Katzen als Mäusefänger halten - 'art'gerecht?

Hallo!

Hab da mal eine allgemeine Frage an euch. Und zwar würde mich der moralische Aspekt interessieren, neben der grundsätzlichen Antwort, ob dies eine artgerechte Haltung ist.

Kann man Katzen ausschließlich draußen halten, wenn Nebengebäude (Bauernhof) zur Verfügung stehen, in die die Katzen rein können? Sie würden rein als „Mäusefänger“ gehalten werden.
Kastration wäre selbstverständlich, ebenso Impfung und tierärztliche Versorgung. Natürlich würde man die Katzen nicht „wild“ werden lassen, also Ansprache und Zuwendung durch die Hofbesitzer wäre schon gegeben.
Im Grunde würde es den Katzen also an nichts fehlen, außer eben dass sie in’s Haus dürfen.

Ist dies ein für die Katze artgerechtes, „gutes“ Leben oder würde ihr etwas fehlen?
Wie seht ihr so eine Haltung für euch persönlich? Findet ihr es verwerflich?

Ich strebe keine Diskussion darüber an, ob es nicht eine mögliche Lösung wäre, die Katzen doch in’s Haus zu lassen, das soll hier nicht das Thema sein.
Es geht mir wirklich rein um eure Meinung bzgl. der oben beschriebenen Haltung.

Danke für eure Beiträge!

Grüße!
Sandra

hallo,

Hab da mal eine allgemeine Frage an euch. Und zwar würde mich
der moralische Aspekt interessieren, neben der grundsätzlichen
Antwort, ob dies eine artgerechte Haltung ist.

katzen kennen im allgemeinen keine moral.

Kann man Katzen ausschließlich draußen halten, wenn
Nebengebäude (Bauernhof) zur Verfügung stehen, in die die
Katzen rein können? Sie würden rein als „Mäusefänger“ gehalten
werden.

ja, selbstverständlich! alles andere entspricht nicht ihrer natur.

Kastration wäre selbstverständlich, ebenso Impfung und
tierärztliche Versorgung. Natürlich würde man die Katzen nicht
„wild“ werden lassen, also Ansprache und Zuwendung durch die
Hofbesitzer wäre schon gegeben.

ob du die katzern allerdings dazu bewegen kannst, deine ansprache und zuwendung zu tolerieren, weiß ich nicht.
wie haben mal ein paar jahre auf einem bauernhof gelebt. dort gabe es viele katzen aber nur 2 davon waren hauskatzen (ich aber auch jederzeit raus konnten!). die anderen gingen aus und ein, wohnten im stall oder in der scheune, einige waren sehr scheu und ließen sich nicht anfassen. aber so ist das eben.

Im Grunde würde es den Katzen also an nichts fehlen, außer
eben dass sie in’s Haus dürfen.

Ist dies ein für die Katze artgerechtes, „gutes“ Leben oder
würde ihr etwas fehlen?

nein.

Wie seht ihr so eine Haltung für euch persönlich? Findet ihr
es verwerflich?

ich finde es verwerflich, wenn katzen in wohnungen gehalten werden und nicht raus können.

gruß
ann

Aber sicher doch!
Hallo Sandra,

sofern grundsätzlich für ihre Gesundheit gesorgt ist, ist das das Artgerechteste, was einer Katze passieren kann - eine Katze braucht keine Menschen, um glücklich zu sein. Sehr wohl aber andere Katzen.

Sinnvoll wäre allerdings, die Katzen zuzufüttern - nur Katzen in einem guten Ernährungs- und Gesundheitszustand sind auch gute Mäusefänger.

Wenn Du möchtest, dass die Katzen menschenbezogen werden, solltest Du auch in Erwägung ziehen, den Katzenmüttern nebst ihren Jungen in der Anfangszeit den Aufenthalt im Haus zu gestatten, da in der Regel nur Katzen, die in der Prägungsphase engeren Kontakt zu Menschen haben, wirklich handzahm werden. Ob das die - eventuell halbwilden - Katzenmamas aber mitmachen, steht auf einem anderen Blatt … ;o)

Schnurrige Grüße

=^…^=

katzen kennen im allgemeinen keine moral.

Die wohl nicht. Aber diverse tierliebe Menschen, die einem wohl am liebsten den Kopf ausreißen, wenn sie von so einem Vorhaben erfahren - denn, die armen Miezis und wo sollen sie denn draußen hin, die wollen doch beim Menschen sein und auf der Couch kuscheln…

ob du die katzern allerdings dazu bewegen kannst, deine
ansprache und zuwendung zu tolerieren, weiß ich nicht.

