Hallo,
zunächst obliegt es dem Käufer, sich im Vorfeld über das was er kaufen möchte schlau zu machen. Die Anschaffung eines Autos wird idR sehr viel sorgfältiger geprüft, als der Kauf eines Haustieres…
Man sollte sich unbedingt vor dem Kauf einer Katze mehrere Züchter (catteries) anschauen, damit man Vergleichsmöglichkeiten bekommt. Am Besten nimmt man sich auch immer jemanden mit, der sich schon auskennt (wie das beim Autokauf auch gerne empfohlen wird)
Wenn man dann Vergleichsmöglichkeiten hat, kann man den Züchter gezielter ansprechen und kann dann auch dessen background besser einschätzen, denn nicht jeder der sich Züchter nennt, hat auch die notwenige Ahnung von dem was er treibt, sei es was die Genetik angeht, oder den medizinischen Bereich. Letzterer dürfte bei denen, die wenig mit Tierärzten zu tun haben auch etwas weniger ausgeprägt sein.
Wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat, kann man auch viel besser verantwortungsbewusste Züchter von reinen Vermehrern unterscheiden.
Es ist auch hilfreich sich über die Richtlinien der einzelnen Zuchtvereine zu informieren, was vor allem dann zum Thema wird, wenn man selbst züchten möchte. Entsprechen die Richtlinien meinem Verständnis von einer verantwortungsvollen Haltung/Zucht worauf wird besonders Wert gelegt etc pp.
Woher ein Schnupfen rührt lässt sich letztlich nur durch einen Abstrich klären, meist behandeln die Tierärzte aber ohne einen solchen Abstrich, weil ja auch der Zeit braucht, schliesslich müssen die angelegten Kulturen ja auch erstmal wachsen. In dieser Zeit würden die Tiere aber unbehandelt bleiben.
Was jetzt die Infektion mit Chlamydien angeht. Ich habe auch schon mal eine Katze gekauft, bei der ständig die Augen schlimm tränten und wäre fast vom Hocker gefallen als das Ergebnis des Abstrichs da war. Chlamydien positiv.
Das war der Züchterin selbst gar nicht so aufgefallen, weil besagte Rasse ohnehin dazu neigte Tränenspuren unter den Augen zu haben. Ansonsten hatte die Katze keinerlei Symptome und dass der Abstrich gemacht wurde war eigentlich nur dem im bereich Augen erfahrenen Tierarzt (Zusatzausbildung für. Augenheilkunde am Tier)zu verdanken…der der Aussage, neben der Züchterin befände sich jemand der Hühner hält, mehr Aufmerksamkeit schenkte.
Hier eine Leidensgenossin:
http://www.hosca-kal.de/gesundheit_chlamydiose.htm
Was das Thema Hautpilze angeht wird’s schon schwieriger, weil die Katze nun mal aufgrund ihres dichten Fells und ihrer Putzgewohnheiten dafür prädesitiniert ist an Hautpilzen zu erkranken, besonders infolge übermässigem Stress. Das Hautmilleu ist dann geradezu ideal für die fiesen Plagewesen.
Es gibt noch weitere Erkrankungen die in einer cattery auftreten können, wie FIP zum Beispiel. Es muß noch nie ein Tier wirklich daran erkrankt gewesen sein, irgendwann passiert es…weil sich die Erreger unbemerkt einschleichen können und Katzen schon jahrelang Antikörper im Blut haben können, ohne dass sie je daran erkranken. Das gilt für alle Katzen jeglicher Herkunft.
Kommt so ein Fall in einer cattery vor gibt’s zunächst Zwingersperre, das heißt kein Tier verlässt auf bestimmte Zeit diese Zucht. Wie lange eine solche Sperre dauert, kann ich Dir allerdings nicht sagen. Dazu fehlen mir wiederum Erfahrungswerte.
Du wünschst Dir Zusammenhalt unter den Züchtern? Das wirst Du kaum bekommen, da sie ja letztlich Konkurrenten sind. Wenn Du Glück hast findest Du ähnlich gesinnte, die auch die gleichen Vorstellungen und Ziele haben und pro Tier eingestellt sind. Die wirst Du aber eher seltener auf Ausstellungen finden. Natürlich gehen die dann und wann auch,
denn der Titel entscheidet auch über den Preis der Nachkommen (denn die ksoten auch Geld) aber sie zerren ihre Tiere nicht zu jedem Event und verwenden das gesparte Geld lieber für die Ernährung. Da musst Du Dich aber von Stammtisch zu Stammtisch hangeln. Manchmal sinds auch die, die am anderen Ende des Landes wohnen.
Letztlich kostet ein Kitten in der behüteten Aufzucht mit allen Standardimpfungen zwischen 300 und 400 Euro…den Züchter, nicht den Käufer…da willst Du zusätzlich noch gegen alles geimpft haben, gegen was man impfen kann? Was willst Du denn dann als Liebhaber für so ein Tier ausgeben? Für die ist nämlich das Gros der Tiere die fallen, richtige Zuchtqualität auch dem Aussehen nach (auch wenn die gleichen Gene vorhanden sind) würden diese gar nicht zahlen. Ich erinnere mich zu DM Zeiten habe ich mal 2800DM für für solch ein Tier hingeblättert.
Menschen, die sich Liebhaber nennen haben zudem sehr häufig seltsame Prioritäten und stellen am Telefon immer die selbe Frage zuerst „Was sollen die denn kosten?“ das alleine lässt schon hellhörig werden, als nächstes kommt dann die Aussage „Ach Papiere brauchen wir nicht, wir wollen nicht züchten“, oder „Die Katze darf auch ruhig Fehler haben“…dann wird’s mir ehrlichgesagt ganz blümerant.
Letztlich gehe ich mit Dir zumindest darin konform, dass der Züchter wissen muß, was bei ihm los ist…und wenn sich beweisen lässt, dass diese Chlamydieninfektion schon beim Kauf bestanden hat, die Erstattung der Tierarztkosten fordern.
Wenn man ganz fies sein wollte, könnte man sich mit dem Katzenverein in Verbindung setzen, dabei sollte man aber bedenken, dass man selbst bald in dieser Kategorie zu finden sein wird und man selbst auch nicht davor geschützt ist, sich Krankheiten einzuschleppen…bye the way, was sind denn eigentlich Deine Zuchtziele?
Gruß
Maja