Katzen lernfähig in Bezug auf gefährl. Situationen

Hallo!

Meine Nachbarn haben zwei Kater, die Freigang haben. Jetzt hat es einen der Beiden - sehr zutraulich und in der Nachbarschaft bekannt, weil er auch oft Nachbarn zu Hause besucht - auf der (nicht grad um die Ecke liegenden) Hauptstraße erwischt und ist angefahren worden. Der Tierarzt hat jetzt behauptet, der Kater wird nichts daraus lernen und es kann durchaus wieder passieren.

Jetzt überlegen die Besitzer den Verunglückten wegzugeben, jetzt wo er fast wieder genesen ist. Der andere ist ängstlicher und hat keinen so großen Radius, er bleibt fast ausschließlich im Garten.

Ich frage mich nun, ob es sinnvoll ist die Beiden (3 Jahre alt, Brüder) zu trennen? Lernt eine Katze denn nicht daraus, wenn sie angefahren wurde? Die Meinungen sind da scheinbar geteilt.

Wie ist Eure Einschätzung oder habt ihr da selbst Erfahrungen gemacht?

Lieben Dank und viele Grüße
Liane

Hi,

Ich frage mich nun, ob es sinnvoll ist die Beiden (3 Jahre
alt, Brüder) zu trennen? Lernt eine Katze denn nicht daraus,
wenn sie angefahren wurde? Die Meinungen sind da scheinbar
geteilt.

es ist nicht so, dass eine Katze die Gefahr nicht erkennt, die in einem fahrenden Auto besteht. Drum laufen sie ja davor weg. Es ist aber so, dass Tiere die Geschwindigkeit eines Autos nicht abschätzen können, ebensowenig wie kleine Kinder. Bei Kindern entwickelt sich das Gehirn mit der Zeit und sie sind fähig, aus Erfahrung etc. die Geschwindigkeit irgendwann einzuschätzen. Bei Tieren ändert sich nix mehr, die können es nicht lernen.

Allerdings finde ich es auch hart, die Tiere zu trennen. Dem anderen kann es genauso passieren - mir wurde vor gut 20 Jahren ein Kater übefahren, der sogar guckte, ob irgendwo ein Auto kommt und nur lief, wenn nix zu sehen war.

Ich würde die Tiere entweder drin halten oder in Freihaltung geben, wo keine Hauptstraße in der Nähe ist - aber nicht trennen!

Gruß
Cess

Hallo Liane,

also Katzen sind prinzipiell durchaus lernfähig, ein Bekannter von mir ist blind, er tritt die Katzen gnadenlos weg, wenn sie ihm vor den Füßen rumstehen. Das haben sie ganz fix gelernt und gehen nun rechtzeitig auf Seite. Das nur mal so ganz allgemein zur Lernfähigkeit, was „ankommende Gefahren“ angeht.

Wie mein Vorschreiber schon sagte, ist das Problem eher die Geschwindigkeit der Autos. Der einzige Lerneffekt, der in dieser Situation etwas bringen würde, wäre wenn der Kater nun die Straße gänzlich meidet. Ob er das macht, hängt aber wohl noch von anderen Faktoren ab - war er nur mal neugierig, was es da hinten so gibt (und er hat jetzt gesehen, dass es da einfach nur weh tut) oder hielt er sich regelmäßig dort auf und zählt die Straße zu seinem Revier, dann wird er es nicht aufgeben. Um das herauszufinden, müsste man ihn aber erst mal wieder raus lassen, klar.

Die beiden zu trennen halte ich für nicht fair. Was können denn die Katzen dafür (es würden schließlich beide leiden), dass da vorne Autos fahren? Auch ehemalige Freigänger zu Wohnungskatzen umzufunktionieren, kann nicht im Sinne des Wohlergehens der Katzen sein. Der Mensch denkt: „doch, ich sorge ja dafür, dass sie länger leben“, ich bin aber sicher, dass sich eine Katze weniger Gedanken darüber macht, wie lange sie lebt, eher darüber, wie gut oder schlecht es ihr im Moment geht. Eine lang lebende, leidende Katze finde ich bedauernswerter als eine kurzlebende, glückliche. Katzen sind ortsverbundene Tiere - eine Weggabe zu anderen Menschen ist für Katzen nicht so schlimm wie für Hunde, aber den Ort wechseln zu müssen, ist für Katzen i.d.R. etwas Grauenvolles. Was ich sagen möchte: Mal den Menschenverstand ausschalten und das Leben versuchen aus den Augen einer Katze zu sehen.

Ich persönlich (auch zwei Katzen, Straße 300 Meter entfernt, eine Katze bleibt auf dem Grundstück, die andere weiß ich gar nicht, wie weit sie weggeht) würde gar nichts ändern. Ich weiß, die Katzen haben bei mir ein gutes, freies Leben, ich würde sie nie trennen, weil ich Angst habe, dass der einen etwas zustoßen könnte (die Angst habe ja bloß ich, nicht die Katze). Es mag hart klingen, aber wenn es so kommen sollte, dass etwas passiert, dann kommt es so. Dann muss ich da durch, dann muss die verbliebene Katze da durch, aber ich weiß, dass es bis dato glückliche, freie Katzen waren. Man kann eben nicht alles, was man liebt vor allen Gefahren beschützen - auch nicht durch weggeben. Vielleicht hinkt der Vergleich ein bißchen, aber Großstadteltern geben ihre Kinder auch nicht weg, weil es in der Stadt mehr Kriminalität und Autos gibt - die Kinder wollten das nämlich auch nicht, trotz der Gefahren.

