Guten Abend,
Was meinst du, wie oft es mich nicht nur in den Fingern juckt,
wenn ich in dieses Brett schaue.
Aber ich beherrsche mich eisern! Gusseisern!
Kaum zu glauben, selbst wir haben manchmal was gemeinsam 
Wegen zweier Goldkörnchen, die in der Ritze eines zerbäulten
Rolls Royce stecken, einen Schrottplatz als wertvoll
bezeichnen?? Nein!
Wegen einigen glücklichen Menschen nicht an den Sorgen der Welt verzweifeln, sondern sich mit ihnen freuen und Kraft zu schöpfen. Aber klar doch!
Und damit Organisationen wie die Kirchen, egal welcher Couleur
zu stärken? Neinnein!!
Warum nicht? Da vermisse ich eine Begründung. Natürlich kann man etwas gegen den Machtapparat haben, der hinter der Kirche steht, aber dabei sollte man nicht vergessen, dass ein solch großer, länderüberschreitender Zusammenschluss von Menschen eine gewisse Organisation einfach braucht. Jeder Staat, aber sogar jeder Taubenzuchtverein braucht einen Vorstand, der sich um die Wünsche und Probleme der Mitglieder kümmert und die Fragen koordiniert und verläßlich beantwortet.
Kritisieren kann ich von außen oft besser, als einer, der im
Insidersud vor sich hinköchelt. Darum werden Betriebsberater
von außer hinzugezogen, wenn es in einer Firma nicht so läuft.
Oh, ich habe keinen Einwand gegen Betriebsberster, die sich konstruktiv mit einer Firma auseinandersetzen und sinnvolle Vorschläge haben - aber ein Berater, der einfach nur sagt „Die Firma ist sch****e, platt machen!“ ist kein Berater, sondern ein Zyniker, auf den sicherlich keiner hören will.
Und wer wird denn so einen Laden verändern und somit am Leben
halten wollen? Neinneinnein!!!
Die unzähligen Menschen, die durch die Kirche Kraft im Leben gefunden haben? Diejenigen, denen der Glaube an Gott, vermittelt durch die Kirche aus einer Krise geholfen hat, die sie nicht alleine hätten überstehen können? Diejenigen, die sich in einer Gemeinschaft geborgen fühlen, die eine der wenigen Konstanten im Leben ist? Zumindest für mich kann ich da ein klares „Ja“ antworten.
Ich wüsste wirklich nicht, wie man über
=> Religion, Religionsgemeinschaften und -anhänger
generell,
=> über das Christentum im Allgemeinen,
= und die katholische im Besonderen,
=> angesichts der Geschichte, die Deschner darstellt,
=> angesichts der Erfahrung, die in meinem oben genannten
Literaturtipp berichtet wird,
=> und der obszönen Groteske, die um den Herrn Woytila in
Rom gerade aufgeführt wird,
anders über diese Dinge reden könnte.
Dann frage ich mich, warum Du hier bist? Ich gelte in meinem Bekanntenkreis als jemand, der zwar zu seinem (katholischen) Christentum steht, aber durchaus bereit ist, sachlich (und auch mal emotional, was nicht ausbleibt auf Dauer) zu diskutieren und lange nicht alles gut findet, was im Namen der Kirche geschah oder geschieht. Wie Du an meinem Profil sehen kannst, bin ich Historiker und weiß durchaus um die Probleme und Fehler, mit der die Kirche in den letzten 2000 Jahren umzugehen hatten. Und ich bilde mir auch ein, recht gut einschätzen zu können, was Kirche für mich persönlich und auch für viele andere Menschen bedeutet.
Was ist am Christentum im Allgemeinen denn falsch, dass man darüber nur hetzreden kann?
Wieso bist Du nicht bereit, über Papst Johannes Paul II. und das, was er gerade macht, mit denen zu reden, die davon am meisten betroffen sein sollten? Speziell zu dem Thema kann ich Dir sagen, dass ich mit mir und mit Freunden schon lange Diskussionen geführt habe und noch immer zu keinem Schluss gekommen bin.
Weißt Du, Fritz, ich finde es unfair, dass Du einerseits Hetzreden gegen die Kirche schreibst und andererseits dann jemandem aus dieser Gemeinschaft, der sich den Argumenten stellen will, sagst, dass Du eh keine Gegenargumente gelten lässt…
So long
Christian