Katze den Umzug erleichtern?!

Hallo an alle Wissenden :wink:

Es handelt sich um folgendes Problem:

Der Kater meiner Freundin reagiert eifersüchtig auf ihr Baby, pinkelt Wickeltisch, Kinderteppich und Stubenwagen voll. Nun werden wir das Katerchen wahrscheinlich übernehmen.
Chucky ist 9 Jahre alt, ein richtiger Schmusekater und sehr Personenbezogen (er wurde per Hand aufgezogen, meine Freundin hat ihn als Welpen im Strassengraben gefunden)
Mit unserem Hund versteht er sich prima und Freigang hätte er auch. Allerdings suchen wir nach einer Möglichkeit, ihm den Umzug etwas zu erleichtern.
Mein erster Gedanke war: Überall in der Wohnung etwas Baldrian/ Katzenminze zu verteilen, so das er gleich ein gutes Gefühl in seinen neuen Vier Wänden bekommt.
Wir hoffen SEHR, das sich das „Eckenpinkeln“ nicht bei uns fortsetzt. Ich hatte vorher eine Katze, die aus Protest auch gepinkelt hat, allerdings war Sie noch älter.

hat jemand ein paar gute Ideen zu dem Thema?

Frohe Weihnachten!!

Hallo Trine,
erstmal toll, daß Du dem Katerle ein neues Zuhause bieten willst.
Katzen sind ja als standortbezogene Wesen eigentlich immer unglücklich über Veränderung/Ortswechsel. Das wirst Du nicht ganz verhindern können.
Allerdings würde ich sein neues Zuhause nicht mit irgendwelchen Düften markieren, die dort normalerweise nicht anzutreffen sind.
Da Du ja den Kater schon kennst (und er Dich), habt Ihr schon mal einen Anknüpfungspunkt.
Den Umzug würde ich so kurz und schnell wie möglich gestalten.
Danach lasse den Kater im neuen Domizil erst mal zur Ruhe kommen. Er muß erstmal nur wissen, wo Futter und Katzenklo zu finden sind.
Ruhige Ansprache, immer wieder ein paar Leckerlis aus der Haus, und dann wird er sicherlich kurzfristig seine Wohnung erkunden.

In jedem Falle würde ich den Kater vorher nochmals untersuchen lassen, ob sich hinter dem Protestpinkeln nicht vielleicht eine Nieren- und/oder Blasengeschichte verbirgt.

Wichtig, 2 bis 3 Wochen darf der neue Hausherr dann nicht raus aus der Wohnung, so er nicht eh ein reiner Stuben-/Wohnungskater wird.
Er hätte sonst Probleme mit der Orientierung und könnte u. U. sein neues Haus nicht wiederfinden.

Viel Spaß und ebenfalls fröhliche Weihnachten wünscht BM
(Futterspenderin für 2 Katzendamen und einen zwangsadoptieren Oberkater)

Hallo,

von Baldrian und Katzenminze möchte ich abraten. Zum einen reagieren nur ca. 60% der Katzen überhaupt darauf, zum anderen ähnelt es den Geschlechtspheromonen, macht also eher Stress, wenn es denn überhaupt wirkt.

Meine Tipps zur Eingewöhnung mit besonderem Augenmerk auf Stubenreinheit:

  • dritte Person (nicht der alte Besitzer, nicht der neue Besitzer) bringt Katze in Transportkorb in neues Zuhause. Korb mit einem Handtuch bedecken, je weniger die Katze mitbekommt, desto besser
  • Katze zuerst mindestens einige Tage lang nur in einem Zimmer halten, in dem Klos, Kratzgelegenheit und ein Feliway-Pheromonzerstäuber sind
    http://www.feliway.de/
  • evtl. ein vertrauter Gegenstand aus dem alten Zuhause (Decke, Kissen)
  • Katzenklo mit ausreichend Streu füllen (8-10 cm, keine Duftstreu, keine Haube, möglicherweise gleich 2 Klos)
  • Katze sollte nicht dauernd betüdelt werden, wenn sie sich versteckt. In diesem Falle braucht er Zeit, das neue Gelände ohne Störung zu erkunden. Wenn er von selbst Kontakt sucht (was sein kann, da Handaufzucht), ist es natürlich OK und er soll betüdelt werden.
  • Katze sollte idealerweise 3-4 Wochen im Haus bleiben, ohne Freigang, damit er sich das neue Zuhause als solches merkt
  • Futter/Wasser inklusive Näpfen idealerweise genau wie im alten Zuhause

Es kann natürlich aufgrund des Umzugsstresses bzw. aufgrund des mangelnden Freiganges wieder zu Markierungsverhalten kommen. Eine absolut sichere Maßnahme gibt es da nicht.

Viel Erfolg,

Myriam

Hallo Trine

Also wie schon erwähnt, solltest du unbedingt von Duftstoffen absehen…
Ich würde auch keine vertrauten Sachen mitnehmen- ihr wollt doch nicht das das Tier sich an sein altes Zuhause erinnert, sondern dass sich das Tier an sein neues gewöhnt!

Der Tip mit der dritten „fremden“ Person ist gut! Das Tier sollte nicht gestresst werden und somit eine aufwendige „Auf Wiedersehen!“ Phase verhindert werden!
Bei dir zu Hause solltest du EINEN Raum präparieren. Am besten mit Sachen die du neu gekauft hast oder aber z.b. gereinigt und gewaschen. Das was du übernimmst solltest du in der Wohnung verteilen, damit es den Duft eurer Wohnung annimmt.

