Katze plötzlich wieder 'gesund geschrieben'

Hallo ihr Lieben,

vor einiger Zeit habe ich hier berichtet, dass mein Kater Niereninsuffizienz hätte, und war ganz verzweifelt.

Dann wurde plötzlich gesagt (telefonisch von dem anderen der beiden Tierärzte, in deren Gemeinschaftspraxis ich gegangen bin), ach, er hat doch nix (nachdem ich mal eben schnell knapp 250 Euro gelöhnt hatte für allen möglichen Zeugs). Also hab ich einen anderen Tierarzt aufgesucht, der mir sagte, dass erhöhte Werte normal seien, wenn man nicht morgens nüchtern Blut bei der Katze zum Test abnimmt… (der „böse“ Tierarzt hatte das zweimal abends gemacht)…

Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin übelst abgezogen worden! Glaubt nicht unbedingt jedem Tierarzt blind. Ich wohne übrigens in Wuppertal, und falls einer von euch auch hier wohnt, und wissen will, welchen Tierarzt er meiden sollte, kann er mich gern anschreiben.

Übrigens gehts meinem Kater ganz hervorragend, ich gebe ihm weiterhin „Nierenfutter“, weil das lt. dem „guten“ Tierarzt nicht so belastend ist wie herkömmliches.

Grüße in die Runde
Turbobine

Bring es zur Anzeige oder melde es beim ( lass mich lügen ) Veterinäramt ( oder einer STelle die für Tierärzte zuständig ist ). Er hat Leistungen berechnet, die total ungerechtfertigt waren. Das war schon fast glatter Betrug!

Mir hat auch mal ein Arzt gesagt ich hätte ne Schilddrüseüberfunktion, weil die Werte erhöht waren. Wir fragten ob das durch die Pille kommen könnte. Selbst vom Frauenarzt wurde dies verneint. Habe dann Tabletten bekommen, die die Schilddrüse bremsen sollte. Mir ging es immer schlechter und ich bekam dann Betablocker ( mit 13/14 wohlgemerkt ). Ich konnte nachts nicht mehr schlafen und hielt es in der Klasse nicht mehr aus. Hatte laufend Druck im Hals. Sind dann gott sei dank umgezogen und gleich der erste Radiologe hier meinte, ich solle die Tabletten SOFORT absetzen. Wer weiß, was das für Schäden in mir zurückgelassen hat. Die beiden Ärzte hätte ich auch auf Schmerzensgeld verklagen können. Haben wir aber nicht getan.

Hallo Turbobiene,

zu dem konkreten Fall kann ich nichts sagen, da ich weder das klinische Bild noch die Laborwerte deiner Katze kenne.

Dein Posting veranlasst mich aber ein paar Worte dazu zu sagen, welche bedauerlichen Formen der steigende Konkurrenzdruck unter den Tierarztpraxen zum Teil schon angenommen hat. Es ist verständlich, dass der Tierbesitzer verunsichert wird, wenn er zwei gegensätzliche Diagnosen für sein Tier erhält. Man sollte dabei aber bedenken, dass der jeweils „nachbehandelnde“ Tierarzt ein relativ leichtes Spiel hat, seinem Kollegen Inkompetenz zu unterstellen (was nicht sehr seriös ist, aber leider immer häufiger geschieht). Der verunsicherte Kunde hinterfragt in den seltensten Fällen die neuen Theorien, sondern setzt sein Vertrauen meist automatisch in den „Neuen“, der fürderhin der „Gute“ ist.

Was die Beurteilung der Nierenfunktion angeht: Die wichtigsten Werte bei der Blutuntersuchung sind Harnstoff und Kreatinin. Das Problem bei der Diagnostik (egal ob Hund, Katze oder Mensch) ist, dass selbst wenn eine Niere ihre Arbeit komplett eingestellt hat und die zweite Niere nur noch zur Hälfte funktioniert, die Blutwerte noch völlig in Ordnung sind. Deshalb kann ein gesunder Mensch ja auch eine Niere spenden, weil selbst die Hälfte der verbleibenden Niere die „Arbeit“ problemlos verrichten kann.

Deshalb muss es immer sehr ernst genommen werden, wenn diese Nierenwerte erhöht sind, da eben erst nach massiver Disfunktion Veränderungen auftreten und es keineswegs normal ist, dass diese Werte nach Futteraufnahme erhöht sind. Mögliche Veränderungen, die durch Fütterung bedingt sind, sind schon durch entsprechende Referenzbereiche berücksichtigt.

Im Übrigen könnte man sich - speziell bei der Katze - darüber streiten, ob eine spezielle Nierendiät sinnvoll bzw. nötig ist oder nur der Beschäftigung oder Beruhigung des Besitzers dient (was manchmal durchaus angebracht sein kann) - oder evtl. in erster Linie dem Umsatz der Praxis gut tut.

