Keine Noten mehr und dann ?

Hi

Inspiriert durch die vorhergehende Frage ,stell ich jetzt eine neue Frage an die Musiker ,wie sie das sehen.

Ich selber kann keine Noten lesen .Pack ich nicht ,bin ich zu doof und kann mich auch nicht vernünftig mit der Materie auseinandersetzen .Ich klimpere nur nach gehör ,soweit meine Fingerfertigkeit das erlaubt .
Was ist aber mit der musizierenden Gemeinde ,die zum spielen Noten brauchen ?
Was ist ,wenn keine Noten da sind ,gibt es dann auch keine erkennbare Melodie mehr ? Muss der Notenleser dann nach Hause gehen ? Wenn ja ,warum ? Und womit kommt ein Musiker weiter .Nur mit Noten oder nur mit gehör ? Die Kombination von beiden Fähigkeiten scheidet bitte jetzt einmal aus .
Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber später erst Noten lesen gelernt haben.

Gruß Nino

Nichts einfacher als das
Hi,

Notenlesen ist mit Abstand das Einfachste an der Musik überhaupt.
Die Tatsache, dass du nach Gehör spielst, deutet auf eine generell vorhandene Musikalität hin.
Notenlesen kann man sich leicht autodidaktisch aneignen.
Gruss,

Moin

…stell ich jetzt eine neue Frage an die Musiker ,wie sie das sehen.

Eine? *g*

Was ist aber mit der musizierenden Gemeinde ,die zum spielen
Noten brauchen ?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendein Musiker Noten braucht , im dem Sinne, daß er ohne Noten überhaupt nicht musizieren könnte. Jeder Musiker kann auch (mindestend ein bißchen) ohne Noten…

Was ist ,wenn keine Noten da sind ,gibt es dann auch keine
erkennbare Melodie mehr ?

Doch selbstverständlich: Vormachen - Nachmachen, das fängt an, wenn die Mutter (resp. Vater) ihrem Kind ein Kinderlied beibringt, das geht immer so: vorsingen, irgendwann singt das Kind mit.

Muss der Notenleser dann nach Hause gehen ? Wenn ja ,warum ?

Wieso sollte er ?
Es kommt auf den Grad der Fertigkeiten am Instrument sowie der Kreativität, Spontaneität und Flexibilität an, was die Musiker aus dieser Situation machen.
Bei eingefleischten Blues-Musikern bedarf es kaum einer Absprache. Tonart angeben, Anzählen und los geht’s.
Kommt ein Metier-Neuling dazu, muß man ihm vorher halt ein paar Tips geben: paß auf, das Schema geht so… und hier kann man sowas spielen…

Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber
später erst Noten lesen gelernt haben.

s.o. Mutter-Kind (Stimme als Instrument). Ja.

Was war wohl früher da, die Musik (die Melodie, das Thema, das Lied oder nur ein Rhythmus zum Tanzen in der Höhle) oder die Noten?
Genau.
Notenschrift ist nur eine relative Festlegung oder Definition des Musizierens (die übrigens nie so genau sein kann, um nicht noch Interpretationsmöglichkeiten offen zu lassen).
Ähnlich der Sprache in geschriebener Form.
Willst Du nun einem Araber etwas mitteilen, so wird er mit den geschriebenen Worten von Dir nicht viel anfangen können, er ist die Art des Notierens (die Notation, die Noten) nicht gewohnt.
Er kann wahrscheinlich…

… keine Noten lesen .Pack ich nicht ,bin ich zu
doof und kann mich auch nicht vernünftig mit der Materie
auseinandersetzen .

Und streicht die Segel. Du kannst es mit gesprochenen Worten versuchen, er wird auch nur Bahnhof verstehen.
Schließlich mit Händen, Füßen und weiß-der-Geier noch was.

Irgendwie werdet ihr Information austauschen, auch ohne die vorherige, beidseitige Kenntnis eines Codes.

Gruß
Herm

Hi Nino

Was ist aber mit der musizierenden Gemeinde ,die zum spielen
Noten brauchen ?
Was ist ,wenn keine Noten da sind ,gibt es dann auch keine
erkennbare Melodie mehr ? Muss der Notenleser dann nach Hause
gehen ?