Mücke

Für den Satz:

Der Mensch denkt: „doch, ich
sorge ja dafür, dass sie länger leben“, ich bin aber sicher,
dass sich eine Katze weniger Gedanken darüber macht, wie lange
sie lebt, eher darüber, wie gut oder schlecht es ihr im Moment
geht.

gebe ich dir ein fettes Sternchen. Ich seh es im Prinzip genauso, auch wenn es mir immer noch ein bisschen schwer fällt, meine beiden so ganz alleine draußen rumlaufen zu lassen (heute das erste Mal ganztägig, in den letzten Wochen war immer jemand zuhause). Natürlich sollte trotzdem ein bisschen gesunder Menschenverstand dahinter stecken, sprich, an stark befahrenen Straßen würde ich mir keine Katzen anschaffen …

Gruß
Cess

Hallo Cess,

Natürlich sollte trotzdem ein
bisschen gesunder Menschenverstand dahinter stecken, sprich,
an stark befahrenen Straßen würde ich mir keine Katzen
anschaffen …

Äh, ja natürlich. Das sollte keine Aufforderung sein, dass Jedermann, egal, wo er lebt, Katzen „glücklich machen“ soll :wink:

Danke für die Blumen
Mücke

Zur Lernfähigkeit
Hallo Liane,

unser Kater ist genau einmal von der Fensterbank im ersten Stock gefallen (glücklicherweise nichts weiter passiert). Seitdem hat er Angst, die Fensterbank zu betreten. Ich denke, dass ihm das kein zweites Mal passiert.

Klio

Hi,

unser Kater ist genau einmal von der Fensterbank im ersten
Stock gefallen (glücklicherweise nichts weiter passiert).
Seitdem hat er Angst, die Fensterbank zu betreten. Ich denke,
dass ihm das kein zweites Mal passiert.

richtig, Gefahrenquellen erkennen können sie lernen. Wie jetzt aber schon öfter gesagt wurde: Einschätzen können sie nicht lernen. Wenn die Katze nicht die Straße sondern die Autos als Gefahr einstuft, kann es immer wieder passieren, weil sie den Autos eben nicht „entkommen“ kann.

Fensterbänke sind übrigens per se eine Gefahr für Katzen und sollten daher gesichert werden - allein schon, weil die Tiere da abrutschen können (passiert oft genug). Es gibt genug Gefahren, die man als Halter von vornherein ausmerzen kann, ohne das Tier einzuschränken.

Gruß
Cess

Hi,

Fensterbänke sind übrigens per se eine Gefahr für Katzen und
sollten daher gesichert werden - allein schon, weil die Tiere
da abrutschen können (passiert oft genug).

Absichern? Wie geht das denn?
Meine beiden lieben eine bestimmte Fensterbank, die haben sie sich gegen meinen Willen erkämpft, die ehemals draufstehenden Kakteen haben sie fein säuberlich entfernt, sprich auf mein darunter stehendes Bett geworfen, nachdem sie das ein paar Mal gemacht haben, habe es dann auch ich endlich begriffen und ihnen dies Fensterbank gelassen.

Es gibt genug
Gefahren, die man als Halter von vornherein ausmerzen kann,
ohne das Tier einzuschränken.

Das stimmt natürlich, aber wie bei kleinen Kindern auch, vor allem kann man sie nicht bewahren.

Gruß
Renate

Hey,

Absichern? Wie geht das denn?

ich hatte in meiner alten Wohnung ein Katzennetz vorm Fenster (http://www.jezirah.de/ricoelvis). Da konnte ich das Fenster sperrangelweit auflassen und die beiden konnten die Fensterbank trotzdem nutzen.

Gruß
Cess

Gemeint war die Fensterbank außen - owT.

Hi,

Absichern? Wie geht das denn?

ich hatte in meiner alten Wohnung ein Katzennetz vorm Fenster
(http://www.jezirah.de/ricoelvis). Da konnte ich das Fenster
sperrangelweit auflassen und die beiden konnten die
Fensterbank trotzdem nutzen.

Ahja, sehr praktisch, wenn man keinen Balkon hat oder als nette Zugabe :smile:
Danke für die Antwort und Gruß
Renate

Hi!
Okay! Ich saß wohl auf der Leitung!
Gruß
Renate

Hey,

Ahja, sehr praktisch, wenn man keinen Balkon hat oder als
nette Zugabe :smile:

genau das war mein Problem seinerzeit. :smile:

LG
Cess

Hallo, ich habe selbst 5 Katzen und möchte daher auch keine anderen überfahren. Daher beobachte ich alle Katzen, die ich mit dem Auto überfahren könnte, sehr genau. Dabei ist mir schon mehrfach aufgefallen, dass manche Katzen, wenn sie erkennen dass sich ein Fahrzeug nähert, am Straßenrand stehen bleiben und warten bis die Fahrzeuge vorbei sind. Das funktioniert denke ich aber nur auf wenig befahrenen Straßen. Wo viel Verkehr ist nützt das Warten nichts und sie laufen eben los. Gruß Stephan

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