Kaufpreisverhandlungen

Hallo,

ich bins schon wieder…

Mein Mann und ich stehen kurz vor dem Kauf einer ETW und müssen mit dem Verkäufer (ohne Makler) noch über den Preis verhandeln. Die Wohnung ist ok und sehr gepflegt. Nur die Lage ist ein „Knackpunkt“. Die Infrastruktur sieht nicht gut aus, auch die Busverbindungen sind schlecht. Man muss zum Brötchenholen mit dem Auto fahren…Die Frage ist, in welcher Grössenordnung kann dieser Nachteil vorgebracht werden? Der KP steht bei 120.000,00 € (Baujahr 1981, 88 qm, Garage, Stadt hat 80.000 Einwohner, Sauerland). Der Verkäufer will selbst ein neues Haus kaufen und hat schon eines in Aussicht. Wären 116.000,00 € (incl. 10 J. alte Einbauküche, guter Zustand) wohl realistisch oder sollten wir versuchen, beim „1. Gebot“ den Preis noch weiter zu drücken? Wenn ja, wieviel?

Es ist unsere erste KP-Verhandlung und ich wäre für jeden Tipp dankbar…

Gruss Elke

Hallo Elke,

wichtig wäre es, möglichst viele Argumente zu sammeln.

  • gibt es in dieser Lage andere (vergleichbare) Wohnungen, deren qm-Preis niedriger ist als der von dieser Wohnung ?
  • wie ist das Preisniveau in ähnlichen Wohngegenden, die aber eine bessere Lage haben ?
  • wie lange versucht er schon, die Wohnung zu verkaufen ? (wie geht es anderen Verkäufern in dieser Lage ?)
  • wie schnell benötigt er das Geld für die neue Wohnung ?

Grüsse

Sven

Hallo Elke,

also, bei Immobilien sind immer 10% drin. Wenn du Argumente bei einer Verhandlung bringst, immer die etwas schwächeren zuerst, da die Kompromißbereitschaft des Verkäufers mit dem Preis sinkt! :wink: Aber nur Sachen nehmen, über die man nicht diskutieren muß, also z.B. die schlechte Lage, die im Vergleich zu deiner bisherigen Wohnung ganz ohne Zweifel gerade mal so tragbar ist. Jedenfalls solltest du ihm gegenüber das so sagen.

Wie lange wird die Wohnung schon angeboten? Sind andere an ihr dran? Du sagtest, daß der Verkäufer die Kohle braucht, weil er schon ein anderes Haus in Aussicht hat. Dumm von ihm, das zu sagen – er braucht das Geld. Erstgebot 100TEur, wenn er mehr als 110 sagt, mitteilen, daß du dir das nicht leisten könntest, und ihn etwas klein kochen, ggf. zweiten Termin vereinbaren. Eventuell verhandeln, daß er die Notar- und sonstigen Kosten übernimmt.

Erste Regel: Er will dein Geld. Das ist der Grund, warum er die Wohnung verkauft. Es gibt keinen Grund für dich, ihm einen Gefallen zu tun, es sei denn, es ist zu deinem Vorteil. Klingt zwar hart, aber bei so viel Geld würde ich den Blick primär darauf richten.

Ich weiß, das klingt hart, ist es auch, aber bei so viel Geld lasse ich Emotionen vor der Tür – nicht allerdings bei der Auswahl des Objekts, da muß die Chemie schon stimmen, schließlich will ich mich dort auf Jahrzehnte hin wohl fühlen.

Chris

Hallo Elke,

ich kann Christian nur unterstützen. Mit genau dieser Strategie konnten wir den Preis für unser Haus (im Dezember umgezogen) auch noch mal drücken.
Betonen was man noch alles investieren muß, daß man sich mehr einfach nicht leisten kann und daß man sich dann halt notfalls nach einem anderen Objekt umsehen muß.
Der Witz ist zu „erfühlen“ wie weit der Verkäufer maximal runtergehen wird. Wir haben so einen Preis gezahlt den man gemeinhin als gerechtfertigt ansieht für (Haupt-)Haus mit einfacher Garage. Es ist aber noch ein Anbau mit großem Wintergarten und Kamin sowie eine 14m lange Garage mit ausgebautem Satteldach dabei.
Evtl. wirtke bei uns, daß wir auch wirklich nicht viel mehr zahlen konnten (und der Makler hat auch noch einen kleinen Nachlaß gewährt…er wollte das Objekt wohl auch endlich los sein).
Je länger sich ein Verkauf hinzieht dest eher ist der Verkäufer bereit den Preis zu verhandeln. Und wir durften letztes Jahr die erfreuliche Entdeckung machen, daß ein lange angebotenes Haus keineswegs schlecht sein muß…

