Kein Weiterkommen

Hi,

ich lande immer im gleichen teich…

ich bin selten krank, fleissig und beherrsche mein arbeitsgebiet sehr gut. im vorherigen unternehmen, war ich lt. chef immer das beste pferd im stall - deshalb kam ich nicht in die „nächst höhere“ bearbeitungsgruppe. immer wieder leere versprechungen…geschehen is nix bis ich irgendwann wütig gekündigt habe…

die story wiederholt sich jetzt, nach diversen bewerbungen in andere tätigkeitsgebiete (vom kompletten wechsel intern über zusatzaufgaben zu meiner tätigkeit) wird alles geblockt…jetzt steht wieder eine bewerbung von mir aus - ich habe noch kein ergebnis, das gespräch findet anf. november statt…

wie komme ich aus diesem sumpf raus? und was mache ich falsch, dass ich da immer wieder lande?

ich danke euch für eure hilfe - die ich jetzt sehr dringlich benötige…ich bin nämlich langsam aber sicher echt gefrustet

lg

Ich würde als erstes mal tippen, dass „bestes Pferd im Stall und deshalb keine Beförderung“ nur eine süße Lüge deiner Chefs war. Offenbar hält man dich nicht für qualifiziert aufzusteigen.

Das kann 2 Gründe haben:

a) du bist nicht qualifiziert

b) du bist qualifiziert und verkaufst dich schlecht

An beidem kannst Du arbeiten. b) ist einfacher :wink:

Versuche Feedback von vertrauenswürdigen Kollegen zu bekommen und vergleiche dich mit Leuten, die den Aufstieg schaffen. Was ist bei denen anders? Dann kommst du an die Antwort.

Viel Erfolg!

Der Unterschied…

ich bin selten krank, fleissig und beherrsche mein arbeitsgebiet sehr gut. im vorherigen unternehmen, war ich lt. chef immer das beste pferd im stall - deshalb kam ich nicht in die „nächst höhere“ bearbeitungsgruppe.

Angenommen Du bist wirklich „das beste Pferd im Stall“, so gibt es aus Chefsicht verschiedene Dinge zu berücksichtigen:

a - Nicht jede gute Fachkraft ist auch eine gute Führungskraft. In der Tat kann es für das Unternehmen bzw. die Abteilung sehr schädlich sein, eine Fachkraft mit „Fachbrille“ in die Führung zu erheben. Dies kann insb. dann zum Problem werden, wenn die Person alles aus Sicht der entsprechenden Aufgabe betrachtet, in der sie fachlich fit war.
Als Führungskraft muss man sowohl Führungs- als auch Managementkompetenz haben und zusätzlich eine Menge Dinge tun, die für Fachkräfte mehr als nur lästig sind: Koordination, Budgets, Personalentscheidungen uswusf.
Vielen guten Fachkräften sind diese Aufgaben dermaßen zuwider, dass sie damit weder sich noch ihre Mitarbeiter glücklich machen.
Vielleicht gibst Du direkt oder indirekt Signale, die darauf hindeuten, dass dies bei Dir der Fall wäre.

b - Kosten/Nutzen Rechnung
Das ist eine richtig fiese Falle: Wenn man fachlich so gut ist, dass es für das Unternehmen deutlich günstiger ist, den MA in seiner Position zu belassen und einen anderen Höhergestellten einzustellen, als den MA zu befördern, auf seiner neuen Stelle einzuarbeiten und einen neuen, deutlich weniger qualifizierten MA einzustellen und einzuarbeiten ist klar, was passiert.

Das wären nur die offensichtlichsten beiden Punkte, tausend Nuancen können noch zutage kommen, die erst dann klar werden, wenn man die Situation im Detail kennt.

Im Falle a) ist viel zu tun, vor allem die eigene Weltanschauung ändern.

Im Falle b) hilft es, selbst in die Initiative gehen und sich eigenmächtig soweit vorarbeiten, dass man die Anforderungen an höhergestellte Position in der Praxis erfüllt und sich dann direkt auf diese Stelle bewerben, am besten in einem anderen Unternehmen.

Gruß,
Michael

Moin,

wie komme ich aus diesem sumpf raus? und was mache ich falsch,
dass ich da immer wieder lande?

