Es ist erwiesen, dass Katzen vor allem auf Zischlaute
reagieren; deshalb sollte man Katzennamen wählen, die solche
Laute enthalten, um die Katze anzulocken.
Das habe ich so weder gelesen noch gehört noch beobachtet. Ganz im Gegenteil: Zischen erinnert die Viecher allzusehr an Fauchen, und da sollte man sich lieber fernhalten. Ein „i“ am Ende hilft. Nicht umsonst heißen Katzen oft Mimi, Muschi, Püppi oder so.
Unsere heißen Maxi und Paul, beide hören auf ihren Namen. Selbst wenn ich den Namen ermahnend rufe, reagieren sie. Das soll man zwar eigentlich nicht machen (es ist sehr wichtig, den Namen mit etwas Positiven zu verbinden), aber mir ist sonst noch nichts eingefallen, wie ich eine Katze ermahnen kann, ohne dass die andere sich angesprochen fühlt. Jedenfalls ist es bei uns so: Katerchen Paul wird häufiger ermahnt als Katze Maxi. Paul lauert nämlich gern der Maxi auf und springt von hinten auf sie, um zu raufen. Und Paul ist ein kleines verfressenes Monster und hat deshalb totales Küchenverbot.
Und nun ist es so: Ich höre, wie mein Mann in die Küche geht, und ich höre auch, dass die Küchentür nicht wieder geschlossen wird. Paul hört das auch und flitzt los. Ich rufe Paul ermahnend hinterher: Pau-el! Der wundert sich und lugt lieber um die Ecke, ob ich denn tatsächlich in Reichweite bin. In die Küche traut er sich erst mal nicht. Oder er lauert gerade der Maxi auf und fixiert sie. Ich rufe wieder: Pau-el! Maxi kennt das inzwischen auch schon und versteht das als Warnung und guckt sich vorsichtig um, dann wird Paul von ihr angefaucht und der zögert.
Wenn ich sie in einem freundlichen lockenden Ton rufe, kommen sie oft angelaufen in der Hoffnung auf was Feines (Leckerlie oder Streicheleinheiten). Eigentlich hören sie nur dann nicht, wenn sie gerade auf Mäusepirsch sind. Dann sitzen sie erst 10 Minuten später vor der Tür mit der Beute.
Sie lernen also nicht nur, dass eine bestimmte Lautfolge nur ihnen gilt, sondern auch, dass andere bestimmte Lautfolgen anderen gehören. Vermutlich können sie auch meinen und den Namen meines Mannes unterscheiden, nur dass das für sie keine große Rolle spielt.
Ich habe nun gehört, dass man in der Wohnung die Katze nicht
mit dem Namen rufen dürfe; die Katze verstehe das nicht, weil
sie nach ihrer Vorstellung ja DA sei. Auch draussen solle man
die Katze nicht mit ihrem Namen zu sich locken, wenn sie unter
30 m entfernt sei. Auch in diesem Fall habe die Katze nicht
die Vorstellung, dass sie näher kommen müsse, und verstehe
nicht, weshalb man sie mit Namen rufe.
Wer auch immer das beobachtet haben will, der hat bei Katzen vermutlich einfach keinen guten Ruf und interpretiert das falsch. Wahrscheinlich gibt’s bei diesem Menschen zu oft was Schlechtes und zu wenig Gutes. Meine Katze bleiben z. B. fern, wenn meine Schwiegermutter nur 10 m entfernt ist und die Namen brüllt, als wären die Katzen schwerhörig. Das finden die Katzen wohl unangenehm. Singt man die Namen ganz leise, sind sie ruckzuck ran.
Bis denne
Schnoof