hallo, ich bräuchte da mal Eure hilfe…
Hallo Semiramis,
ich habe mal Kontakt mit einer Halbwilden gehabt, die auch solch ein Kampfschmuser war. Endergebnis war auch hier der Angriff.
Eine Erklärung ist, wenn die Katze / Kater nicht oder spät kastriert ist, verfällt sie in eine Art Streichelrausch (hängt mit den Hormonen zusamen), der irgendwann darin gipfelt, dass sie um sich schlägt und faucht, beißt und kratzt. Ist wie ein Ventil. Dabei hilft nur, den richtigen Moment nicht zu verpassen mit dem Streicheln (umwerben) aufzuhören. Ist Teil des Begattungsrituals. Die kann nicht anders, ist ein Automatismus. Das einzige was hilft ist die Kastra.
Dabei ist aber nicht gesagt, dass es dann aufhört, da es vielleicht schon drin sitzt, wie bei manchen Katern das spritzen, wenn sie zu spät kastriert wurden.
Wenn es so ist, muss sie lernen, dass sie das lassen muss und du musst lernen, wann der Punkt ist, aufzuhören. Ach ja, der Streichelrausch hält an, also ein paar Minuten aufhören hilft nicht, ist wie eine Ekstase, die sofort wieder hochflammt. Wann du sie wieder gefahrlos anfassen kannst, kriegst du nur durch learning-by-doing raus ;o)
Sollte sie weiter um sich schlagen oder dich angreifen, mach ihr klar, dass du Chef im Ring bist und diese Angriffe nicht duldest. Das scheint ein weiteres Problem zu sein. Bisher kam sie mit ihren Angriffen durch, d. h. sie hat keine wirklichen Sanktionen erhalten. Zunächst kannst du ihr drohen mit erhobenen Zeigefinger, gleicht der Pfote der Artgenossen, wenn die untereinander Konflikte austragen, sozusagen letzte Drohgebärde vor dem Angriff. Hilft das nicht, mit dem Finger auf die Nase tuppen, so machen das die Katzen auch untereinander, dabei warnen in Form von Fauchen, bedrohlich reden.
Konsequent sein, den Kontakt ablehnen nach dem Angriff und ihr klar machen, dass du bestimst, wo es langgeht!
Unser Großer (1 1/2) liess sich nicht kämmen oder bürsten, inzwischen läßt er es über sich ergehen ohne um sich zu kloppen und nur mit ein bißchen Gefauche. Er hat gelernt, dass ich ihm nichts böses will, er keinen Schaden davonträgt durch das Kämmen und er eine Belohnung für Nettiquette erhält. Er ist nicht mehr beleidigt und akzeptiert seither auch so lästige Dinge wie Tabletten einschmeißen, Filz rauspuhlen, Zecken entfernen, für ihn blöd glotzende Kötis, die mann nicht angreifen darf, weil mann schlechte Laune hat.
Er hat mit Konsequenz gelernt, dass er unten bleiben muss, wenn ich die Näpfe fülle und er nicht das Hundefutter zu fressen hat, nicht auf Tische darf und nur ab und zu klauen erlaubt wird ;o)
Aber ich musste erst meinen inneren Schweinhund überwinden und selbst lernen, was bei den Hunden selbstverständlich ist: Ich bin Chef im Ring und auch er hat sich dem unterzuordnen. Und auch er, ich glaubte es nicht (weil man gemeinhin sagt, dass Katzen sich niemandem unterordnen) akzeptiert das!
ich bin vor ca. einem halben jahr auf`s land gezogen. in
meinem haus wohnte vorher eine familie, die ihre katze beim
auszug zurückgelassen hat. da sich sonst keiner in der
nachbarschaft um sie gekümmert hat, habe ich sie nun
„adoptiert“.
Danke, dass du sie nicht rausgeschmissen hast! Dafür ein *
sie ist ca. 3 jahre alt, extrem zutraulich und
praktiziert „kampfschmusen“, will heißen, sie erkämpft sich
regelrecht ihre schmuseinheiten, indem sie sich wild
ankuschelt mit dem kopf gegen die nicht streichelnde hand
stösst,obwohl sie von der anderen hand schon gekrault
wird…u.s.w. dabei sabbert sie voll wohlbehagen.
Siehe oben, bestätigt meinen Gedanken an den Streichelrausch.
urplötzlich
aber faucht sie äußerst aggressiv, schlägt ihre Krallen (auch
gern in mein gesicht)
vor allem ins Gesicht, normales typisches Katzenverhalten. Machen die untereinander immer in Konfliktsituationen, wenn gekloppt wird.
manchmal fällt sie mich auch einfach so an und
schlägt ihre krallen in meine beine, wenn ich nur an ihr
vorbeigehe…bin mittlerweile im umgang mit ihr völlig
unentspannt, da ständig in habachtstellung - wie gehe ich am
besten damit um?
Das Anfallen im Vorbeigehen zeigt, dass du in ihren Augen in ihr Revier eingedrungen bist und sie das doof findet, darum will sie dich daraus vertreiben.
Das haben die Vorbesitzer vielleicht akzeptiert (der Grund, warum sie bleiben „durfte“???) oder hingenommen. Mach ihr klar, dass sie entweder mit dir lebt oder nicht mehr mit dir lebt, also bei Angriffen sofort rausfliegt. Sie wird die 2. Variante vorziehen, wenn du ihr zeigst, dass du Revierführer bist, sie aber in deinem eroberten Revier duldest, wenn sie sich ordentlich verhält (sogar richtig nett bist mit unerwarteten Leckerbissen wie ab und zu ein frisches Stück Herz oder sowas). Das wird ihr Verhalten ändern, denn auch ältere Katzen (wobei 3 Jahre nicht alt sind) lernen dazu, auch wenn es etwas länger dauert.
Wichtig ist, dass sie einfach merkt, dass du Chef bist und ihre Angriffe, egal welcher Art nicht erwünscht sind.
Das wird euer Leben entspannen.
Woher diese Fehlkonditionierung kommt, (zu junges Trennen von Mutter/Geschwistern, Dominanzverhalten)wäre für mich erstmal zweitrangig, da es das Problem nicht löst.
Hoffe, geholfen zu haben! :o)
Liebe Grüße
Sabine