Gruß

Johnny

Hallo Johnny,

vielen Dank für dein sehr interessantes Posting!

Tja, gute Frage, tut das Futter eher mir gut?? Auf jeden Fall habe ich ein gutes Gefühl, wenn er es frisst… :wink:)

Das mit den Nieren, dass eine die andere ersetzt, ohne dass man es merkt, bestürzt mich ja schon. Da ist guter Rat wohl (hahaha, kleines Wortspiel…) echt teuer…

Mein Kater ist nun schon 18 Jahre alt, und ich möchte natürlich, dass er solange wie möglich ein beschwerdefreies Leben hat.

Du kommt mir vor wie ein Fachmann, bist du zufällig Tierarzt? Hast du irgendeinen Rat für mich?

Viele Grüße
Bine

Hallo Bine,

zum Futter noch folgender Erfahrungsbericht aus Hundekreisen:

Mein alter (damals 15 glaube ich) Hund hustete häufig, was auf Wasser in der Lunge beruhte. Der erste Tierarzt behandelte zunächst medikamentös, woraufhin der Hund wie eine schlaffe Wurst in der Ecke lag, zwar nicht mehr hustete, aber auch sonst kaum noch Regungen zeigte.

Der „Konkurrenz-Tierarzt“ hat nicht auf den ersten geschimpft, aber als Alternative das Nieren-Diät-Futter angeboten, da der schlechte Abtransport zur Wasseransammlung in der Lunge führte. Er hat mir aber auch gleich gesagt, dass die Wirkung erst verzögert eintritt.

Es hat etwa ein Vierteljahr gedauert bis eine erste Besserung eintrat und ein halbes Jahr, bis der Husten komplett weg war. Und der Hund führte wieder ein altersgemäß schwungvolles Leben. Bis zu seinem Ende kam der Husten übrigens nicht wieder, obwohl ich fürs „Gschmäckle“ zum Schluss etwas Cäsar (oder wie das Zeug heisst) untermischen musste.

Deshalb würde ich die Gabe von Diätfutter (tatsächlich sauteures Zeug) nicht von vornherein verdammen. Das ist eine Entscheidung die du zuallererstfür dein Tier triffst.

Gruß
Nita

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Hallo Bine,

Tja, gute Frage, tut das Futter eher mir gut?? Auf jeden Fall
habe ich ein gutes Gefühl, wenn er es frisst… :wink:)

dann gib es ihm weiterhin, es wird ihm nicht schaden:wink:

Mein Kater ist nun schon 18 Jahre alt, und ich möchte
natürlich, dass er solange wie möglich ein beschwerdefreies
Leben hat.

Bei einer 18-jährigen Katze ist jeder Tag, an dem sie sich wohl fühlt, ein Geschenk. Wenn es meine Katze wäre, würde ich sie fressen und tun und machen lassen, was ihr Spaß macht.
In diesem Alter kann tagtäglich etwas aus dem Tritt geraten, freu dich über jeden Tag, an dem er ihr gut geht.

Du kommt mir vor wie ein Fachmann, bist du zufällig Tierarzt?

Ich bin kein Tierarzt, beschäftige mich aber beruflich u. a. auch mit Tiermedizin.

Hast du irgendeinen Rat für mich?

Genießt beide jeden Tag. Falls bei deiner Katze eine Niereninsuffizienz vorliegt, ist es am wichtigsten, dass sie am Fressen bleibt. Eiweißreduzierte Diäten, die rein theoretisch günstig wären, da weniger harnpflichtige Stoffe entstünden, bewirken bei der Katze jedoch eher das Gegenteil. Katzen haben einen sehr hohen Grundbedarf an Eiweiß, reduziert man dieses in der Nahrung zu stark, greift der Organismus körpereigene Eiweißreserven (Muskulatur) an und überschwemmt dadurch die Nieren erst recht. Füttere sie am besten mit leicht verdaulichen, möglichst „suppigen“ Dingen, die ihr gut schmecken (z. B. Geflügelfleisch mit Reis). Von der Fa. Vetoquinol gibt es einen Futterzusatz (Ipakitine), der einen Teil der nierenbelastenden Stoffe schon im Magen- Darmtrakt bindet, so dass diese via Kot ausgeschieden und dadurch die Nieren entlastet werden. Wir haben etliche „Nieren-Katzen“, denen dieser Zusatz anscheinend sehr gut tut. Medikamente, die ursächlich an der Niere etwas „reparieren“, gibt es leider nicht - deshalb bleibt im Falle einer Insuffizienz beim Menschen ja auch nur die Dialyse bzw. Transplantation.

Ich wünsch euch alles Gute

Johnny

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