Katzenhaltung des Nachbarn + Beschwerde

Hallo, ihr.

Ich möchte euch mal schildern, wie mein Nachbar seine beiden Kater hält. Ich wüsste einfach gern eure Meinung dazu!

Mein Nachbar wohnt seit einigen Monaten in einer WG in einem Fachwerkhaus mit noch 2 Leuten. Jeder hat nur ein Zimmer, und er sollte die Kater nicht mit in die Wohnung nehmen, als er einzog. Ihm war die WG aber wichtig, so ist er trotzdem eingezogen.

Mit den Katern hat er es so versucht:
Zu dem Fachwerkhaus gehört eine kleine Scheune mit 5 Räumen. Sie wird nicht benutzt, es steht allerlei altes Gerät darin, Regale, viel Holz, allerdings kein Heu oder sowas; es gibt mehrere Fenster (also keine dunkle Bude).

Dort sind die beiden Kater den ganzen Tag. Sie sind Geschwister und verstehen sich gut miteinander. Mein Nachbar geht jeden Tag zwei Mal mit seinen Katern für jeweils ca eine Stunde in den Garten. Er sitzt dabei und die Kater tollen herum. Ihm ist die Aufsicht wichtig, weil es leider zwei Straßen ganz nah gibt, wo die Kater wohl hinlaufen würden - der Garten ist völlig offen.

Sonst geht mein Nachbar noch dreimal zu den Katern hinein und bringt ihnen Futter und Wasser und macht Klos sauber. Sie haben da auch Spielrollen, Körbchen und Decken.
Für den Winter hat er ihnen sogar einen Ofen reingestellt und ihn mit Blechen feuersicher gemacht und vom Schornsteinfeger absegnen lassen.

Mir hat er mal erzählt, dass die Kater Wohnungskater gewesen seien, von Geburt an. Nur hätten sie immer wieder protestgepinkelt, alle beide, als er sie noch in seiner alten Wohnung bei sich oben hatte. Seit seinem Umzug ist das völlig weg. Keiner pinkelt mehr. Die Kater kommen ihm viel entspannter vor.

Trotzdem schämt er sich, dass er sie quasi nicht „in seinem Wohn-Alltag integriert“ hat. Er bekam nämlich Besuch von einer Tierschützerin, die meinte, hier würden zwei Kater eben auf diese Weise vernachlässigt.
Jetzt meint er, dass er es vielleicht doch alles falsch macht.

Dazu, dass die Pferde im Dorf den ganzen Tag im Stall in der Box stehen und nur 1x bewegt werden sagte die Tierfrau nichts, das sei normal. Aber bei den Katzen - das sei Vernachlässigung.
Mein Nachbar ist völlig verunsichert - deswegen poste ich hier für ihn.

Ich wüsste schrecklich gern eure Meinung dazu!!!

Dank an alle, die sie kundtun :smile:
Kassandra

habs gerade gelesen und sage: mir fällt nichts dazu ein außer, dass ich beantrage, dass die „Tierschützerin“ für jeden Fall erneuter Einmischung eine Woche in einer Pferdebox zu halten ist mit nicht mehr als einmal Auslauf pro Tag unter Aufsicht.

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Hallo Kassandra,

so wie Du es schilderst, finde ich auf Anhieb nichts, was gegen die Haltung der Katzen auf diese Art sprechen sollte.

Wenn sie wirklich genügend Platz in der Scheune haben, um zu toben, um vor dem anderen abzuhauen, sich zu verkriechen, wenn es Stunk gibt etc., sie regelmäßig Futter und Wasser bekommen, die Hygiene und medizinische Versorgung sichergestellt ist, fehlt den Katzen doch nichts. Gut, der Kontakt zum Menschen beschränkt sich auf die Spielzeit, aber genau genommen brauchen Katzen ja keinen run-um-die-Uhr-Menschen, um glücklich zu sein.

Da sollte sich die Tierschützerfrau wohl mal lieber um die vielen wirklich vereinsamten Katzen in Wohnungshaltung kümmern, mit denen niemand spielt, die keine Kratzbäume und Rollen haben, geschweige denn einen Spielgefährten.

Nichts jetzt allgemein gegen Tierschützer, sie leisten wichtige und gute Arbeit, aber alle die ich bisher kennen gelernt habe, sind doch auch immer wieder gerne über ihr Ziel hinausgeschossen.

Ach ja, ein problematischer Grund den ich jetzt doch finden kann:
Wenn die Katzen sich verletzen, bekommt man es in der Scheune schlechter mit als in der eigenen Wohnung. Allerdings kann man dann ja auch allen Berufstätigen die Katzenhaltung verbieten.

Mücke

Hallo Kassandra,
eins weiß ich ganz sicher aus bester Quelle: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter eines Katzenhilfevereins würden sich alle zehn Finger danach lecken, solch eine Unterbringung für geschundene und wieder aufgepäppelte Tiere zu finden. Die Katzen scheinen sich sehr wohl zu fühlen, sonst würden sie doch beim Gartenbesuch schnellstens die Mücke machen.
Falls sich der Herr Nachbar gegen die sogenannte Tierschützerin absichern will, soll er sich doch mal an seinen nächstliegenden Katzenhilfeverein wenden. Meiner Erfahrung nach bekommt man dort auf sehr freundliche Weise jede Auskunft, die man braucht.

Susanne

Hallo, ihr.

Miau.

Nur, weil jemand Tierschützer zu sein vorgibt, beweist das noch nicht die notwendige Qualifikation, um Tierhaltung beurteilen zu können. Von Pferden verstehe ich nix [außer, dass sie als Frikadelle gut schmecken *eg*], aber wenn die Dame diese Art Haltung gut heißt, disqualifiziert sie sich selbst.

Und dass die Katzenhaltung in einer Scheune - mit Rückzugsmöglichkeiten, Katzenkumpel, warm, verpflegt und versorgt - die Haltung in einer Wohnung („Katzenzimmer“, das dann doch mehr oder weniger zum Käfig wird) um Längen schlägt, dürfte auch nicht wirklich überraschen. Ich halte das sogar für weitaus artgerechter als das Eingesperrtsein. Man bekommt dann zwar keine neurotisch auf Menschen fixierte Katze, sondern ein gesundes, verhaltens"normales" Tier: aber das muss nicht unbedingt stören :wink:

Gruß Eillicht zu Vensre
*rrrrr*

Hm, also insbesondere aufgrund der Tatsache, daß genau so ein Umzugsopfer derzeit total verängstigt bei uns in der Box sitzt, weil er sich in seiner Verzweiflung erdreistet hat auf die Terrasse zu machen, wage ich jetzt mal die Meinung der anderen „Experten“ als Bullsh… zu bezeichnen… *kopfschüttel*