Kaufangebot für Immobilie erstellen, was beachten?

Hallo,

wir sind am Kauf eines Hauses interessiert und auf Maklerwunsch sollen wir ein schriftliches Kaufangebot abgeben. Erste Besichtigung ist erfolgt und Verkehrswertgutachten liegt vor.

Was sollte bzw. was muss inhaltlich drinstehen?

Vielen Dank

Gruß Martin

In dieses Kaufangebot gehört ein Preis, sonst nichts, und zwar nicht die äußerste Summe, die Ihr bereit seid, zu geben, sondern ein Betrag ca. in Höhe von 90% des angepeilten Preises, damit Ihr noch Verhandlungsmasse habt…

Ihr könnt einen geringeren Preis als den geforderten auch begründen z.B. mit den zu erwartenden Kosten für eine energetische Sanierung, Instandsetzungsarbeiten etc.

Es gehört etwas Gefühl dazu, den richtigen Preis zu treffen, aber günstige Gelegenheiten kommen immer wieder…

Holt Euch bei berechtigtem Interesse nochmals einen Bausachkundigen
Eures Vertrauens dazu, der hilft Euch, den richtigen Preis zu finden…

Viel Glück, Heinrich Ostermeier

Im Prinzip reicht der Preis wohl aus, aber verhandlungstaktisch scheint es mir schlauer, diesen auch gut zu begründen. Dann nämlich hat man auch einige Chance, ggü. dem Verkäufer den aus dessen Sicht selbstverständlich viel zu niedrigen Preis argumentativ zu rechtfertigen und durchzusetzen.

Ich habe das so mit meinem Häusle gemacht und meine Preisvorstellung letztlich durchgesetzt.

Nachdem ein Gutachten schon vorliegt (kennt der Verkäufer das? Falls ja, genau überprüfen, oft werden Ansätze zu hoch gewählt und sind für dich evtl. ungünstig), ist die Grundstruktur einer Bewertung ja klar. Leicht zu Erstellen ist eine Substanzbewertung a la:

Kubatur (umbauter Raum in qbm - steht i.d.R. in den Bauunterlagen)
* Baukosten (Abhängig vom Baujahr un der Region, bei mir bspw 272 €)

  • Zuschläge für Extras (Kamin, aufwendiges Bad, Garagen etc.)
  • ggf. Marktanpassung (bspw. Ortsrandlage 5 - 10%)
  • Altersabschlag (je nach Baujahr, Nutzungsdauer etwa 70 - 80 Jahre)
    = Zeitwert des Hauses
  • Bodenrichtwert ( Bei der Stadt oder Gemeinde erfragen)
    * qm Grundstück (genau Größe prüfen)
    = Bodenwert

  • Außenanlage (gepflegte eingewachsene Grünanlage oder „Schuttablageplatz“, je nach Größe)

  • / - Sonstiges (bspw. ausstehende Renovierungen, Reparaturen etc.)

= Zeitwert des Objekts

Nicht vergessen: Grundwerwerbssteuer 3,5%, Notar 1,5%, ggf. Makler, und eben die ggf anfallen Um-/Ausbaumaßnahmen. Die tatsächlich abfließenden Mittel sind daher deutlich höher als der nakte Kaufpreis.

Bei der Wertermittlung hat man an vielen Stellen gewisse Freiheiten, so daß man leicht seinen „persönlichen Wert“ (90% des anvisierten Preises) erzielen kann. Meine Erfahrung ist, daß die Gegenseite dann meist nicht mehr viel zu erwiedern weiß und höhere Preisvorstellungen sachlich gut begründen muß.

Bei der Recherche der einzelnen Ansätze kann Dir übrigens evtl. Dein Bankmensch helfen, schließlich hat der, wenn er gut ist, einen gewissen Überblick. Meiner hat das gemacht und war mir eine gute Unterstützung.

Viel Erfolg

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Danke für die Antworten :smile:
Die Maklerrin meinte noch, dass das Angebot nur minimal vom Wergutachten abweichen sollte *lach*

Gruß Martin