert zu integrieren und beim TV-Gerät auch wegen immer gleicher Ablenkung und damit Fläche pro Zeit ziemlich überflüssig), sondern vom mittleren Strahlstrom abhängig ist.
Gruß
loderunner