Nun, wie sie sich dann entwickeln, ist natürlich nicht voraussehbar. Wäre dann aber auch Kätzchens Entscheidung und somit könnte man doch den „Betreuer“ nicht im negativen Sinn dafür verantwortlich machen - oder?

die anderen gingen aus und
ein, wohnten im stall oder in der scheune, einige waren sehr
scheu und ließen sich nicht anfassen. aber so ist das eben.

Na ja, schwierig würde sich da aber wohl die tierärztliche Versorgung darstellen… man kann die Katzen doch nicht jedes Mal mit Lebendfallen einfangen… fände ich persönlich etwas anstrengend.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass sie so schnell das Vertrauen verlieren, wenn man von klein auf darauf achtet, sie an den Menschen zu gewöhnen und sie durch regelmässige Futtergaben „nahe“ hält.

Danke für deine Meinung!

Grüße!
Sandra

Ja owT
.

Hallo!

Sinnvoll wäre allerdings, die Katzen zuzufüttern - nur Katzen
in einem guten Ernährungs- und Gesundheitszustand sind auch
gute Mäusefänger.

Ja, das hatte ich wohl vergessen zu erwähnen. Natürlich würden die Katzen zusätzlich gefüttert werden, allein schon um den Kontakt zum Menschen aufrechtzuerhalten.
Wenn Katzen SEHR gut genährt sind, fangen sie dann trotzdem noch Mäuse? Ist ja wurscht, ob sie sie fressen - es geht ja nur um’s Töten der Plagegeister.

Wenn Du möchtest, dass die Katzen menschenbezogen werden,
solltest Du auch in Erwägung ziehen, den Katzenmüttern nebst
ihren Jungen in der Anfangszeit den Aufenthalt im Haus zu
gestatten, da in der Regel nur Katzen, die in der
Prägungsphase engeren Kontakt zu Menschen haben, wirklich
handzahm werden.
Ob das die - eventuell halbwilden -
Katzenmamas aber mitmachen, steht auf einem anderen Blatt …

Nun, die Katzenkinder würden wohl von einem privaten Haushalt geholt werden, im Frühjahr stehen ja immer genug in der Zeitung. Das dann erst, wenn die Kleinen so 12 - 14 Wochen alt sind, schon kräftig genug um draußen leben zu können.
Wenn bis zu diesem Alter ein positiver und dauernder Kontakt zu wohlwollenden Menschen gegeben ist und auch die Mutterkatze nicht scheu sondern menschenbezogen ist - wären die Voraussetzungen dann besser, dass auch die Kleinen nicht scheu werden?

Herzlichen Dank für die Antwort!

Grüße!
Sandra

Hallo Sandra,

Wenn Katzen SEHR gut genährt sind, fangen sie dann trotzdem
noch Mäuse?

nun, unsere durchgeknallte Kleine darf ins Haus und schlabbert uns im Zweifelsfall die Sahne vom Kuchen - aber sie fängt trotzdem Mäuse aller Art, Vögel, Hamster, Schlangen … ;o)

Nun, die Katzenkinder würden wohl von einem privaten Haushalt
geholt werden, im Frühjahr stehen ja immer genug in der
Zeitung. Das dann erst, wenn die Kleinen so 12 - 14 Wochen alt
sind, schon kräftig genug um draußen leben zu können.

Das ist das perfekte Alter - bis dahin haben sie alles gelernt, was sie von ihrer Mama lernen können, und beginnen auch natürlicherweise, sich von selbiger abzunabeln.

Wenn bis zu diesem Alter ein positiver und dauernder Kontakt
zu wohlwollenden Menschen gegeben ist und auch die Mutterkatze
nicht scheu sondern menschenbezogen ist - wären die
Voraussetzungen dann besser, dass auch die Kleinen nicht scheu
werden?

Ja.

Wenn Du allerdings besonders gute Mäusefänger haben möchtest, solltest Du Dir die Katzen auch von einem Bauernhof holen - dann haben sie auch alles dafür Notwendige von der Frau Mama gelernt (wie man an unserer Kleinen sieht).

Beste Grüße

=^…^=

Hallo Sandra,

meine Katzen leben seit Jahrzehnten so:

Sie kann völlig ihrer Natur entsprechend leben

  • kann jagen und die Beute als natürliche Nahrung genießen
  • kann gehn wohin und wann sie will
  • kann Sozialkontakte suchen und pflegen wie sie will

aber die Härten eines Lebens einer Wildkatze bleiben ihr erspart.