Viel Erfolg
Stefan

Hallo Chris,

Wie lange wird die Wohnung schon angeboten? Sind andere an ihr dran? Du sagtest, daß der Verkäufer die Kohle braucht, weil er schon ein anderes Haus in Aussicht hat. Dumm von ihm, das zu sagen – er braucht das Geld. Erstgebot 100TEur, wenn er mehr als 110 sagt, mitteilen, daß du dir das nicht leisten könntest, und ihn etwas klein kochen, ggf. zweiten Termin

vereinbaren. Eventuell verhandeln, daß er die Notar- und sonstigen Kosten übernimmt.

Danke für die Tipps. Die Wohnung wird wohl schon länger angeboten, den genauen Zeitraum kenne ich noch nicht. Unser Problem ist, dass der Verkäufer auf unsere Suchanzeige geantwortet hatte, in welcher wir einen Kaufpreis bis ca. 120 T€ angegeben hatten… Und jetzt mit 100T oder 100T zu argumentieren, ist natürlich sehr mutig…Aber der Tipp mit den Notar- und Gerichtskosten ist gut.

Dankeschön sagt
Elke

Hi Elke,

Danke für die Tipps. Die Wohnung wird wohl schon länger
angeboten, den genauen Zeitraum kenne ich noch nicht. Unser
Problem ist, dass der Verkäufer auf unsere Suchanzeige
geantwortet hatte, in welcher wir einen Kaufpreis bis ca. 120
T€ angegeben hatten… Und jetzt mit 100T oder 100T zu
argumentieren, ist natürlich sehr mutig…Aber der Tipp mit den
Notar- und Gerichtskosten ist gut.

Das mit der Suchanzeige und den 120.000 ist natürlich etwas blöde, aber ihr müßt Euch einfach nur ein paar Ausgaben überlegen die ihr durch genau diese Wohnung haben werdet (zusätzliches KFZ, höhere Benzinkosten, Einbau neues Bad oder Küche (die alte ist doch wirklich häßlich oder nicht), Instandhaltungsrücklage etc.). Und da die 120.000 in Eurer Rechnung ohne diese Kosten waren, könnt Ihr Euch diesen Preis einfach nicht leisten…
Oder aber Ihr pokert anders: Diese Wohnung ist Euch nun mal keine 120.000 wert. Für 100.000 dagegen könntet Ihr Euch damit anfreunden…

Und im Zweifel lieber doch weitersuchen (wobei ich bei der derzeitigen Marktlage ach keine Suchanzeige schalten würde) - der verlangte Preis passt doch zu gut auf Eure Höchstpreisangabe…

Gruß Stefan

ich kann Christian nur unterstützen. Mit genau dieser
Strategie konnten wir den Preis für unser Haus (im Dezember
umgezogen) auch noch mal drücken.
Betonen was man noch alles investieren muß, daß man sich mehr
einfach nicht leisten kann und daß man sich dann halt notfalls
nach einem anderen Objekt umsehen muß.
Der Witz ist zu „erfühlen“ wie weit der Verkäufer maximal
runtergehen wird. :Je länger sich ein Verkauf hinzieht dest eher ist der
Verkäufer bereit den Preis zu verhandeln. …

Danke für den Tipp. Wir werden auf jeden Fall das Argument mit dem 2. Auto etc. anbringen und schauen, wer er reagiert. Ich hoffe nur, dass er nicht in der wer-weiss-was-Liste liest…

Gruss Elke

Hallo Sven,

wichtig wäre es, möglichst viele Argumente zu sammeln.

  • gibt es in dieser Lage andere (vergleichbare) Wohnungen,
    deren qm-Preis niedriger ist als der von dieser Wohnung ?
  • wie ist das Preisniveau in ähnlichen Wohngegenden, die aber
    eine bessere Lage haben ?
  • wie lange versucht er schon, die Wohnung zu verkaufen ? (wie
    geht es anderen Verkäufern in dieser Lage ?)
  • wie schnell benötigt er das Geld für die neue Wohnung ?

Leider kenne ich die Vergleichswerte nicht, aber ich kann mal bei der Stadt nachfragen. Ich kenne dort jemanden beim Bauamt. Also der Kauf des neuen Hauses steht wohl an, aber 100%ig haben sie sich noch nicht geschieden. Er machte aber deutlich, dass es unter Berücksichtigung unserer Kündigungszeit möglichst schnell gehen soll… ist natürlich nicht sehr präzise…

Danke für die Tipps
Gruss Elke