Lass die Katze am Anfang einfach in Ruhe- ja ihr kennt euch, aber das Tier muss den Stress erstmal überwinden.
Die ersten Tage Futter geben und Katzenklo säubern- denk dran: BIETE DICH AN! Dräng dich NICHT auf!
Wenn du beim füttern merkst, dass er kommt und gestreichelt werden will, dann streichel ihn…hol ihn aber nicht unterm Schrank vor oder heb ihm vom Sofa und trag ihn durch die Gegend (Möbel halt je nach Zimmer).

Das ganze solltest du schon ein paar Wochen machen je nachdem wie zutraulich er wird… dann nach und nach den Hund einbeziehen- ja sie mögen sich aber nun ist der Hund kein Gast sondern die Katze Mitbewohner- auch Tiere machen da Unterschiede!

Wenn der Kater ein Freigänger ist (ich hoffe er ist kastriert) solltest du trotzdem ca. 3 Monate warten, bist du ihn rauslässt!
Lässt du ihn zu früh raus, kann es sein dass er keine Bindung zu dem Haus aufgebaut hat und zu seinem alten Heim zurück will- es gab Tiere die schon Kontinente überquert haben um nach Hause zurück zu kommen!

In der Zeit wo er in dem EINEM Zimmer bleibt, solltet ihr ihn vor allem nicht mit so vielen Leuten stören. Vermeide auf jedenfall das Leute die nicht in der Wohnung leben mit dem Tier Kontakt haben- schließlich muss er ja auch eine Bindung zu Euch aufbauen! (es kann stressig sein wenn z.B. freunde der Kinder durch ihr verhalten eine mühselige Arbeit schnell zu nichte machen)

Sollte der Kater am Anfang urinieren, ist das sicherlich ein Zeichen dafür dass er unzufrieden ist…ist er nicht kastriert, solltet ihr das unbedingt nachholen- kater und katzen die nicht kastriert oder sterilisiert sind neigen dazu zu urinieren!

Nun das wäre zumindest mein Rat. Ich hab seid 14 Jahren Erfahrungen mit Katzen, an sich kommt es aber immer auf Mensch und Tier an, denn den Rat den man geben kann spricht ja nur aus eigenen Erfahrungen. Ich kenn ja weder das Tier noch dich!
Ich wünsche euch viel Glück!

Hi

Wie haben vertraute Sachen mitgenommen.
Das alte ramponierte Schlaf-Sofa was erst weggeschmissen werden sollte, aber die Katzen nutzten den Bettkasten gerne als Versteck, also fühlten sie sich da wohl sicher.

Das haben wir mitgenommen und ins Wohnzimmer gestellt. Alte Katzendecke rein, deren Kuschelteddy und so’n stinkiges Kissen von den Katzen auch noch rein.

Das war denn deren sichere „Burg“ von da aus haben sie denn die Wohnung erkundet und sich bei Unsicherheit immer wieder dorthin zurückgezogen.

Haben sie da auch in Ruhe gelassen, ansonsten haben wir versucht uns wie immer zu verhalten damit die Katzen merken das wir normal und gelassen sind.

Unsauberkeit war kein Problem. Klo und Fressen hatten wir die ersten 3 Tage aber noch im gleichen Raum, erst danach in Bad und Küche aufgeteilt. War auch kein Problem. Zutritt zu den anderen Räumen bestand ja die ganze Zeit für die Katzen.

Jetzt nach 5 Tagen gewöhnen wir sie grad an nen anderen Bettkasten um und das scheint keine Probleme zu geben.
Denke in spätestens 2 Wochen fliegt das alte Sofa und dessen Inhalt raus.

Denke ohne ihre „Burg“ hätten sie angefangen zu jammern.

MfG
Lilly

Ersteinmal vielen Dank für die vielen und ausführlichen Antworten!

Einiges werde ich beherzigen können, anderes wird eher schwer.
z.B. die Sache mit „in nur einem Zimmer bleiben für die ersten Tage“.
Wir leben in einer Durchgangswohnung, von daher stehen die türen eigentlich immer wenigstens einen Spalt weit offen, allein schon wegen unserem Hund, der ja auch ganz gerne mal die Nase ins Wohnzimmer steckt.

Alles andere werde ich aber befolgen!
Kastriert ist Chucky schon, das stellt also kein Problem dar.
Ansnonsten kann ich nur hoffen, das alles glatt geht. Aber wir sind geduldige Herrchen/ Frauchen, da unser Hund anfangs auch nicht einfach war (Strassenköter mit dem dementsprechenden Vorleben…)

Schöne Grüße

Trine!

Wir leben in einer Durchgangswohnung, von daher stehen die
türen eigentlich immer wenigstens einen Spalt weit offen,
allein schon wegen unserem Hund, der ja auch ganz gerne mal
die Nase ins Wohnzimmer steckt.

Das ist schade, denn diese Sache ist immens hilfreich. Einen gestressten Kater in der ganzen Wohnung zu suchen, ist unschön. Außerdem möchte der Kater möglicherweise anfangs Ruhe vor dem Hund. Wie könnt Ihr die beiden dauernd beobachten, wenn der Kater und der Hund volle Bewegungsfreiheit haben? (ich bin da vorbelastet, da mein eigentlich katzenverträglicher Hund sich im Nachhinein als nicht so 100% katzenverträglich entpuppte, was für die Katze tödlich endete).

Notfalls würde ich das Badezimmer nehmen, wenn es nicht gar so winzig ist, vor allem im Hinblick darauf, dass der Kater möglichst von Anfang an das Katzenklo finden soll.

Gruß,

Myriam