  • immer ein kuscheliges und warmes Plätzchen im Heu
  • immer zusätzliches Futter, nie Hunger leiden
  • Krankenpflege, wenn es nötig ist

dazu noch Zuwendung und Kuscheleinheiten, nicht wenn Katz soll, sondern wenn Katz möchte.

Ein Leben wie es schöner nicht sein kann. Tun und lassen können wie man möchte, seinen Hobbys und Leidenschaften nachgehen, Zuwendung und Liebe bekommen und sich nie um das täglich Brot sorgen müssen.

Welcher Mensch träumt nicht davon so leben zu können wie eine Hofkatze es kann?

Voraussetzung ist natürlich, daß sich der Mensch auch um Katz kümmert und sie nicht als vernachlässigte halbwilde Katze leben muß.

Gruß Steffi

Hallo Sandra,

Wenn Katzen SEHR gut genährt sind, fangen sie dann trotzdem
noch Mäuse?

Na klar! Jagen ist Katzens Leidenschaft!

Notfalls werden die Mäuse einfach tot liegengelassen.
Findest du tote Mäuse, die nicht gefressen werden, reduziere das Zufutter etwas. Nicht nur weil eine Katz die nicht pappensatt ist, jagdlich mehr motiviert ist, sondern auch weil mehr gefressene Mäuse & Co mehr natürliche Nahrung sind und somit einigen Zivilisationskrankheiten vorgebeugt wird.

Gruß Steffi

Ich strebe keine Diskussion darüber an, ob es nicht eine
mögliche Lösung wäre, die Katzen doch in’s Haus zu lassen, das
soll hier nicht das Thema sein.

DAS ist aber genau das Problem wenn es Ärger mit solchen Haltungen gibt.
Meine Katzen dürfen rein und raus wie sie wollen, sind aber freiwillig und naturgemäß erheblich mehr draußen unterwegs im Stall, auf den Wiesen, zwischen den Silos des Nachbarn, und fangen da Mäuse, die unkastrierte bekommt auch freiwillig ihren Nachwuchs draußen bzw höchstens auf dem Dachboden - das ist alles völlig ok und tiergerecht, solange trockene warme Stellen genug vorhanden sind, gern zB Viehställe.

AAAaaber - wenn Du statt Bauern Tierschützer als Nachbarn hast, selbsternannte Katzenfreunde und ~befreier mit Hang zum Gnadenhof für dreibeinige Wohnungskatzen aus Mittelportugal oder ähnliche Abartigkeiten, dann kann das schon sein, daß Dir die Tiere sogar „aus Mitleid“ geklaut („befreit!“) werden (im ernst, schon erlebt!). Rein rechtlich ist allerdings gar nichts zu wollen, schlimmstenfalls hetzen solche Typen Dir den Amtsvet auf den Hals (der MUSS kommen, auch wenn er nicht will), und danach hast Du dann ein für alle mal Deine Ruhe.

Hilfreich in solchen Gegenden ist es meist auch, den örtlichen Bäcker „zu impfen“, und die entsprechende Tierschutz-Mafia „um Rat zu fragen“.

Gegen die Haltung als solche spricht absolut nichts!

Ach so, PS: FUTTER sollte aber schon gegeben werden, allein von Mäusen und Vögeln können sich Katzen aufgrund der Zuchtgeschichte (und der Verpflichtung zur Schadnagerbekämpfung) nicht ernähren!

Hallo Sandra,
ich weiß nicht, warum immer so über die Tierschützer gescholten wird, ich arbeite selbst in einem Tierheim, ehrenamtlich.
Vielleicht kannst Du ja in Erwägung ziehen, kastrierte, aber scheue Katzen aus dem Tierheim zu übernehmen?
Die würden sich bestimmt unheimlich über das Angebot freuen. Die Tierheime sind überfüllt mit Katzen und davon sind einige Menschen gegenüber scheu, aber fühlen sich bei solch einer beschriebenen Haltung absolut glücklich und würden als Dank dir viele Mäuse fangen.
Unser Tierheim wäre jedenfalls über solch ein Angebot glücklich!
Frag doch einfach da mal nach. Die Katzen sind kastriert, geimpft, entwurmt, gute Mäusefänger, aber keine Schmuse-Stubentiger.
Würde mich freuen.
Petra

Hallo Petra,

mal ne kurze Zwischenfrage. Wie bekommt man den Katzen den verklickert, daß sie von nun an hier wohnen? Also wie bekommt man sie domestiziert?
Wenn ich eine Katze aus dem Tierheim hole, und bei uns im Heustall laufen lasse, dann ist sie doch schneller weg, wie ich gucken kann, oder?

