bei dem objektorientierten lernen (säuglingsalter) geht es um folgendes:
- Kennenlernen der gegenständlichen Umwelt
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Verständnis für kausale Beziehungen
- Kategorisieren
… stimmt es das jemand der eine lernstörung in diesem bereich hat, oft zu spät kommt weil die zeit die urkausalität ist?
würde als therapie tanzen - zum trainieren des körpergefühls - helfen oder ein job in dem man schlüssel sortieren muss? (kategorisieren?)
mfG.
Hi,
in der Ergotherapie (bzw. sensorischen Integrationstherapie) wird ein Kind, das mit vier oder fünf Jahren Probleme beim Kategorisieren hat, auf den Entwicklungsstand hin untersucht. Ursachen einer Entwicklungsverzögerung sind nach diesem Konzept Probleme in der Reizintegration. Entweder ist die Reizschwelle im Gehirn zu hoch (Hyposensibilität) oder zu niedrig (…) - in bezug auf Tiefensensibilität, vestibuläre Wahrnehmung oder / und taktile Wahrnehnung (oder auch visuelle / auditive Wahrnehmung). Bei der Therapie werden Reizangebote gegeben (starke oder wenige, gezielt eingesetzte, deutliche)- das Kind wird unterstützt, sich mittels Spiel diese Reize selbst zu holen. Gleichzeitig wird kategorisieren geübt oder andere Fertigkeiten, die auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe liegen. Das Kind wird dort abgeholt, wo es ist.
Somit ist es logisch, auch bei einem Erwachsenen dort anzusetzen, wo das Problem entstanden ist. Da bei der Körperwahrnehmung wohl meistens Defizite vorhanden sind, ist Bewegung immer sinnvoll.
Insgesamt sollte die Therapie gezielt eingesetzt werden, daher ist diese Frage im individuellen Fall nicht so einfach zu beantworten sondern erfordert genaueste Diagnostik.
Bei einem Kind ist das relativ einfach, bei einem Erwachsenen wäre da wohl gute Psychotherapie eher angebracht. Von einer Lernstörung in dem Bereich auf zu spät kommen zu schließen ist meiner Einschätzung nach kaum möglich, da es dafür ja jede Menge anderer Gründe (z.B. Vermeidungsstrategien, Trotz) geben kann. Bei schlechter Handlungsplanung setzen Ergotherapeuten (Arbeitstherapie) aber auch Aufgaben ein, die direkt dort ansetzen (mehrschrittige Arbeistaufgaben eigenständig ausführen) mit Steigerung. Bei geistiger Behinderung wäre dann wohl auch einfaches Kategorisieren angebracht, jeden anderen würde es wohl eher unterfordern.
Worum geht es denn genau? Fall?
Gruß, Anne
Hallo Anne,
es geht um eine ehemalige freundin deren mum mir von ihrer lernstörung kürzlich erzählt hatte.
für mich stellt sich komischerweise die frage ob sie die wahrheit gesagt hatte, und versuche nun herauszufinden ob das sein kann.
da ich mit dieser ehem. freundin ziemlich stress hatte stellt sich für mich die frage ob das an mangelndem kausalen denken liegen kann…
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Hallo,
wie kommst Du darauf, dass die Mutter nicht die Wahrheit erzählt? Warum könnte sie sich so etwas ausdenken wollen? Hat sie einen Befund / war Deine Freundin als Kind in Therapie oder hat die Mutter die Diagnose selbst gestellt (oder ein Lehrer?) War die Freundin in Therapie?
So kann ich oder jemand anders nicht beurteilen, ob das bei Deiner Freundin zutrifft. Das könnte vielleicht eine Therapeutin in der Therapie oder jemand, der sie gut kennt, beurteilen. Ich denke schon, dass Euer Stress aus dieser „Quelle gespiesen geworden sein könnte“ (richtiges Deutsch?!), wobei man die Ursachen nicht außer acht lassen sollte. Eine Psychotherapeutin könnte evtl. auch hier im Forum besser sagen, warum eine solche Störung aufrecht erhalten worden ist (psychische Probleme, Umstände). Also von außen ist das nicht zu beurteilen, es kann sein, aber der Infos über Deine Freundin (ihr Verhalten) sind ja auch nicht gerade viele. Und ob es Dir etwas bringt, oberflächlich zu verstehen, das eine Verbindung bestehen könnte, bezweifle ich, da sich das Problem vielleicht nicht so einfach aus dem Weg räumen lässt, und wenn dann nur mit gründlicher Diagnostik (in einer Therapie). Evtl. verstehst Du mehr, wenn die Eltern noch alte Arzt- bzw. Therapieberichte haben.
Gruß