erstmal danke und *!
danke für den Stern 
Nun haben die Boote einerseits einen Wert, die Marina (auf
gesichertem Pachtland) andererseits und der Kundenstamm
(Umsatz und Gewinn vor Steuern sind mir bekannt) als dritte
Komponente.
Hier muss man sicherlich die von Dir genannnten materiellen Vermögenswerte explizit beachten. Oftmals ist es ja so, wenn z.B. kleinere Geschäfte oder z.B. Handwerksbetriebe veräußert werden, dass dann in der Tat nur der immaterielle Vermögenswert „Kundenstamm“ ins Gewicht fällt.
In dem von Dir geschilderten Falle sollte man aber in der Tat auch die materiellen Werte beachten, da ja Boote mitunter einen recht hohen Wert haben können.
Würde man nur nach dem Substanzwert (war bei Dir der Sachwert) gehen, was sicherlich nicht schwer wäre da man die Werte in Erfahrung bringen könnte, würde man allerdings den „Fehler“ begehen und das Zusammenwirken der Boote und der Marina und den daraus entstehende Wert vernachlässigen. Substanzwerte erfassen nun einmal in aller Regel nicht den Teil des Wertes, der dadurch entsteht, dass das Unternehmen auch in Zukunft (erfolgreich) geführt wird.
Von daher wäre das Ertragswertverfahren in dieser Hinsicht vorzuziehen. Allerdings ist der Ermittlungsaufwand hier auch größer.
Sollte sich die Verzinsung des Gewinns am Finanzierungssatz
der finanzierenden Banken orientieren (logisch, niedriger geht
nicht; ich brauch kein Abschreibungsobjekt…) oder ist hier
eher doch der Bestandswert erheblich?
Na ja, wie gesagt, Bestandswert bzw. Substanzwert wäre auf eine Art zu kurz gegriffen. Allerdings kann man die Verfahren auch kombinieren, also zum einen den Substanzwert für Marina und Boote hernehmen und dann noch einen Aufschlag für den immateriellen Wert „Kundenstamm“ aufsetzen.
Was die Verzinsung für den Fall des Ertragswertverfahrens angeht, so sollte man sich an der besten alternativen Anlagemöglichkeit orientieren. Also was würde das Geld machen, wenn es nicht in dieses Marina-Projekt fließen würde. Hier wäre in Ermangelung anderer alternativer Projekte die Orientierung an den Zinssätzen der Banken sicherlich nicht so verkehrt.
Problematisch wird die Sache natürlich dann, wenn man es noch genauer haben will und einen risikolosen Zinssatz als Grundlage heranzieht und dann noch eine sog. Risikoprämie für das jeweilige Investitionsprojekt ermitteln und aufschlagen will. Gerade in solchen -wie von Dir beschriebenen- Fällen ist das aber nicht gerade einfach. Hierzu solltest Du dann wohl am besten einige Szenarien mit den entsprechenden unterschiedlichen Werten durchrechnen, um so dann zu einer Art Bandbreite zu kommen. Letztlich muss man sich ja auch stets mit dem Verkäufer einig werden. Hierzu bedarf es eines Einigungsbereiches und den muss man zunächst einmal festellen - auch für sich selbst.
Insbesondere solltest Du auch bei den möglichen künftigen Erträgen darauf achten, verschiede „Entwicklungen“ zu berücksichtigen und ggf. auch „Anlaufschwierigkeiten“ oder aber auch „Steigerungen durch verbessertes „Management““ einzukalkulieren.
Ebenfalls wichtig ist die Frage, ob Du den Kauf mit Eigenkapital oder Fremdkapital vollziehst.
Ich persönlich würde in dem geschilderten Fall vielleicht doch versuchen, über den Substanzwert der Sachanlagen und einen „Aufschlag“ für den Kundenstamm bzw. die „Marke“ zu einem Wert zu kommen.
VG
TraderS