Du schreibst nichts über dein Alter. Bist du zufällig bislang kinderlos und noch im gebärfähigen Alter? Das ist bei einigen Arbeitgebern ein 100% sicheres Aufsteigungshindernis („Wir befördern doch keine Frau, die dann in 2 Jahren in Erziehungsurlaub geht“).

Gruß
Marion

Hallo,

Ähnliche Überlegungen habe ich auch manchmal.

Ich bin jetzt Anfang 40, immer noch Sachbearbeiter, arbeite gut, war bei meinen früheren chefs und bin bei meinem jetzigen Chef anerkannt - und trotzdem keine Beförderung.

Langsam finde ich mich mit dem Gedanken an. Wie schon gesagt wurde, Leitungsqualitäten unterscheiden sich von fachlichen Qualitäten. Ein Fachexperte, der super in seinem Gebiet ist, kann durchaus die Durchsetzungskraft, Diplomatie etc. missen lassen, die ein Leiter braucht. Im Gegenteil, um ein Fachexperte zu sein, musst man seine (fachlich richtige) Meinung vertreten können und ggf. störrisch sein - als Leiter muss man seine Ziele durchaus auch auf Umwegen erreichen wollen.

Heiko Mell (Karriereberatung in den VDI-Nachrichten) sagte einmal (frei wiedergegeben): „Entweder man ist jemand Interessantes, oder man macht etwas Interessantes, aber nicht beides gleichzeitig.“ Ein Fachexperte macht etwas Interessantes, ein Leiter macht viel administrativen Kram.

Und so habe ich für mich entschlossen, nicht frustriert und enttäuscht zu sein, sondern maximalen Spaß und Einfluss aus meiner Arbeit zu gewinnen - und einfach meine Arbeit gut zu machen.

Viele Grüße, Bombadil2

Hi,

es gibt viele Möglichkeiten, die in Betracht kommen, warum du nicht weiterkommst.
Wenn du laut Chef „das beste Pferd im Stall“ bist und angenommen, er hat dich nicht angelogen, wäre er ganz schön dumm, dich von dieser Position gehen zu lassen. Chefs tauschen einen MA in der Position, in denen der MA sehr gut ist, nicht ohne weiteres aus.
Meine Vorredner hatten dir auch schon Tipps gegeben, woran es liegen könnte. Ich an deiner Stelle würde folgendes tun: „Augen und Ohren offen halten“. Du weißt ja, was du willst: weiterkommen. Wenn du das in deinem UN nicht kannst, dann in einem anderen UN.

Beste Grüße,
Belladini

Hallo,

ich bin selten krank, fleissig und beherrsche mein
arbeitsgebiet sehr gut. im vorherigen unternehmen, war ich lt.
chef immer das beste pferd im stall - deshalb kam ich nicht in
die „nächst höhere“ bearbeitungsgruppe.

die story wiederholt sich jetzt, nach diversen bewerbungen in
andere tätigkeitsgebiete (vom kompletten wechsel intern über
zusatzaufgaben zu meiner tätigkeit) wird alles
geblockt.

wie komme ich aus diesem sumpf raus? und was mache ich falsch,
dass ich da immer wieder lande?

Ein weibliches Wesen hat es auch heute noch schwerer als Männer in die Führungsriege aufzusteigen, selbst bei gleicher Qualifikation, obwohl es etwas besser geworden ist.

Als Frau muß man folglich mehr können, mehr Überstunden in Kauf nehmen und wird meist trotzdem schlechter bezahlt.

Um aufzusteigen, wird dir wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als zusätzlich zu deinem Fachwissen, dir auch Führungswissen anzueignen. Du könntest z.B. eine Art Managerkurs nebenher machen (Abendkurse etwa), evtl. bietet die IHK derartige Weiterbildungen an, auch das Arbeitsamt kann dich hierbei beraten und Möglichkeiten aufzeigen. Wie die aussehen können, hängt von dem jetzt ausgeübten Beruf ab.

Allein schon der Nachweis einer Fortbildung bei der nächsten Bewerbung könnte hier etwas ändern und dir mehr Chancen eröffnen.

Gruß,
Cantate

eine weitere Alternative!
In D braucht man für alles X Zeugnisse und endlosen Papierkrieg.

