Keine Behandlung?

Hallo!
Ich kümmere mich privat etwas um zwei Leute, die sonst nicht viel Hilfe finden. Nun ist das Folgende passiert:
Nach wochenlangen heftigen Hustenanfällen sind Symptome einer Rippenfellentzündung aufgetreten. Die Kranke (etwas über 50 Jahre) geht zum Hausarzt, schildert die Schmerzen und den Verdacht auf Rippenfellentzündung. Der Arzt rührt keinen Finger für eine Diagnostizierung, bestätigt den geäußerten Verdacht als Diagnose und verschreibt zwei Medikamente (eines ein Schmerzmittel).
Nach einer Woche ohne Linderung ruft sie beim Lungenfacharzt an, der schon wegen des Hustens konsultiert worden war. Es kommt nicht einmal zu einer Terminvereinbarung: Fernmündliche Bestätigung der Diagnose Rippenfellentzündung und Empfehlung, sich vom Hausarzt (!) einige andere (genannte) Medikamente verschreiben zu lassen.
Zweimal das Gleiche! Ich bin fassungslos. Kann das sein? Ist das Budget ausgeschöpft? Ist das medizinisches Ethos? Weil du arm bist, musst du früher sterben.
("… Schaden und unrechtes Handeln ausschließen", wenn ich den Eid des Hippokrates richtig übersetze.
Inzwischen treten die ersten Symptome einer Lungenentzündung auf.
Was soll die Ärmste denn tun?

Beste Grüße!
H.

Hallo

Vielleicht konnten die Empfehlungen des Facharztes nicht richtig weitergegeben werden oder werden aus irgendeinem Grund vom Hausarzt ignoriert, die erste Medizin wirkte nicht oder ist gar nicht bis zum Patienten gekommen.

Ist er vielleicht Sch…, der Hausarzt? Liegt in meinem Vorstellungsspielraum. Was sagt ein anderer _niedergelassener_ Arzt?
Hat der Patient Fieber?
Wenn es allzuschlimm wird, muß die Gute wohl ins Krankenhaus.
Gibt es eine Krankenversicherung?
Das jeder in D krankenversichert sein soll, war doch mal Thema.

MfG

Hallo!

Inzwischen treten die ersten Symptome einer Lungenentzündung
auf.
Was soll die Ärmste denn tun?

Ich würde pragmatischerweise in die Notfallambulanz einer Klinik damit gehen.
Die haben auch bei nicht-krankenversicherten Menschen Behandlungspflicht und spulen in der Regel das Behandlungsprogramm routiniert und ohne jene Mätzchen ab, die man bei den niedergelassenen Kollegen manchmal erleben muss.

Gruß
Tyll

Hallo!
Bitte schildern Sie mir mal die Symptome und die Medikamente, die nicht helfen? Wo liegen die Schmerzen beim Husten? trockener Husten oder mit Auswurf? Wenn Auswurf wie sieht dieser aus? Blut während des Hustens im Tuch etc.? Nach Einnahme der Schmerzmittel Schmerzen geringer aan dem Rippenbereich? Ein und Ausatmung mit Problemen?
Fieber dazu?
MfG

Hi,

was den Hausarzt angeht: die Diagnose wurde auf Gtrund der geschilderten Beschwerden gestellt, was soll er denn sonst machen, aufschneiden? Viele Krankheiten lassen sich so diagnostizieren bzw. können nur so diagnostiziert werden.

Lungenfacharzt: das hängt nun davon ab, was da am Telefon gesagt wurde. Wenn man fragt „Ich hab Rippenfellentzündung, Medikamente A und B helfen nicht“ dann bekommt man natürlich den Hinweis auf Medikament C, D und E. Sagt man hingegen „ich habe Beschwerden, kann ich einen Termin haben“ oder „ich glaube, die Diagnose Rippenfellentzündung ist falsch, kann ich einen Termin haben“ sieht die Welt wieder anders aus. Vor allem, da der Arzt den Patienten schon kannte und ihn wegen genau des gleichen Problems schon gesehen hat, scheint Version 1 am wahrscheinlichsten.

übrigens finde ich es großartig, dass ein Facharzt telefonisch Kassenpatienten zur Verfügung steht, sei es, dass er persönlich dran war, sei es, dass die Schwester Nachrichten hin- und hergetragen hat. Viele Ärzte machen sowas nur für Privatpatienten.

die Franzi

Hallo!

Bitte schildern Sie mir mal die Symptome und die Medikamente,
die nicht helfen? Wo liegen die Schmerzen beim Husten?
trockener Husten oder mit Auswurf? Wenn Auswurf wie sieht
dieser aus? Blut während des Hustens im Tuch etc.? Nach
Einnahme der Schmerzmittel Schmerzen geringer aan dem
Rippenbereich? Ein und Ausatmung mit Problemen?
Fieber dazu?