Natürlich spielen auch viele Musiker, die Noten lesen können, aus dem Gefühl heraus, entweder um bekannte Melodien nachzuspielen oder um einfach zu improvisieren.

Und womit kommt ein Musiker weiter?
Nur mit Noten oder nur mit gehör ?

Ich würde sagen, diese Frage kann man so nicht beantworten. Das ist zum einen von Musiker zu Musiker unterschiedlich und außerdem von Musikstil zu Musikstil. Wenn du einem eingefleischten Jazz-Saxophonisten diese Frage stellen wirst, wird er wohl das Gehör als viel wichtiger einschätzen als ein klassischer pianist, er wird eher die Noten vorziehen.

Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber
später erst Noten lesen gelernt haben.

Also ein entscheidender Vorteil wenn man Noten lesen kann bzw. die Theorie beherrscht ist meiner Meinung nach das harmonische Wissen. Wenn man weiß, welche Töne wie, wann und warum zusammenpassen, hat man viel mehr möglichkeiten als wenn man „einfach mal probiert“.

ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen!

Liebe Grüße

sasha

Hallo.

Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber
später erst Noten lesen gelernt haben.

Es gibt auch genügend Leute, die auf ihrem Teil dem Teufel den Sack abspielen und nicht für einen verbogenen Dreier Noten lesen können. Manche können sogar überhaupt nix lesen …

Ein Teil der ganzen Dudelei ist die vorhandene Musikalität - da wird dann eben nach Gehör oder ganz frei Schnauze gehumtatat. Deswegen können Musiker aus ganz verschiedenen Sprachräumen - sofern sie den gleichen „gehörten“ Hintergrund haben - durchaus in kurzer Zeit zusammen spielen, und zwar so, dass es nicht wie die bekannte Melodei „auf der Treppe liegt ein Lappen“ klingt, sondern wie richtige Musik. Soll heißen, der Blueskimo aus Kikmiquik am Polarkreis kann mit dem Jamaikaner zusammen einen dudeln, ohne sich in irgend einer Weise verbal oder auf Papier auszutauschen.

Schwieritz wird das Spielen ohne Noten dann, wenn es um völlig unbekannte Stücke geht. Jedenfalls bei festgelegten Sachen, die sich nicht nach einem gängigen Schema abhandeln lassen, das man auch ohne weiteres Wissen beherrschen kann; Blues zum Bleistift.

Irgendwer muss dann schon da sein, um den anwesenden Musikern das Ganze irgendwie vorzujammern … Notenkundigen Musikern dagegen knallst Du ein Blatt hin, und sie spielen das Ganze vom Blatt runter (hierzu die Bezeichnung „prima vista“ -> „erstmals gesehen“!).

Und natürlich kann man erst das Instrument spielen und später noch Noten lernen. „Zu doof dazu“ übersetze ich mit „zu faul dazu“ - Notenschrift ist bedeutend einfacher als das geschriebene Wort …

Gruß kw

Hi helge,

Notenlesen ist mit Abstand das Einfachste an der Musik
überhaupt.

Lesen ist auch sehr einfach; sag das mal einem Legastheniker!

Es gibt tatsächlich Menschen (und noch nicht mal soooo wenige), die trotz ausgeprägter Musikalität nicht in der Lage sind, Noten zu lesen.

Gandalf

Hi

Es gibt tatsächlich Menschen (und noch nicht mal soooo
wenige), die trotz ausgeprägter Musikalität nicht in der Lage
sind, Noten zu lesen.

Es ist wirklich so, das ich keinen Bezug zu den Note aufbauen kann.
Im Musikunterricht der Grundschule war ich nicht im Stande, etwas darüber zu lernen oder auch zu behalten. Es hat mich auch nicht wirklich interessiert. Ein paar Jahre später, als ich dann Gitarre spielen gelernt habe, wollte ich mir das Notendeuten aneignen. Ich sah und sehe auch heute noch den Vorteil, das Ideen sich besser aufzeichnen lassen, als ständig das Tonband einzuschalten. Es hat für mich nichts mit Faulheit zu tun. Der Wille ist da, aber mein Verständnis für die Noten nicht.