In Amerika, ob Nord, Mittel oder Süd spricht man wegen einer Anstellung persönlich vor, beschreibt seine Fähigkeiten und wird angestellt oder nicht. Bekommt man den Job, beweist während der Probezeit, daß man kann, was man versprochen hat, behält man ihn, ansonsten fliegt man.

Deutsche kommen mit dicken Bewerbungsmappen an, und der Firmeninhaber blättert allenfalls ziemlich desinteressiert darin rum (wundert sich insgeheim oder lacht offen, was dieser Papierkrieg soll - mir mal passiert). Das gilt nicht für alle Positionen oder Firmen, aber bei sehr vielen. Und es gilt fast immer in Lateinamerika…

Gruß,
Cantate

Kann man alles nicht pauschalisieren!

Ein weibliches Wesen hat es auch heute noch schwerer als Männer in die Führungsriege aufzusteigen, selbst bei gleicher Qualifikation, obwohl es etwas besser geworden ist.

Das hat dummerweise auch andere Gründe:
In Führungsriegen gilt nach wie vor die soziale Infrastruktur als Primärkriterium, d.h. wen kennt man wie gut und wer hält was von wem?
Wenn „Frau“ nicht hinreichend sozial vernetzt ist mit der bestehenden Führungsriege, wird sie kaum in diese vordringen - unabhängig von ihrer fachlichen Kompetenz.

Als Frau muß man folglich mehr können, mehr Überstunden in Kauf nehmen und wird meist trotzdem schlechter bezahlt.

Da die Prämisse nicht stimmt, kann man dies nicht ableiten.
Dass Frauen oft mehr „für’s gleiche Geld leisten“ ist aber unabhängig davon bekannt. Die Ursachen sind jedoch bis heute ein Streitpunkt der Expert(inn)en.

Um aufzusteigen, wird dir wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als zusätzlich zu deinem Fachwissen, dir auch Führungswissen anzueignen.

Sorry, „Führungswissen“ allein reicht einfach nicht.
Wenn eine Person mir nachweisen kann, dass sie Management-Schulungen X,Y,Z besucht hat aber dann in der Praxis noch nicht einmal ein 1-Personen-Projekt gemanaged hat dann erscheint mir jedes diesbezügliche Zertifikat als, ehm sagen wir mal, „Wanddekoration“.

Allein schon der Nachweis einer Fortbildung bei der nächsten Bewerbung könnte hier etwas ändern und dir mehr Chancen eröffnen.

Prinzipiell stimme ich dem zu, aber es muss sich auch ein stimmiges Bild des Kandidaten ergeben.
Wenn jetzt jemand 10 Jahre lang wasweissich Akten zusammengeklammert hat und kommt dann mit einem Zertifikat „ABC der CEO’s“, dann wirft das beim Personaler Fragezeichen auf.
Wichtig hierbei ist, dass man „eine Stufe erklimmt“ und keinen Bruch suggeriert!

Gruß,
Michael

Nein!

In Amerika, ob Nord, Mittel oder Süd spricht man wegen einer Anstellung persönlich vor, …

Sofern man überhaupt soweit kommt!

beschreibt seine Fähigkeiten und wird angestellt oder nicht.

Vor allem seine bisherigen Leistungen!

Bekommt man den Job, beweist während der Probezeit, daß man kann, was man versprochen hat, behält man ihn, ansonsten fliegt man.

Das ist soweit richtig.

Aber was man nicht vergessen sollte, gerade in U, S und A und dem „äquatorialen Süden“ sind Beziehungen oftmals der einzige Weg in Führungspositionen!
Laut dem, was ich so mitkriege, werden in den Staaten über 90% der interessanten Positionen gar nicht erst ausgeschrieben - sondern direkt mit Bekannten bzw. Empfehlungen besetzt!
Was der Deutsche sich mühsam mit 100 Zertifikaten zusammenklaubt, macht der Amerikaner mit 2-3 „Referenzen“: wenn ich in meiner Bewerbung den ehemaligen CEO von Sony und den derzeitigen CEO von Microsoft angebe, (und die mich auch wirklich empfehlen!) habe ich den Job quasi sofort - wer nur auf seinen bisherigen Ableitungsteiler verweisen kann (und der dann auch noch sagt: „Hat noch nie was gemanaged“) dann sieht es mau aus.
Wer von fremd kommt und dann weder Kontakte noch praktische Erfahrungen hat, darf sich wieder vom Tellerwäscher hocharbeiten.