Wie wird das denn in der Regel gehandhabt?

Viele Grüße
Belini

Hi Belini,

wie waren damals auch auf der Suche nach einem neuen Kätzchen für unseren Reitstall und das Tierheim meinte, man müsse die Katzen eben die ersten paar Tage einsperren und füttern. In den allermeisten Fällen würden sie sich dann daran gewöhnen, am Hof zu bleiben und schon alleine wegen dem Futter immer mal wieder vorbeischauen. Man muss eben bei den scheuen Katzen drauf achten, dass man sie nicht bedrängt und ihnen das Leben möglichst angenehm macht, dann wäre es sehr, sehr selten, dass sie anschließend das Weite suchen würden.

Grüßle, Claudi

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Hi Sandra,

ich kann mich den meisten Meinungen hier (oder eigentlich allen?!) nur anschließen. Ich würde zwar eine Katze nicht nur draußen halten wollen (alleine zu meinem Wohl, weil ich z.B. eine Katze, die mit mir im Bett kuschelt, unersetzlich finde :wink: ) aber artgerecht wäre es auf alle Fälle, solange die Katze zusätzlich gefüttert wird, notfalls tierärztlich versorgt und eben ein warmes Plätzchen hat. Ich kenne viele glückliche Katzen hier in der Umgebung (sowohl in der Nachbarschaft, als auch am Reitstall), die nicht ins Haus kommen, sondern entweder komplett draußen sind oder aber sich im Stall ein ruhiges Plätzchen bei Bedarf suchen. Diese Katzen scheinen mir alle äußerst glücklich und zufrieden mit sich und der Welt (und den Mäusen auf dem Feld, und den Hunden, die sich so toll ärgern lassen…) und jede von denen holt sich ihre Streicheleinheiten, wenn sie es möchte. Ich denke, dass auch Kätzchen, die im Stall aufgezogen werden, normalerweise sehr „handzahm“ werden, solange Du Dich während dem Heranwachsen mit ihnen beschäftigst. Bei den Stallkatzen in unserem damaligen Reitstall war das immer so und die musste man in ihren ersten Wochen über die Leiter unter’m Scheunendach besuchen :smile:

Wenn ihr also die Begebenheiten habt, kann ich die kommenden Kätzchen bei euch nur beglückwünschen :wink:

Grüßle, Claudi

Hallo

AAAaaber - wenn Du statt Bauern Tierschützer als Nachbarn hast, selbsternannte Katzenfreunde und ~befreier mit Hang zum Gnadenhof für dreibeinige Wohnungskatzen aus Mittelportugal oder ähnliche Abartigkeiten, …

Wieso ist es abartig, verkrüppelten Tieren einen Gnadenhof zu bieten?

dann kann das schon sein, daß Dir die Tiere sogar „aus Mitleid“ geklaut („befreit!“) werden (im ernst, schon erlebt!).

Wieso sollten Tierschützer etwas gegen so eine Tierhaltung haben?
Wegen der Mäuse??

Viele Grüße

Für die Mäuse nicht. owt.

Hallo Simsy Mone,

für eine Maus ist es durchaus artgerecht als Katzenfutter zu sterben.

Nur weil wir zivilisierten Menschen es uns leisten können von der Natur abzuweichen, werden sich die Naturgesetze nicht ändern.

Gruß Steffi

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Hallo!
Früher hatten wir 3 Katzen, die nur draußen gelebt haben, sie waren zu scheu um sich anfassen zu lassen. Es gab also gar keine andere Möglichkeit für die 3.
Nach meinem Umzug wohnten hier 2 Katzen, die auch nur draußen gehalten wurden. Den Kater konnte ich dazu bewegen ins Haus zu kommen, aber die Katze hat sich nie getraut.
Eine zahme Katze oder eine junge Katze würde ich nie für so eine Haltung anschaffen, aber es gibt genug scheue Bauernhofkatzen in Tierheimen, die nicht ins Haus vermittelt werden können.

Grüsse Ali

Wir empfehlen auch, die Katzen einige Zeit (das ist recht unterschiedlich, je nach Katze und Gegebenheiten) einzusperren. Es muss nicht das Wohnhaus sein, es genügt auch ein abgetrennter Bereich in der Scheune, sofern möglich.
Danach bleiben die Katzen da. Am Anfang füttern, wenn sie dann frei sind, dazufüttern.
Petra