Kauf eines Eigenheims - Finanzierung - Planung

Hallo Leute,
ich und meine Verlobte (nächstes Jahr Frau) spielen mit dem Gedanken eine kleine DHH, Reihenhaus oder evtl. ein EFH im Preisbereich von 170T bis 210T zu kaufen. Würde mich über Eure Meinung/Empfehlung evtl. Tipps zu unserer Situation freuen!
Wir wohnen momentan zur Miete und zahlen etwa 600,- Euro (kalt) im Monat. Verdienen beide gut und könnten monatlich etwa 1000, - bis 1300Euro für eine Finanzierung erübrigen. Startkapital haben wir kaum (etwa 10T), da erst komplett neu eingerichtet.

Unsere Beweggründe für den Kauf sind:
Momentane Zinsen -> sehr niedrig, liegen bei etwa 4,5-5%
Immobilien zur Zeit günstig, da Wegfall der Stattl.Förderung
Haben beide gutbezahlte, feste Jobs…

Habe bereits mit einigen Bausparkassen gesprochen. Diese gehen bei der Finanzierung sehr ähnlich vor. Hier z.B. ein Beispiel:
Betrag 170T, wird aufgeteilt in 3 Teile. Einmal 100T zu 4,5%, einmal 35T zu 4,8% und einmal 35T zu 5,3%. Die Zinskosten wären etwa so hoch wie unsere Miete (650Eur), deshalb ok. Kräftig getilgt soll zunächst der letzte Teil mit den hohen Zinsen. Die ersten 2 nur gering. Parallel dazu sollen wir einen Bausparvertrag auf 50T abschließen. Nach 10Jahren blieben uns etwa 100T Schulden, wovon wir dann mit Hilfe dieses Bausparvertrages 50T tilgen etc.

Dann gibt es noch Kapitalvermittler wie zB. www.easyhyp.de. Die locken mit bis zu 4,14 %nom. Zins bei >100T und 10 Jahren Laufzeit.
Was haltet Ihr davon? Irgendwelche Tipps? Erfahrungen?

Falls Ihr vom Kauf abratet, wie würdet Ihr die Finanzierung planen? Bausparverträge oder einfache Sparkonten?
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Berater nur Ihre Bausparverträge verkaufen wollen und einem alles erzählen was man hören will – nur nicht das, was für einen richtig wäre…

Bin für jede Info dankbar.

Vielen Dank und Gruß an alle!

Hallo,

Preisbereich von 170T bis 210T zu kaufen. Würde mich über Eure

Nicht vergessen: Kaufnebenkosten ohne Makler ca. 5,5 %, mit Makler bis zu 11 %. Und renoviert werden muß das Haus auch noch.

Startkapital haben wir kaum (etwa 10T), da erst komplett neu

Das ist nicht gut, ihr solltet wenigstens die Kaufnebenkosten auf dem Konto haben.

Habe bereits mit einigen Bausparkassen gesprochen. Diese gehen

Ihr müßt vermutlich mindestens 100 % des Verkehrswertes finanzieren, da tun sich Bausparkassen manchmal schwer.

wären etwa so hoch wie unsere Miete (650Eur), deshalb ok.

Das sehe ich anders.

Dann gibt es noch Kapitalvermittler wie zB. www.easyhyp.de.
Die locken mit bis zu 4,14 %nom. Zins bei >100T und 10
Jahren Laufzeit.

Aber nicht bei Eurem Beleihungsauslauf.

Was haltet Ihr davon? Irgendwelche Tipps? Erfahrungen?

Jede Menge. Laßt Euch vernünftig beraten und zwar von mehreren Leuten.

planen? Bausparverträge oder einfache Sparkonten?

Eher Sparkonten.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Berater
nur Ihre Bausparverträge verkaufen wollen und einem alles

Davon leben die.

Mein Rat: keine Bausparfinanzierung, sondern Tilgungsdarlehen mit langfristiger Zinsfestschreibung und Sondertilgungsoption.