Meine Tochter spielt jetzt auch seit einigen Jahren und sie kann mit Noten auch nichts anfangen. Ihre Musiklehrerin kann das auch nicht verstehen und zweifelte sogar an, das sie ein Instrument spielen könne, bis meine Tochter ihr etwas vorgespielt hat.

Leider habe ich in den Antworten nichts darüber lesen können, in dem sich ein „nur Notenleser“ zu Worte meldet. Es sind leider nur Antworten von Leuten, die annehmen das…

Ich begründe meine Anfrage damit, das ich einige wenige Leute kennen gelernt habe, die mir immer wieder sagten, das sie ohne Noten nicht spielen können.
Entweder ist an den Aussagen etwas dran und sie haben sich nicht getraut zu spielen.

Gruß Nino

Hi nimo,
vorerst mal kleines Wort an dich persönlich rat mal wer auch keine einzige note von der anderen unterscheiden konnte? Die GRÖßTEN musiker aller zeiten natürlich die BEATLES. Von daher sind sie das beste Beispiel dafür, das man auch ohne Noten spielen kann. Ich persönlich lerne mich derzeitig ein bischen Gitarre spielen an und aus Erfahrungen weiss ich das Gitarre spielen erstmalig in einem unterricht auf Akkorden statt Noten basiert. Daher sind noten erst zweitrangig und für mich persönlich erst dann nötig, wenn man in die Materie eindringt, sich mit der Theorie befasst und zu dem noch Lieder nachspielen will. Ich für meinen teil bringe mir gerade bei welche note welcher seite an welchem Steg zuzuordnen ist aber nicht deren Namen.

MFG
Samyy

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

HI,

also der musiker muss keinesfalls nach hause gehn. Es handelt sich ja lediglich um die schrift der musik.
Überleg doch mal; kann ein autor noch geschichten erzählen, wenn er nicht mehr schreiben könnte???
Beim JAZZEN improvisiert man ja auch größtenteil. Der punkt ist halt nur, daß solch eine jam-session nie mehr eins-zu-eins wiederholbar ist. Durch die notation kann der musiker selbst und seine nachwelt die musik rekonstruieren…

LG Alex:smile:

Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber
später erst Noten lesen gelernt haben.

musiker die nicht notenlesen (konnten):

Elvis Presley
B.B.King
Wes Montgomery
Django Reinhart
Erroll Garner
George Shearing…

menschen die aus biologischen NIE notenlesen werden:

Stevie Wonder
Ray Charles
Jose Feliciano
Ronnie Milsap
Andrea Bocelli…

und? musik wird GEHÖRT und nicht gelesen.

gruß
datafox

Hi auch

M.E. vereinfachen Noten die Kommunikation zwischen Musikern.

Was ist aber mit der musizierenden Gemeinde ,die zum spielen
Noten brauchen ?

Die brauchen das meistens nicht, um _irgendwas_ spielen zu können, sondern weil sie _genau_ das notierte spielen wollen/müssen. Das geht z.T. auch wunderbar ohne Noten, aber es gibt gewisse Grenzen bzgl. der Komplexität des Stücks (Metallica kannst du wunderbar ohne Noten spielen, Rachmaninovs Klavierkonzerte werden schon schwieriger) und der Anzahl Musiker (Metallica - zu viert, Rachmaninovs KK - ein Symphonieorchester, d.h. bis über 100 Leute).

Und womit kommt ein Musiker weiter.
Nur mit Noten oder nur mit gehör ? Die Kombination von beiden
Fähigkeiten scheidet bitte jetzt einmal aus .

Ich denke, für das Erlernen eines Instruments ist Gehör unabdingbar, da du ja ein Feedback brauchst, wie es tönt, wenn du irgendwas drückst. Das Notenlesen ist imho weniger wichtig für deine persönliche Entwicklung, eher für die Kommunikation mit anderen Musikern (s.o.).

Und gibt es Leute ,die zwar ihr Instrument beherrschten ,aber
später erst Noten lesen gelernt haben.

ja, die gibt’s. siehe oben.

Gruss Sam