Wir haben beides, und ich bin vollauf glücklich und zufrieden mit den beiden.
Die Katze ist ein uns zugelaufener Streuner, da war sie etwa ein halbes Jahr alt. Die findet es super, dass sie zwei Menschen hat, die sich um sie kümmern. Sie ist etwas wählerisch mit dem Futter, verträgt aber alles bestens und liebt es, mit uns spazieren zu gehen. An Geschirr oder Halsband konnten wir sie nicht gewöhnen. Sie lässt sich nicht so gern tragen, sitzt auch nicht gern auf dem Schoß, das ist ihr etwas zu wackelig. Wenn ich aber eine zusammengelegte Decke oder ein Kissen auf meinem Schoß habe, springt sie sofort drauf und fordert Streicheleinheiten ein. Sie hat auf der Decke nämlich einen besseren Halt und sinkt mit der Pfote beim Treteln nicht mehr zwischen den Beinen ein. Sie ist mehr auf mich bezogen. Ich denke, mein Freund ist ihr etwas zu hektisch und ungeduldig.
Den Kater haben wir aus dem Tierheim geholt, da war er etwa 13 Wochen alt. Bis dahin war er bei seiner Mutter. Die Katzenfamilie wurde eine Woche zuvor eingefangen. Das war noch ein ganz wilder, als er zu uns kam. Der hat gekratzt und gebissen. Aber er hat schnell gemerkt, dass es auf dem Menschenarm kuschelig ist und dass Streicheln sehr angenehm ist, und dass man manchmal sogar Leckerli kriegt, wenn man um die Beine des Menschen streicht. Inzwischen ist es ein ganz verschmuster, der morgens so lange um unsere Köpfe schnurrt, bis wir aufstehen und Futter geben. Als erstes um meinen, weil ich offensichtlich schneller wach werde und auch eher aufstehe, und wenn das nicht funktioniert, dann um den meines Freundes, was nur selten von Erfolg gekrönt ist. Ganz oft wacht einer von uns auf und hat dieses Fellknäuel schlafend neben sich auf dem Kopfkissen zu liegen. Er ist sehr viel verschmuster als unsere Große, aber auch sehr viel verfressender. Wir müssen beide getrennt füttern, dürfen ihn auf keinen Fall in die Küche lassen, weil er auch Kekspackungen aufknabbert und die Kekse frisst (er hat sogar Anisplätzchen gefressen), neulich hat er so eine Bäckerpapiertüte aufgenagt und Himbeerpfannkuchen gefressen, den ich für meinen Schatz mitgebracht hatte und den der rumliegen lassen hat. Wenn’s raschelt, bin ich sofort wach und überlege was er jetzt wieder „ausgefressen“ haben könnte … Der Kater schmust immer mit dem, von dem er größere Futterchancen erwartet.
Zu den Kosten haben die anderen ja schon viel gesagt. Der Kater hat erst mal etwas mehr Kosten verschlungen, weil er ziemlich mit Parasiten und Bakterien zu tun hatte (trotz Wurmkur im Tierheim), aber für so ein putziges laufendes Wollknäuel tut man das gern. Wir haben zwei Futterplätze, zwei Katzenklos, ein paar Kuschel-/Schlafplaetze, ein paar ziemliche hohe Kratzbretter, einen kleinen Kratzbaum (für einen großen sparen wir noch) und ein bißchen kleines Spielzeug, das rollt oder spring, raschelt oder klingelt. Wo wir gern sitzen, sitzen auch die Katzen gern (es riecht so schön nach Dosenöffner), und da sind dann auch viele Katzenhaare. Sie legen sich gern in den Wäschekorb mit frisch gewaschener und zusammengelegter Wäsche, ebensogern legen sie sich auch auf die bereits getragene Wäsche (das Flusensieb der Waschmaschine hat gut zu tun). Zwei Wolldecken sind bei uns für die Katzen reserviert, die dritte wird nur bei Bedarf aus dem Schrank geholt (sonst würden die Katzen sie auch in Beschlag nehmen).
Wenn der Betrieb am Ende der Straße Feierabend hat, dürfen sie raus. Abends zur Futterzeit kommen sie wieder rein und riechen manchmal nach Diesel, weil sie auf irgendeinem LKW oder Bagger rumgeturnt sind.
Aber wir haben sie beide ganz dolle lieb.
Bis denne
Schnoof