Keine Plasmaspende von chronisch Kranken

Hallo
warum dürfen chronisch Kranke eigentlich kein Plasma spenden. Bei einigen Krankheiten ist es ja verständlich, bei anderen eher nicht.
Wenn ich z.B. Rheuma habe und seit Wochen ohne Medikamente auskomme, oder nur gelegentlich mal eine Schmerztablette brauche,
wenn ich Diabetes habe verstehe ich nicht, was das Blut damit zu tun hat, es wird ja nur der Blutzuckerspiegel ausgeglichen
Jeder sagt, das ist so
Es darf kein Blut und kein Plasma gespendet werden, kein Knochenmark…
Darf man eigentlich noch Organe spenden???
Aber warum eigentlich (nicht)???
Wie viele Leute sind chronisch krank und spenden trotzdem.
Man kann mir nicht erzählen, dass die bei Aufnahme und bei gelegentlichen Stichproben das Blut auf Rheumafaktor, Diabetes, Depressionen, Rückständen von Tattoos etc prüfen.
Klar, darum fragen sie. Als Spender trage ich auch Verantwortung. Aber wie viele wissen gar nicht, dass sie krank sind, oder lügen des Geldes wegen. Wird das Blut auf ALLES geprüft??? Immer wieder, damit sich nichts einschleicht???
Wäre ja super.
Doch auch dann bleibt noch die Frage nach dem WARUM offen.
Lieben Dank für eure Antworten
Susanne

Oah…

Hallo
warum dürfen chronisch Kranke eigentlich kein Plasma spenden.
Bei einigen Krankheiten ist es ja verständlich, bei anderen
eher nicht.

Pfff.
Frag lieber mal warum vollkommen gesunde(!) Homosexuelle (auch weibliche!) nicht spenden dürfen.
Das muss man nicht verstehen.

Ich find es ja schon schlimm genug, dass bei männl. Homosexuellen die „Ihr habt ja alle Aids!“ Keule gezogen wird, obwohl das unter Heterosexuellen genauso ein Problem ist, aber bei weiblichen Homosexuellen ist das schon fast albern.
(Ja, sie können auch HIV bekommen, aber wenn ich daran denke dass da ein Kerl vor einiger Zeit, EIN einziger 131 Frauen bei heterosexuellem (!) verkehr angesteckt hat, die Übertragung von Frau zu Frau geht mWn nicht ganz so fix.)

Ich kann es bei chron. Kranken verstehen, die dauernd Medikamente nehmen müssen. Je nachdem wo man das Blut braucht, wer weiß welche Wechselwirkungen da eintreten. Aber wenn jmd. z.B. nur depressiv ist, aber keine Antidepressiva nimmt, sprich keine Medikamente also… eh oO°

lg
Kate

Das sind nicht nur die Medikamente, die im Blut sein können. Es ist auch der Stress, den die Blutspende für den Körper bedeutet. Ich habe Multiple Sklerose, und eine BLutspende könnte bei mir einen Schub auslösen. Und da man nie weiß, wie stark der Schub ist, was er betrifft und ob er sich wieder zurückbildet, lass ich es bleiben. Die Blutspendezentralen würden sicher auch ein Schadenersatzproblem kriegen, wenn sie solche Spenden zulassen würden. Nicht dass gleich jeder klagt, aber trotzdem würde es zu teuer werden.
Es wäre auch zu teuer, JEDE Blutspende auf ALLE möglichen Risikofaktoren zu testen. Zweites Problem dabei ist, das jeder Text fehlbar ist, so gering das Risiko auch ist. Das heißt, je mehr Blutproben unbekannter Herkunft ich zB auf HIV teste, desto mehr proben haben als Ergebnis „negativ“, obwohl sie HIV-infiziert sind. Also ist es besser, Risikogruppen auszuschließen. Natürlich haben auch Heterosexuelle Aids, aber der Prozentsatz ist geringer. Und JA, bei lesbischem Sex kann man sich exzellent (entschuldigung für die Wortwahl) mit HIV infizieren. Das Scheidensekret enthält HIV-Viren, und frau kann ja nciht nur die Hand nehmen, wenn ihr wisst, was ich meine …

Hallo Susanne!

Ich kann nur für Diabetes Typ 1 sprechen. Der wird als Autoimmunkrankheit angesehen, d.h. der Körper bekämpft sich selbst, kurz gefasst. Es kann keiner voraussagen, was mit den Zellen passiert, die weitergegeben werden. Also, was die im Empfänger anrichten könnten.
Das ist die Aussage, die mir dazu von ärztlicher Seite gegeben wurde.

Zudem kann ich mir verschiedenes vorstellen, was das Ganze noch beeinflusst…ich schreibe das Ganze jetzt mal sehr einfach, es sollte aber ausreichen um zu verstehen worum es geht.
Es bindet sich Zucker an Blutzellen. Je mehr, desto leichter können solche Zellen feine Gefäße verstopfen. Nicht so heftig wie bei einer Thrombose, aber doch so schwerwiegend, dass dadurch Schäden im Körper angerichtet werden.
Zudem ist das Insulin künstlich zugeführt, d.h. nicht immer im normalen Verhältnis im Blut vorhanden. Ich weiss nicht, wie sehr ein etwaiges „Missverhältnis“ einem Empfänger Probleme bereiten kann, aber denkbar wäre es.
Genauso sind oft andere Parameter etwas verschoben. Das kann einem kranken Körper mit Sicherheit zu schaffen machen.
Zu dem Ganzen kommt auch, wie vorher jemand geschrieben hat, die Belastung für den Körper. Kein grosser Blutverlust, nein, aber es dürfte trotzdem einen Einfluss darauf haben, wieviel Insulin der Körper gerade braucht. Das ist nicht mal eben „einfach so“ ausgeglichen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es bei anderen chronischen Krankheiten ähnlich ist.

Liebe Grüsse
Bine

Warum dürfen chronisch Kranke eigentlich kein Plasma spenden.
Bei einigen Krankheiten ist es ja verständlich, bei anderen
eher nicht.

Du musst Dir vorstellen, Du wärst verantwortlicher Transfusionsmediziner in einer Blutspendezentrale. Jede Übertragung einer Krankheit durch Transfusion ist eine Katastrophe. Tritt eine Erkrankung auf, so kann man ja oftmals auch nicht feststellen, ob sie in ursächlichem Zusammenhang mit der Transfusion steht. Man wird aber immer schnell vermuten, dass es die Transfusion war. Daher musst Du durch Regeln und durch dokumentierte Beweise der Einhaltung dieser Regeln beweisen, dass Du alles getan hast, ein Risiko zu vermeiden. Denke darüber nach und Du wirst zwingend zu strengen, nicht immer logisch nachvollziehbaren Ausschlusskriterien kommen.
Udo Becker