Ja, genau das hätte der Arzt fragen müssen, und die Lunge hätte er m. E. abhören müssen, ob die typischen Geräusche einer Rippenfellentzündung vorliegen. Nichts davon geschah.

Vielen Dank für die Antwort!
H.

Hallo!

Ich würde pragmatischerweise in die Notfallambulanz einer
Klinik damit gehen.

Es wird nichts anderes übrig bleiben.

Die haben auch bei nicht-krankenversicherten Menschen
Behandlungspflicht

Sie ist GK-versichert! Deshalb mein Verdacht betr. Budget.

Freundlichen Gruß!
H.

hi

übrigens finde ich es großartig, dass ein Facharzt telefonisch
Kassenpatienten zur Verfügung steht, sei es, dass er
persönlich dran war, sei es, dass die Schwester Nachrichten
hin- und hergetragen hat. Viele Ärzte machen sowas nur für
Privatpatienten.

und ein seriöser Arzt, der seinen Beruf und die Patienten ernst nimmt, macht das weder für Kassen- noch für Privatpatienten !

Gruß Hex

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hi

Nach wochenlangen heftigen Hustenanfällen sind Symptome einer
Rippenfellentzündung aufgetreten. Die Kranke (etwas über 50
Jahre) geht zum Hausarzt, schildert die Schmerzen und den
Verdacht auf Rippenfellentzündung. Der Arzt rührt keinen
Finger für eine Diagnostizierung, bestätigt den geäußerten
Verdacht als Diagnose und verschreibt zwei Medikamente (eines
ein Schmerzmittel).

tjo manche Ärzte mögen es (verständlicherweise) nicht, wenn Laien kommen und selber schon eine Diagnose parat haben …dann ist es zwar nicht korrekt aber durchaus menschlich eben einfach die vom Patienten selber erkannte Krankheit zu behandeln udn punkt

Besser ist es hinzugehen, sich untersuchen zu lassen, sich anzuhören was der doc zu sagen hat und DANN evtl. zu diskutieren :wink: aber nicht vorher

Gruß H.

Hi,

und wieso? (ich gehe hier und ging vorher davon aus, dass man Rückfragen hat bzw Nebenwirkungen meldet, also nicht mit einem neuen Problem auftaucht. Das sollte doch kein Problem sein.)

die Franzi

Hallo,

und wieso? (ich gehe hier und ging vorher davon aus, dass man
Rückfragen hat bzw Nebenwirkungen meldet, also nicht mit einem
neuen Problem auftaucht. Das sollte doch kein Problem sein.)

Das kann aber ganz schnell zum Problem für den Arzt werden. Es ist Aufgabe des Arztes, die für die Diagnose wichtigen Dinge im Detail beim Patienten abzufragen. Der Patient hat da keine Bringschuld! Hier sind nach der Untersuchung des Patienten durch den Arzt neue Symptome aufgekommen, da ist eine Fernbehandlung nicht mehr statthaft. Das sieht auch die Ärztekammer nicht anders und warnt ausdrücklich davor
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis…
Das nicht ausreichend Erheben von Befunden, was Folge der rein telefonische Beratung ist, wird sogar als grober Behandlungsfehler eingestuft und führt damit zur Beweislastumkehr.

Wenn der Patient hier eine ernstere Erkrankung hat, deren Behandlung durch dieses Fehlverhalten unnötig verzögert wird, dann hat auch der Arzt ein ernstes Problem!

Viele Grüße

Uli

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hi

und wieso? (ich gehe hier und ging vorher davon aus, dass man
Rückfragen hat bzw Nebenwirkungen meldet, also nicht mit einem
neuen Problem auftaucht. Das sollte doch kein Problem sein.)

hier in dem Fall ging es aber nicht um eine „Rückfrage zur laufenden Behandlung“ sondern um ein Rezept, das aufgrund ausschliesslich eines telefonischen Kontaktes ausgestellt wurde - ohne dass der Arzt den Patienten zu Gesicht bekam … zumindest hatte ich das so verstanden :wink:

und sowas ist höchst unseriös

wenn ich bei meinem Hausarzt ein Rezept telefonisch erbitte, macht er das nur, wenn es sich um mein Dauermedikament handelt, das ich seit Jahren nehmen muss oder um ein Folgerezept für Physiotherapie … für alles was neu oder anders ist als sonst, muss ich selbstverständlich persönlich erscheinen

Gruß H.

tjo manche Ärzte mögen es (verständlicherweise) nicht, wenn
Laien kommen und selber schon eine Diagnose parat haben
…dann ist es zwar nicht korrekt aber durchaus menschlich
eben einfach die vom Patienten selber erkannte Krankheit zu
behandeln udn punkt