Gruß

Nordlicht

Falsche Reihenfolge!!!
Man sollte nicht damit beginnen, was man haben will sondern damit, was man sich leisten kann. Und wenn Sie schon soweit gerechnet haben, dass Sie 1.000 - 1.300€ monatlich für die Finanzierung übrig haben wollen oder können, ist es ganz einfach.
Ich gehöre zu den altmodischen Menschen, die behaupten, dass man sich 8% Annuität leisten können muss.
Das wären dann bei 1.000€ = 150.000€
und bei 1.300€ = 195.000€
Alles was darüber hinaus geht, ist Schönrechnerei. Umso mehr, da Sie kaum Eigenkapital zur Verfügung haben. Dabei sollten Sie unbedingt berücksichtigen, dass Sie bei Wohneigentum 2 - 3€ je m² an Nebenkosten einplanen.
Und lassen Sie die Finger von solchen unsinnig langen Bausparverträgen. Da hat nur einer was davon: der Vermittler.
Und wenn Sie sich jetzt fragen, warum es Anbieter gibt, die so etwas ermöglichen, ist die Antwort ganz einfach: die verdienen nicht an der Beratung, sondern am Abschluss.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

grundsätzliches:

Mit einer Belastung von bis 1300,–€ könnt Ihr einiges finanzieren. z.Bsp. 220 T€ bei 15 Jahren fest, 1,5% Tilgung und 5,4% Zins(nom). Allerdings müsst Ihr für einen solchen Zins dann mindestens die Nebenkosten selbst haben (mind. 5-5,5% des Kaufpreises zzgl.evtl Makler).

Bausparen ist ein 2-schneidiges Ding…vorsicht! Keine sofortfinanzierten Bausparkonten einrichten, da letztlich der genannte Nominalzins nicht logisch richtig ist!

Generell steht einer finanzierung nichts im Wege, nur immer mit Polster kalkulieren - Kosten und Belastungstechnisch. Es soll ja nicht zu problemen kommen weil Ihr einen defekt am Auto habt :wink: .

Grüße

Unter der Annahme, dass man diese 5,4% Zinsen bis zum Laufzeitende behalten kann, kostet diese Immobilie keine 220.000€, sondern etwa 430.000€. Man ist damit 28 Jahre beschäftigt.
Steht bei der Anschlussfinanzierung ein Zinssatz von 7% zur Verfügung (manchmal bleiben Zinsen auch längere Zeit hoch), ist bei gleichbleibender monatlicher Belastung eine um zwei bis drei Jahre längere Laufzeit nötig. Man zahlt also 30 Jahre, um danach die nächsten Kredite wieder aufzunehmen, da man bisher wahrscheinlich nicht in der Lage war, vernünftig Eigenkapital anzusparen.
Was bleibt, ist das Risiko in den ersten Jahren. Wenn nämlich der mögliche Verkaufserlös deutlich unter der Restschuld liegt.
Es kann gutgehen, muss aber nicht. Deswegen empfehle ich eine höhere Finanzstärke. Entweder tilgen oder ansparen. Sonst gibt es ganz schnell Probleme.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

da ihr wenig bis kein Eigenkapital habt, solltet ihr mal folgendes experiment starten.

Das Geld, das ihr für die Finanzierung aufbringen wollt minus heutige Bruttomiete sparen. Sicherheitshalber noch 100,- bis 150 € drauflegen, weil die Nebnkosten eines Hauses meist höher sind als die einer Wohnung.
z.B. 1200 - 600 € = 600 €
dann noch 150 € dazu --> 750 € pro Monat auf die Bank.
dann habt ihr nach einem Jahr 9000,- €, was rund der Hälfte der Nebenkosten für Euer avisiertes Objekt entspricht.

Das ein Jahr durchziehen und schauen, ob ihr das finanziell vertragen könnt.

Hat zum einen einen Lerneffekt, wie wenig Geld einem dann zur Verfügung steht und es wird etwas Eigenkapital geschaffen.

Gandalf

wie am besten Kapital aufbauen?
Vielen Dank für Eure Anregungen!

