Hallo Volker!
Ich kann dir hier nur meinen subjektiven Eindruck vermitteln. Ich habe weder Kinder (und damit auch keine im grundschulfähigen Alter) noch bin ich im Lehramt tätig. Du hast es hier also mit einem ausgewiesenen Laien zu tun.
Für die jetzige Einschulung spricht, dass sowohl die Schule als auch die Erzieher den Schulbesuch empfehlen. Diese Menschen haben (große) Erfahrung in solchen Fällen und auf ihr Urteil ist dann doch zumeist Verlass, zumal gerade die Erzieher im Kindergarten deine Tochter sehr gut kennen sollten und ihr Potential einschätzen können. Natürlich ist es für Eltern schwierig, ihr Kind in den „grauen Alltag des Lebens“ hinauszuschicken - das Kind könnte ja noch so schön ein Jahr im Kindergarten spielen.
Dafür spricht auch (und da denke ich an die spätere Zukunft), dass in der heutigen Zeit ein Jahr viel ist, wenn es Richtung Studium/Ausbildung und die darauf folgenden Bewerbungen um einen Arbeitsplatz geht. Je früher deine Tochter ins Berufsleben starten kann, desto eher hat sie Chancen auf dem Berufsmarkt. Traurig, aber wahr. Man sollte hier nicht noch ein Jahr im Kindergarten „verschwenden“, wenn das Kind reif genug ist (was ja bestätigt wurde).
Dagegen spricht die Tatsache, dass sie die Jüngste in der Klasse sein wird. Für Kinder ist es ein riesiger Unterschied, ob jemand in ihrer Alterklasse schon im September bspw. 8 Jahre alt wurde oder es erst noch im nächsten Juli wird. Sie wird zeit ihrer Schulzeit das Stigma der Jüngsten tragen (zumindest bis zur Pubertät, so schätze ich mal). Bei mir ist auch noch dieses Denken verankert. Leider - weil es so prägend war. Ich war nicht die Jüngste, eine heute noch sehr gute Freundin von mir war es (Juni, vier Tage vor dem Stichtag). Ich fühle mich tief drin immer noch um einiges älter als sie (vier Monate
). Bei Leuten, die ich erst nach der Schule (auf der Uni oder so) kennengelernt habe und die vielleicht drei, vier Jahre jünger sind, geht es mir nicht so. Aber weil ich sie eben schon seit der ersten Klasse kenne und sie da unterschwellig immer die Kleine war, hängt das drin. Ich seh das inzwischen mit einem Augenzwinkern…
Jetzt hab ich mir diese „Argumentation“ grade durchgelesen, versteh aber selbst nicht viel von dem, was ich geschrieben habe und hoffe, dieser Punkt wurde irgendwie verständlich.
Nichtsdestotrotz solltet ihr als Eltern vielleicht auch mal eure Tochter fragen, um sie geht es ja schließlich. Will sie in die Schule? Wenn sie es nicht weiß, fragt doch mal bei der neuen Schule an, ob eure Tochter mal für ne Stunde die jetzigen Erstklässler im Unterricht besuchen darf, damit sie einen Eindruck bekommt, was in der Schule so abgeht. Naja, vielleicht ist das auch eine schlechte Idee, denn die Erstklässler können ja dann schon Dinge, die eure Kleine nicht kann. Da kann sie sich schnell überfordert fühlen und Angst vor der Schule bekommen.
Andere Frage: Ihre Freundinnen, wann werden jene eingeschult? Das kann auch ganz wichtig sein, dass sie sich in der Schule wohlfühlt, dass ihre Freundinnen aus dem Kindergarten in ihrer Klasse sind.
Alles nicht so leicht. Ich persönlich würde die Kleine in die Schule schicken. Sie scheint reif dafür zu sein, also warum noch ein Jahr verlieren?
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen wirren Gedanken weiterhelfen…
Grüße
Sarah