Katzenseuche

Hi,

traurig, aber wahr. In der näheren Umgebung grassiert bei uns diese leider tödliche Katzenkrankheit. Wir haben unser Tierchen verloren, das der Nachbarschaft ist nun auch gestorben. Ich kenne 2 Katzen der weiteren Nachbarschaft, die ebenfalls mit Sicherheit nun daran erkrankt sind (erst Fieber, dann Durchfall und Erbrechen, im Moment viel rumliegen und sich für nichts interessieren, nicht mal fürs Futter). Der Tierarzt ist machtlos, außer Ausgangs- und Kontaktsperre kann man leider nichts tun. Interessant dabei ist, das fast alle Katzen ordnungsgemäß geimpft sind. Es marschieren täglich andere Katzen durchs Revier, die sich nun auch anstecken könnten oder bereits haben. Kann man dem Einhalt gebieten oder raffts hier dann doch fast alle Katzen hin? Sind die Viren so resistent, das Mensch sie weiterschleppen kann (Freund oder Bekannte bis hin zu deren Stubentigern)? Wie lange ist die Inkubationszeit? Kann man mit Sicherheit feststellen, ob Katze an der Krankheit leidet und dies möglichst früh, gibt es da noch Rettung?

Gruß
André

Ich glaube, da gibt es eine Schutzimpfung.

Hallo André,

das klingt ja gar nicht gut … hier ein paar Infos über den Erreger, er ist leider extrem widerstandsfähig. Wenn Dein kleiner Kater daran gestorben ist, solltest Du in Deiner Wohnung auch für ca. 6 Monate keine neue Katze aufnehmen:

„Die Katzenseuche ist in ihrer Häufigkeit seit der Einführung der Impfung zurückgegangen. Ausbrüche beobachtet man heute bei ungeimpften oder nicht ausreichend geschützten Katzen jeden Alters. Ihr Erreger ist ein Virus, das in der Außenwelt extrem wiederstandsfähig ist und Jahre überleben kann. Die Katzenseuche wird darum nicht nur durch direkten Kontakt mit einem kranken Tier übertragen, sie kann auch vom Menschen mit dem Schuhwerk, der Kleidung, den Händen oder mit Gegenständen, die für mehere Katzen benutzt werden, eingeschleppt werden. Wie bei den meisten Viruskrankheiten der Katze gibt es auch bei der Katzenseuche gesunde Virusausscheider als weitere Ansteckungsquelle. Typisch ist das plötzliche Auftreten der ersten Symptome: Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unlust. Zu diesem Zeitpunkt haben die Katzen sehr hohes Fieber. Kurz darauf erbrechen die Tiere massiv, zunächst Reste der letzten Mahlzeit, bald nur noch Schleim und Galle. Überleben sie dieses Stadium, so kann sich ein schwerer, beinahe unstillbarer Durchfall einstellen, der Blut und Darmschleimhautfetzten enthalten kann. Erbrechen und Durchfall führen zu einer raschen Austrocknung, einem deutlich sichtbaren Verfall und letztlich zum Tode. Behandlung der Katzenseuche ist aufwendig und nicht immer möglich. Ein Impfstoff ist vorhanden. Impfschema: 1.Impfung ab der 8 Lebenswoche, 2.Impfung nach 3-4 Wochen, dann 1 mal im Jahr Auffrischung. ( In Problembeständen ist eine 3.Impfung in der 16 Woche möglich). Außerdem existiert ein Antikörperserum zum Schutz von Kitten unter 8 Wochen in Problembeständen.“

Die Frage ist, ob alle „geimpften“ Tiere wirklich korrekt (mit Grundimmunisierung und Auffrischung) geimpft waren. Vielleicht ist aber auch eine Variante der Panleukopenie aufgetreten. Vielleicht weiß Johnny da mehr, er kennt sich ja sehr gut aus.

Gruß,

Myriam


Die Frage ist, ob alle „geimpften“ Tiere wirklich korrekt (mit
Grundimmunisierung und Auffrischung) geimpft waren. Vielleicht
ist aber auch eine Variante der Panleukopenie aufgetreten.
Vielleicht weiß Johnny da mehr, er kennt sich ja sehr gut aus.

Hallo Myriam,

deiner Ausführung über die Panleukopenie ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Über eine neue Mutante, die den Impfschutz umgeht, ist mir nichts bekannt. Es gibt jedoch, wie bei allen Impfungen, so genannte „Non- Responder“. Diese Organismen geben keine Immunantwort auf den Impfstoff und bauen dadurch keinen Impfschutz auf. Das ist aber die absolute Ausnahme von der Regel.

Meiner Erfahrung nach ist die Katzenseuche inzwischen wirklich sehr selten und macht, wenn, dann hauptsächlich in besonders gefährdeten Beständen (z.B. Katzenasyle mit hoher Fluktuation ohne Quarantänemöglichkeit) ernsthafte Probleme.