Habe verschiedene Szenarien durchgerechnet und war ersteinmal überrascht wie viel man eigentlich der Bank an Zinsen bezahlen würde. Ich denke wir werden doch vorerst Mieter bleiben :o)

Wie würdet Ihr das Kapital ansparen z.B:

Bausparverträge (1 großen oder mehrere)?
oder
einfach durch Sparverträge wie Festgeld, Fonds?

Gruß an alle!

Bausparverträge (1 großen oder mehrere)?

wenn überhaupt, erst 1 kleinen, dann den nächsten und dann wieder den nächsten.

einfach durch Sparverträge wie Festgeld, Fonds?

Ja, erstmal Festgeld ca. 3 % Zinsen p.a. sind drin. Wenn Du mindestens 5 Jahre sparen willst, kannst Du an Fonds denken. Bei Fonds gibt es aber ein Verlustrisiko, das darf man nicht vergessen.

Vielen Dank für Eure Anregungen!

Büddeschön.

Habe verschiedene Szenarien durchgerechnet und war ersteinmal
überrascht wie viel man eigentlich der Bank an Zinsen bezahlen
würde.

es erstaunt immer wieder.

Ich denke wir werden doch vorerst Mieter bleiben :o)

Aber nur vorerst :wink:

Wie würdet Ihr das Kapital ansparen z.B:

Kommt drauf an, wann der Immobilienerwerb geplant ist.

Bausparverträge (1 großen oder mehrere)?

Wenn der Erwerb in mehreren Jahren geplant ist, kann das eine lohnende Sache sein, ihr seid dann aber ziemlich gebunden.

einfach durch Sparverträge wie Festgeld, Fonds?

Sparverträge haben auch eine bestimmte Laufzeit, ihr seid also auch gebunden.
Fonds haben ein z.T. nicht unerhebliches Kursrisiko

Festgeld ist momentan wieder halbwegs lukrativ, es gibt aber auch Tagesgeldkonten, die drei und mehr % bringen; dort bist Du natürlich recht flexibel.
Aber vorsicht, es gibt Angebote mit einer recht niedriger Einlagensicherheit (20.000 €).

Eine weitere Möglichkeit wären Bundeswertpapiere http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswertpapiere
die es mit einem weiten Laufzeitspektrum gibt, von Finanzierungsschätzen mit Laufzeiten von einem Jahr, bis zu Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren, die aber an der Börse gehandelt werden können; dann aber wieder mit Kursrisiko.

Gandalf

Vielen Dank für Eure Anregungen!

Habe verschiedene Szenarien durchgerechnet und war ersteinmal
überrascht wie viel man eigentlich der Bank an Zinsen bezahlen
würde. Ich denke wir werden doch vorerst Mieter bleiben :o)

… und in den nächsten Jahren Geld ausgeben ohne Eigentum zu schaffen. Völlig in Ordnung! Für’s Kopfkissen die folgenden Summen, die dann in den nächsten Jahren nicht für die Tilgung beim Eigentumserwerb genutzt werden:
3 Jahre --> 21.600€
5 Jahre --> 36.000€
7 Jahre --> 50.400€
Wie gesagt: Kann man machen, entweder Zinsen an die Bank zahlen oder Miete für … die Freiheit sich relativ schnell bei Bedarf eine andere Bude zu suchen und keinen Kredit am Hacken zu haben.

Die Entscheidung kann Euch keiner abnehmen.

Gruß an alle!

Gruß zurück
Frank Wilke

Vielen Dank für Eure Anregungen!

Habe verschiedene Szenarien durchgerechnet und war ersteinmal
überrascht wie viel man eigentlich der Bank an Zinsen bezahlen
würde.

Ups! Wenn das mal viele andere auch VORHER tun würden.

Ich denke wir werden doch vorerst Mieter bleiben :o)

Was oft genug auch als Vorteil zu sehen ist

Wie würdet Ihr das Kapital ansparen z.B:

Bausparverträge (1 großen oder mehrere)?

