Keine Augentropfen bei Kindern mit Bindehautent

Liebe/-r Experte/-in,
keine Augentropfen bei Kindern mit Bindehautentzün

Lieber Experte:
meinem 6 jährigem Sohn läuft das Eiter aus den Augen, er hat eine starke Bindehautenzündung!
Üblicherweise sind wir damit zum Arzt und sind mit einem Rezept Karnamytrex oder Karnamycin zur Apotheke. Mein Sohne hatte bisher vielleicht 3 - 4 in seinem Leben diese Entzündung.

Heute aber sagt der Arzt - NEIN - es würde von den Kassen kein Präparat für Kinder bezahlt werden - es gibt nichts was sie verschreiben kann - soll in der Apotheke einfach mal nachfragen.
In der Apo war das Personal ganz schokiert - stimmt nicht!
Gut, wieder zum Arzt - dort jedoch nur die Helferin angetroffen, sagt zu uns: Nein es gibt kein Rezept mehr wegen Regressansprüchen.

So, und was mach ich nun??? Welche Aussage stimmt hier?
Klar habe ich schon bei der Krankenkasse angerufen, die sagen: Bitte eine 2te Meinung einholen und zum Facharzt - keine weitere Erklärung.
Und nun???

Hallo,

natürlich bezahlt die Krankenkasse im Falle einer „richtigen“ Bindehautentzündung nach wie vor antibiotische Augentropfen. Diese sind verschreibungspflichtig.
Aus meiner Tätigkeit in der Augenarztpraxis (bis vor 6 Wochen) weiß ich, dass die Kinderärzte gerne und viel zu oft antibiotische Augentropfen verordnet haben. Von Regressansprüchen ist mir nichts bekannt, sollte das aber so sein, finde ich die Entwicklung, dass der Kinderarzt nicht mehr „einfach so“ nur weil Eiter aus dem Auge läuft, Antibiotika verschreibt gut.
Theoretisch könnte nämlich auch eine Tränenwegsverengung dahinterstecken, die bei einem 6-jährigen Kind auch anderweitig behandelt gehört. Von daher bitte auf jeden Fall morgen zum Augenarzt gehen (wenn Ihr über www.orthoptik.de unter „Service“ dem Link „Adressen Orthoptistinnen“ folgt, findet ihr Augenärzte, in deren Praxen viele Kinder kommen, auch wenn Euer Problem ein typisch ärztliches ist, würde ich Euch bei einem Arzt dieser Liste besser aufgehoben finden.)

Ich hoffe, damit geholfen zu haben.

Liebe Grüße

Liebe Mutter / lieber Vater,
hier scheint es mir am besten, wenn Sie einen anderen Augenarzt aufsuchen (ohne Termin, da es eine akute Erkrankung ist) oder sich vom Kinderarzt Augentropfen verschreiben lassen. Es kann nicht sein, dass ein Augenarzt schon im ersten Monat des Quartals (Juli) sein Medikamentenbudget aufgebraucht hat. Vielleicht ist es ein sehr spezieller seltener Fall, dass der Augenarzt wegen Überschreitung seines Budgets in den Vorquartalen nicht mehr Rezepte aufschreiben will, da er sost aus eigener Tasche dafür Geld zahlen muß. Sie können den Fall bei der Ärztekammer zur Sprache bringen. Bekannt ist, dass die Arzneimittelbudgets im 3.Quartal 2011 z.B. in Berlin deutlich gesenkt wurden, sodass der Augenarzt (gilt auch für alle anderen Ärzte) nicht mehr in jedem Fall Medikamente aufschreibt, wenn es nicht unbedingt sein muß. Aber er könnte Ihnen wenigstens ein Privatrezept schreiben, dass Sie erst bezahlen müssen und dann die Rechnung der Apotheke bei der Krankenkasse zur Erstattung einreichen. Also erst mal zu einem anderen Augenarzt oder zum Kinderarzt gehen.
MfG
W.H.

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Hilfe!!!

Ich würde nur gerne wissen. Warum ist es denn so schlecht, häufig Antibiotikum für die Augen zu nehmen? (beim restlichen Körper weiss ich es - und verstehe auch nicht die übermässigen verschreibungen)Aber beim Auge???

Das Eitern ist jetzt von selbst besser geworden - kann das bei der Tränenwegsverengung sowie der Bindehautentzündung auch von selbst wieder verschwinden?
Und jetzt wirklich die letzte Frage, was wäre denn wenn es eine Tränenwegsverengung wäre, schlimm?

Vielen Dank nochmal und freundliche Grüße
Nicole

Hallo,

leider kann ich Ihren Angaben nicht entnehmen, bei welchem Arzt Sie kein Rezept bekamen.

Augensachen gehören zum Augenarzt! Und diese werden in der Regel fachgerecht versorgt, was entsprechende Rezepte einschliesst.
Also keine Zeit verlieren.

Viele Grüße

Der selbe Grund wie bei systemischen Antibiotika - die möglichen Resistenzen - zum einen und zum anderen, dass ggf. eine andere ursächlichere Therapie je nach gestellter Diagnose sinnvoller ist.

Liebe Grüße