Intensivstamm?
Hi, Datafox,
Mir deucht, daß es auch einen Intensivstamm gibt. Kann das jemand bestätigen, oder ist es nur Zufall?
Dem ist so und keineswegs zufällig. Und keineswegs nur im Deutschen!
Dazu:
_ Iterativ
(lat. iterativum ‚wiederholend‘. Auch: Frequentativ, Multiplikativ, Repetitiv) Aktionsart, die ausdrückt, daß sich der im Verbstamm ausgedrückte Vorgang oder Zustand regelmäßig wiederholt, ausgedrückt z.B. im Russ. durch das Infix {-va-} (z.B. govárivat’ ‚zu sagen pflegen‘, cítyvat’ Izvestiju ‚regelmäßig die Izvestija lesen‘), im Lat. durch {-ti-} (z.B. facere ‚tun, machen‘, facitare ‚gewöhnlich tun‘). In manchen Spr. können Iterative 2. und 3. Grades gebildet werden, z.B. tschech. to bylo tak ‚das war so‘ - to bývalo tak ‚das pflegte so zu sein‘ - to byvávalo tak ‚das war einst so (aber heute nicht mehr)‘_
und:
_ Diminutiv-iterativ
Aktionsart, die kennzeichnet, daß sich der im Verbstamm ausgedrückte Vorgang oder Zustand regelmäßig, aber mit zeitlichen Unterbrechungen und geringer Intensität wiederholt, z.B. russ. gljadét’ ‚sehen, schauen‘ - pogljádyvat’ ‚ab und zu hinsehen‘, kurít’ ‚rauchen‘ - pokúryvat’ ‚ab und zu ein bißchen rauchen‘, dt. raten - rätseln, falten - fälteln. Die Bez. ‚Desiderativum‘ für unpersönl. konstruierte dt. Verben dieses Typs (z.B. mich schläfert) ist veraltet;
[Lexikon Sprache: Diminutiv-iterativ, S. 1. Digitale Bibliothek Band 34: Metzler Lexikon Sprache, S. 2275 (vgl. MLSpr, S. 159) © J.B. Metzler Verlag]_
Zu deinen anderen Fragen (Grundform, Systematik des Vokalwechsel) finde ich vielleicht später.
In den hier genannten Beispielen findest du vor allem den Umlaut als Bildeform:
tanzen => tänzeln; kochen => köcheln, lachen => lächeln, kotzen => kötzeln (im Schwabischen) etc.
Gruß Fritz