Deutsche kommen mit dicken Bewerbungsmappen an, und der Firmeninhaber blättert allenfalls ziemlich desinteressiert darin rum (wundert sich insgeheim oder lacht offen, was dieser Papierkrieg soll - mir mal passiert).

Stimmt.
Insbesondere Manager, die nicht in der Lage sind, Wesentliches vom Unwesentlichen zu trennen erwecken doch eher einen… eh, befremdlichen … Eindruck.
Etwa so amüsant wie das „Supertalent“ Stephan: beim ersten Ansehen vielleicht noch kurz lustig, beim genaueren Hinsehen nur noch abschreckend!

Und es gilt fast immer in Lateinamerika…

Gerade in Lateinamerika ist ein einflußreicher Fürsprecher oft mehr wert als eine nachweisbare Qualifikation - daher sollte man da schon ein paar gewichtige Kontakte haben, bevor man dorthin auswandert.

Nicht jeden Quatsch glauben, der im Fernsehen bei den Real-Soaps gezeigt wird!

Gruß,
Michael

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Hallo,

was du hier beschreibst trifft auf hohe Führungspositionen zu, nahe jenen des Aufsichtsrates und Vorstandes bzw. für diese, in Großkonzernen, für Leiter großer Abteilungen u.ä.m.

Das UP bezieht sich aber eher auf die unteren Ebenen, Leiter einer kleineren Abteilung o.ä. und hierzu nehme ich Stellung. Meine Stellungnahme beruht auf über 40-jähriger beruflicher Erfahrung im In- und Ausland - siehe Vika - und keineswegs auf irgendwelchen Fernseh-Soaps.

Gruß,
Cantate

als wenn das so einfach wäre
Hallo,

es gibt doch beinahe keine Länder mehr(ausserhalb der EU), die eine Arbeitsgenehmigung ausstellen. Wenn man nicht gerade der Superfachmann ist oder mit viel Kapital einen Betrieb eröffnet, darf man beinahe nirgends mehr rein. Ausser man ist 25 und geht nach einem Jahr wieder.

MfG

hi,

ja das bin ich schon - trotzdem haben wir führungskräfte die verheiratet sind (was ich nicht bin) und jünger als ich (also noch gebährfähiger *g*)

es geht auch nicht ausschl. um führungsposition, sondern einfach eine andere position z.b. spartenwechsel o.ä. also weniger in der führung als eine andere thematik…

oder lehrlinge in meinem arbeitsgebiet ausbilden etc…

lg

es handelt sich nicht um eine führungsposition!
da ging es nie drum…

es geht um bewerbungen innerhalb der gleichen abteilung in andere gebiete. diese gebiete bearbeit ich jetzt „randweise“ und würde die, in der neuen stelle, vertiefen

fachkenntnisse sind sehr gut - das weiss ich von einem spezialisten bei uns im haus - er hat das der führungsriege auch schon gesagt…mich für diese stellen namentlich benannt
das interessiert wohl nicht…

genau das hab ich im vorherigen unternehmen auch schon erlebt…

Hallo Pudeline,

fachkenntnisse sind sehr gut - das weiss ich von einem
spezialisten bei uns im haus - er hat das der führungsriege
auch schon gesagt…mich für diese stellen namentlich benannt
das interessiert wohl nicht…

wenn du wirklich so gut bist, dann wird es Deinem Chef Kopfzerbrechen bereiten, wenn er Dich ersetzen muss. D.h. er wird Dich nicht so ohne weiteres in einen anderen Bereich wechseln lassen.
Wenn du unbedingt den Bereich wechseln willst, und notfalls auch bereit bist den Arbeitgeber zu wechseln, dann würde ich das Deinem Chef klarmachen.
Diese Vorgehensweise kann Dir die Chance auf mehr Gehalt (als Schmerzensgeld damit du bleibst) eröffnen oder den gewünschten Job bescheren. Wenn du Pech hast, wirst du nächster Gelegenheit auch einfach nur „gefeuert“.

MfG
Stephan

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