Also bitte, ein gestandener Arzt sollte doch ein wenig über solchen Eitelkeiten stehen und bitteschön seine Pflicht erfüllen. So ein Kindergarten-Verhalten kann man doch nicht noch entschuldigen.
Dass Patienten sich selber Gedanken machen, was mit ihnen los sein könnte, ist doch das Menschlichste und Normalste von der Welt. Ich bin übrigens selber erst über eigene Recherche zu den richtigen Ärzten und der richtigen Diagnose gekommen. Wenn ich mich nur auf die Ärzte verlassen hätte, hätte ich heute noch eine Fehldiagnose. Und ich kenne viele andere Patienten, denen es so ging. Das sollten Ärzte auch lernen, dass viele Patienten heutzutage nicht mehr an den Gott in weiß glauben und selber mitdenken.

Besser ist es hinzugehen, sich untersuchen zu lassen, sich
anzuhören was der doc zu sagen hat und DANN evtl. zu
diskutieren :wink: aber nicht vorher

Dass diplomatisches Vorgehen zielführender ist, ist sicher richtig. Bei deiner Vorgehensweise hättest du aber genauso das Problem, dass der Arzt, wenn er sich irrt, trotzdem nicht mehr von seiner einmal geäußerten Diagnose abweichen wird. Jedenfalls wenn er so „menschlich“ ist, wie du schilderst. Schließlich ist er der Arzt, und er darf ja nicht seine Autorität verlieren, nicht wahr? Ich würde es so machen: meine Vermutung am Anfang äußern, aber als Frage formulieren: Kann das … sein? Oder: mein Verwandter hat gemeint, ich könnte vielleicht … haben, das macht mir Angst, deshalb bin ich zu Ihnen gekommen.

Hi,

da hast du - glaube ich - was falsch verstanden. Es sind zwei Ärzte beteiligt:

  1. Hausarzt. Persönlich gesehen, Symptome geschildert bekommen, Medikament verschrieben.

Medikament hilft nicht. Jetzt kommt der nächste Arzt:

  1. Facharzt. Wird telefonisch kontaktiert . Bestätigt die Diagnose, weil er früher (vielleicht vor 1.?) schon konsultiert worden war. Verweist zurück an dan Hausarzt. Der Hausarzt soll ein neues Medikament verschreiben.

1 und 2 sind nicht die selbe Person.

Ist das trotzdem verboten? Ich habe nämlich vor, meine Basistherapie nach Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Entweder persönlich beim Hausarzt erscheinen und der holt sich telefonisch die Erlaubnis vom Facharzt, oder ich rufe beim Facharzt an und hole mir telefonisch die Erlaubnis.

die Franzi

Hallo,

da hast du - glaube ich - was falsch verstanden. Es sind zwei
Ärzte beteiligt:

  1. Hausarzt. Persönlich gesehen, Symptome geschildert

keine körperliche Untersuchung durchgeführt, kein Röntgen, kein Labor, schon der erste große Fehler bei chronischem Husten!

Medikament hilft nicht. Jetzt kommt der nächste Arzt:

  1. Facharzt. Wird telefonisch kontaktiert . Bestätigt die
    Diagnose, weil er früher (vielleicht vor 1.?) schon
    konsultiert worden war.

Kann bei verschlechterter Symptomlage und Chronifizierung die Diagnose unmöglich bestätigen.

Ist das trotzdem verboten?

Was heißt „verboten“? Beide Ärzte haben sich falsch verhalten, weil die Diagnostik unzureichend war und so weder der Verdacht verifiziert und andere Krankheiten ausgeschlossen werden konnte noch die Ursache eingegrenzt, was Voraussetzung für die richtige Therapie ist.
www.pneumologie.de/fileadmin/pneumologie/…/LL_Chro…

Ich habe nämlich vor, meine

Basistherapie nach Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen.
Entweder persönlich beim Hausarzt erscheinen und der holt sich
telefonisch die Erlaubnis vom Facharzt, oder ich rufe beim
Facharzt an und hole mir telefonisch die Erlaubnis.

Das ist etwas ganz anderes. Bei dir steht die Diagnose doch fest. Absetzen der Basismedikation bei MS ist etwas, das weder ungewöhnlich ist noch weitere Diagnostik voraussetzt.

Grüße

Uli

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Hallo,

vielleicht hat der Arzt ja auch eine Ultraschall-Diagnose gemacht?

Grüße
miamei

PS: Bei Lungenentzündung die 112 anrufen und mitteilen, daß man keine Luft mehr bekommt.
Dann ist innerhalb von 15 min jemand da.