Vom beschriebenen Krankheitsbild her muss man an Katzenseuche denken. Um Sicherheit zu haben empfiehlt sich eine labordiagnostische Abklärung, da die bekannten Symptome durchaus auch durch andere felinen Infektionskrankheiten verursacht werden können und anhand des klinischen Bildes oftmals keine sichere Diagnose gestellt werden kann.

Unabhängig davon bleibt therapiemäßig wenig außer symptomatischer Behandlung und die Gabe von Panleukopenieserum.

Gruß
Johnny

Hi Johnny,

nun haben wir 4 Opfer. Davon 3 Katzen, die wirklich regelmäßig geimpft wurden. Gibt es echt Virenträger, die die Krankheit verteilen, ohne selbst zu erkranken?

Befällt die Katzenseuche bevorzugt Katzenbabys oder junge Katzen? Oder kann jede Katze jeden Alters „befallen“ werden? Der Tierarzt stellte eindeutig Katzenseuche fest. Allerdings starben die letzen beiden eindeutig an Atemlähmung, was ja eine Folge dieser Krankheit sein kann. Was kann man gegen die Viren in der Wohnung tun? Keine Katze mehr? Wie lange?

Danke
André

Hi,

ich wurde erst vor kurzem mit dem Thema Katzenseuche konfrontiert, da ich meine zwei Katzen während des Urlaubs in einer Pension hatte, die hinterher festgestellt hat, dass in ihrem Bestand Tiere an der Katzenseuche erkrankt sind.

Wichtig ist erstmal herauszufinden, ob die Tiere wirklich an der Katzenseuche erkrankt sind, denn es gibt einige Krankheiten, die sehr ähnlich verlaufen können.

Eindeutig feststellbar (auch im Frühstadium) ist diese Krankheit über eine Kotuntersuchung. Der dort zuständige Tierarzt sprach von einer neuen Behandlungsmethode die beim Menschen auch bei Krebs angewendet wird.
Die Tiere müßten 3 mal behandelt werden und die Kosten für das Medikament belaufen sich je Tier auf etwa 100 Euro.

Ich werde mich noch mal genauer kundig machen und mich dann noch mal melden.

Tschüß Kathrin

Hallo André

… Gibt es echt Virenträger, die die Krankheit
verteilen, ohne selbst zu erkranken?

Katzen, die die Panleukopenie überstanden haben (10-20%) scheiden als so genannte chronische Virusmutterschiffe noch über lange Zeit Erreger aus, ohne selbst klinische Symptome zu haben.

Befällt die Katzenseuche bevorzugt Katzenbabys oder junge
Katzen? Oder kann jede Katze jeden Alters „befallen“ werden?

Welpen und Jungkatzen sind wesentlich stärker gefährdet als erwachsene Tiere. Zum einen ist ihr körpereigenes Abwehrsystem noch nicht so ausgereift wie bei älteren Katzen, zum anderen dauert es auch einige Zeit, bis der Körper einen wirksamen Impfschutz aufgebaut hat. Häufig bestehen bei Jungkatzen aus gefährdeten Beständen Mischinfektionen mit unterschiedlichen Katzenkrankheiten (Katzenschnupfen, -seuche, FIP,…).

Der Tierarzt stellte eindeutig Katzenseuche fest. Allerdings
starben die letzen beiden eindeutig an Atemlähmung, was ja
eine Folge dieser Krankheit sein kann. Was kann man gegen die
Viren in der Wohnung tun? Keine Katze mehr? Wie lange?

Panleukopenieviren sind sehr widerstandsfähig. Rein theoretisch können noch nach Jahren Erreger vorhanden sein. Es spielen der Infektionsdruck in der Umgebung und die Konstitution der Katze eine entscheidende Rolle. Ich würde schon einige Wochen mit der Neuanschaffung warten. Alles was waschbar ist, möglichst heiß waschen, was transportabel ist möglichst lange in die Sonne stellen. Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit an eine durchggeimpfte, nicht mehr ganz junge Katze zu kommen.
Der Impfschutz gegen Katzenseuche ist in aller Regel sehr sicher, weswegen ich immer noch leichte Zweifel in Bezug auf die geimpften verstorbenen Tiere hege, ob da nicht doch noch etwas anderes mit dahinter steckt.

Alles Gute
Johnny

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Hallo,

ich habe nochmals mit dem Tierarzt gesprochen. Das Medikament heißt „Interferon“ und ist von der Firma „Viebac“. Es ist kein Wundermittel, aber das einzige, was momentan (seit ca. 1 Jahr)gegen die Katzenseuche auf dem Markt ist.

Gruß Kathrin