Hallo,
mein Kinderarzt sagt das es reicht unserem 9 Monate alten Baby Vitamin D Tabletten zu geben und mit einer Zahnpasta die Zähne zu putzen die Flour enthält. Er sagt das Flour Tabletten nur für die Kurze Zeit wirken die sie im Mund sind und deshalb die Zahnpasta genauso sinnvoll ist. Auch nach erneuten Nachfragen verschrieb er uns keine Flour Tabletten. Mein Zahnarzt aber sagt das wir Flour geben sollen.
Mein Kinderarzt sagt das nach neuen Studien die Tabletten nicht mehr benötigt werden. Was stimmt??? Wir sind sehr verunsichert.
Bin dankbar für Ihre Meinungen!
Liebe Grüße
Loeckchen
1975 habe ich eine Studie begleitet und da wurde eindeutig festgestellt, daß die Flourtabletten sinnvoll sind. Allerdings wirken sie am besten, wenn sie lange im Mund sind und die Zähne „umspülen“.
Nach der Geburt meiner Tochter hatte ich promt einen kaputten Zahn, nach dem Motto: Jedes Kind ein Zahn! Bei meinem Sohn habe ich die ganze Schwangerschaft Zymaflour genommen, hatte dann keinen kaputten Zahn und mein Sohn hat ein Bilderbuchgebiss! Allerdings hat er mit der Gewissheit in der Pupertät geschlampert und hat ein paar kleine Plomben bekommen, die habe ich ihn selber bezahlen lassen, nicht zur Strafe, sondern zum Lernen. Die Zahnärztin hat auch gesagt, daß er sehr harte und gute Zähne hat. Meine Kinder bekommen von mir immer wieder mal eine Dose Zymaflour von mir geschenkt. Die sind heute 29 und 33 Jahre. Ich nehme es auch immer wieder mal und habe zwar aus meiner Kindheit Plomben, aber meine Zähne sind für mein Alter recht gut. Kaufe sie Dir selbst, sie sind nicht teuer und es lohnt sich zusammen mit guter Zahnpflege. Dein Kind wirds Dir später danken.
Hallo Löckchen,
im Gegensatz zu Deinem Kinderarzt bin ich der gleichen Meinung wie Dein Zahnarzt.
Es ist ausgesprochen wichtig Kindern während der Entwicklungsphase ihrer bleibenden Zähne in ausreichendem Maß Fluor zur Verfügung zu stellen.
Das geht nicht über das in der Zahncreme enthaltene Fluor!!!
Kinderzahncremes enthalten absichtlich besonders wenig Fluor (wesentlich weniger als Zahncremes füre Erwachsene), weil Kinder die gut schmeckende Kinderzahncreme oft herunterschlucken und damit eine nicht kontrollierbare Fluormenge zu sich nehmen würden.
Der einzige Punkt in dem Dein Kinderarzt Recht hat ist der Umstand, daß man heute Fluortabletten geringer dosiert als noch vor 10 Jahren. Die heutigen wissenschaftlichen Empfehlungen schlagen 0,25mg Fluor bis zum abgeschlossenen 3. Lebensjahr und vom 4. bis 6. Lebensjahr 0,5mg Fluor vor (jeweils pro Tag).
Diese ominösen wissenschaftlichen Untersuchungen, nach denen man kein Fluor mehr zugeben müsste, geistern seit einigen Jahren durch die Kinderarztpraxen. Belegen konnte mir bisher aber noch niemand diese Behauptung.
Man muss allerdings unterscheiden zwischen Fluortabletten und Kombinationen aus Vitamin D und Fluor. Diese Kombinationspräparate müssen tatsächlich nicht solange gegeben werden.
Wenn Dein Kinderarzt Dir keine Fluortabletten mehr verschreibt, hol Dir ein entsprechendes Rezept bei Deinem Zahnarzt. Du wirst es nicht bereuen!!
Im Übrigen würde ich an Deiner Stelle wenn es um die Zähne Deines Kindes geht auf Deinen Zahnarzt hören. Im Zweifelsfall würdest Du doch auch zum Thema Kinderkrankheiten eher auf Deinen Kinderarzt als auf Deinen Zahnarzt hören?!
Gruß
Gero
Die neuesten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zum Umgang mit Fluoridtabletten: Die Tablettenfluoridierung könne zwar nicht unter den Tisch fallen, aber in vielen Fällen darauf verzichtet werden. Fluoride haben in den letzten Jahren einen immer größeren Anteil in vielen Nahrungsmitteln erreicht. Man denke dabei an fluoridiertes Speisesalz, Mineralwässern und an die fluoridierten Zahnpasten
Unbestritten sei aber nach wie vor der kariesverhütende Effekt der Fluoride in der Zahnheilkunde, doch wird der Einfluß der Fluoridtabletten dabei geringer eingeschätzt.
Eine individuelle Fluoridanamnese ist dabei nötig.
Zahn-und Kinderärzte sollen demnach mit einem individuellen Fluoridbefund abklären, wieviel Fluor schon durch die tägliche Nahrung aufgenommen wird. Dabei sind fluoridhaltige Mineralwässer zur Zubereitung von Säuglingsnahrung genauso zu beachten, wie fluoridiertes Speisesalz, Sojaprodukte und Zahncremes.
Fluortabletten sollten nur bei Risikogruppen verschrieben werden!
Für Kinder mit hohem Kariesrisiko und für Familien bei denen die Eltern nicht willens oder in der Lage sind die Mundhygiene ihrer Kinder zu unterstützen, sei die Fluorprophylaxe mit Tabletten weiterhin ein sinnvolles Instrument zur Kariesvermeidung. Dabei können Risikokinder aber nur als solche erkannt werden, wenn ein regelmäßiger Zahnarztbesuch stattfinde.
Auch die amerikanische Gesellschaft für Kinderzahnmedizin teilt diese Auffassung:
http://www.ada.org/prof/resources/positions/statemen…
Ich empfehle keine systemische Fluoridierung mehr.
Der Nutzen konnte nie eindeutig belegt werden. Selbstverständlich hatten Kinder mit F-Tabletten später bessere Zähne aber das lag vor allem daran dass die Eltern auf die Mundhygiene ihrer Sprösslinge geachtet haben und nicht auf die Tablettengabe. Dagegen sehe ich heute noch oft Kinder mit einer Fluorose.
Ich rate ab!
Gruss Christian