Ganz pauschal kann man davon ausgehen, dass eine möglichst kurze Ansparzeit auf 40% der Bausparsumme das Beste ist, was einem mit dem Bausparer widerfahren kann. Elend lange Ansparzeiten verschlechtern das Gesamtergebnis. Wenn man noch ein Stündchen mit dem Rechner spielt, wird man merken, dass ein höherer Guthabenzins immer besser wird, je länger diese Ansparzeit dauert. Irgendwo bei 7 Jahren ist es etwa gleich, kommt dann auf die Mentalität und die Anlageform an. Alles was über 7 Jahre hinausgeht, wird immer besser für gute Anlageergebnisse. Und bei 7-jähriger Anlage kann es schon ganz gut sein, einen Teil auch in Aktienfonds zu streuen. Einfach mal rechnen und spielen.

oder
einfach durch Sparverträge wie Festgeld, Fonds?

Gruß an alle!

Mal ein Beispiel (Hab jetzt keine Zahlen, nehme einfach welche
an):

Die Traumimmobilie soll einmal 200.000€ kosten. Das verfügbare Einkommen beläuft sich auf 1.000€ monatlich. Zurzeit bezahlt man eine Miete von 650€.
Wie schon erwähnt, sollte man sein Vorhaben trainieren und legt deshalb 350€ an. Will man nun seine 40% EK erreichen, bedeutet das, dass man 80.000€ ansparen muss. Mit solch einer Sparrate würde man nun etwa 17 Jahre ansparen, um dann einen zuteilungsreifen Bausparvertrag zu erhalten (1,5% Guthabenzins).
Macht man das Ganze mit Aktienfonds, steht man irgendwann deutlich besser da. Und wenn im 10. Jahr die Kurse günstig stehen und man hat plötzlich mal 70.000€ im Depot, geht man einfach raus und legt seinen Schotter sicher in den Bausparer, der zwei Jahre später zugeteilt wird. Oder lässt es länger wachsen und macht die 17 Jahre voll. Dann finanziert man aber ziemlich sicher mit deutlich über 50% EK, was ja auch nicht ganz ohne ist.

Lebt man aber heute noch bei Mutti oder spart sich die Miete anderweitig, ist man mit seinen 1.000€ nach etwa 7 Jahren am Ziel und der Bausparer zuteilungsreif.
Dann kann man von den niedrigen Zinsen profitieren. Wenn man sich die höhere Belastung leisten kann.
Da spricht dann auch nicht viel dagegen, einen großen Bausparer zu machen. (Viele Kleine kosten möglicherweise zu viel)

Es kommt also alles auf die Planung an.

Hallo,

…war ersteinmal überrascht wie viel man eigentlich der Bank an Zinsen bezahlen

würde.
Ja wenn man sich lange Zeit laesst, kann das Haus auch zweimal soviel kosten, Bank muesste man sein.

Ich denke wir werden doch vorerst Mieter bleiben :o)

Miete kostet auch und enthaelt keine Tilgung.

Wie würdet Ihr das Kapital ansparen!

Dabei sehe ich andere Schwerpunkte als Sparbrief oder …

Wesentlich ist doch, dass ihr schnell und viel anspart, bevor die Haeuser wieder teurer geworden sind. Es nutzt nicht viel, 20ooo anzusparen fuer eine Immobilie, die in dieser Zeit 20ooo teurer wurde.

Eine Strategie ist, bald und billig zu kaufen, also klein und/oder alt und/oder weiter draussen oder Wohnung statt Haus, damit schneller die Miete in die eigene Kasse laeuft, und erst spaeter eine groessere/teurere Immobilie anzusteuern.

Weiterhin hat das Sparen zwei Aspekte

  • mehr verdienen
  • weniger ausgeben
    Dabei kann man auf Nebenjob und Urlaub sparen kommen, sogar beides gleichzeitig, im Urlaub am eigenen alten Haus selber bauen, Kreativitaet ist gefragt. Weniger ausgeben kann zum Dauersport werden.

Nebenbei wuerde ich auch ein paar Anlagetips beherzigen, besonders die zeitliche Abstimmung sollte passen, wenigstens einigermassen.

Gruss Helmut