Keine Zwischenbestäigung im Gespräch

Hallo, kennt Ihr diese Situation: Man spricht mit einer Person, die keine „Zwischenbestätigung“, wie z.B. Kopfnicken, ja, mh oder ähnliches gibt. Man fühlt sich nicht wohl, hat den Eindruck, der Gesprächspartner gibt einem nicht genug Aufmerksamkeit, geht nicht auf das Gesagte ein, versteht einen nicht, ist abgelenkt, ist nicht am Gespräch interessiert usw.

Wer selbst ein „guter Zuhörer“ ist, und diese „Zwischenbestätigung“ oft gibt, wird sie vielleicht im Gespräch mit anderen Menschen vermissen.

Wie könnte man einen Gesprächspartner dazu motivieren, diese für einen selbst eher wichtige, aber für ihn möglicherweise nicht nötige „Zwischenbestätigung“ zu geben? Danke schonmal für Eure Ideen…

Hallo, kennt Ihr diese Situation: Man spricht mit einer
Person, die keine „Zwischenbestätigung“, wie z.B. Kopfnicken,
ja, mh oder ähnliches gibt.

Hallo Julia,

ja, ich kenne die Situation: Ich muss oft unterrichten und da gibt es Punkte, an denen ich eine Bestätigung der Teilnehmer haben möchte, bevor ich weiter mache.

Ich frage dann nach - manchmal jeden einelnen. Und scherzhaft sage ich etwa: Bitte wenigstens nicken, damit ich weiter machen kann. Das bringt eine Auflockerung, weil dann alle lachen und danach kommt doch die eine oder andere Frage.

Das ist vielleicht nicht genau die Situation, die Du meinst, aber auch hier könnte ich mir vorstellen, dass eine Rückfrage helfen könnte.
Verstehst Du, was ich meine?
Du kennst doch …? oder?

Und dann auch die Antwort abwarten.

Gruß
PW

Hallo,

es gibt Menschen die geben keine Zwischenbestätigung, zeigen aber durch ihren auf dich gerichteten Blick, dass sie am Gespräch „teilnehmen“ und dir zuhören. Das finde ich dann okay, obwohl eine lautuntermalte Bestätigung bzw. ein Nicken etwas lebhafteres Interesse am Gespräch zeigt.

Sollte mein Gesprächspartner mich auch nicht ansehen, höre ich mit dem Reden auf und warte auf Reaktion, oder spreche denjenigen direkt an. Entweder „hallo, bist du noch da?“ wenn es ein(e) Freund(in) ist, oder eben etwas distanzierter mit einer Rückfrage die passt (meinen Sie nicht auch, wie sehen Sie das o.ä.).

Gruß
Nita

Guten Tag,

Hallo Nita,

danke für Deine Antwort. Ich meine genau die 2. Situation, die Du schilderst - auch kein Blickkontakt, der eine Rückmeldung gibt. Auch wenn es anstrengend ist, hast Du wohl recht, immer wieder nachfragen und Bestätigung einfordern - auch wenn’s manchmal sehr ermüdend ist :wink: -

Gruß, Julia

Hallo PW,

vielen Dank für Deine Tips - die Aufforderung, wenigstens zu nicken ist in Gruppen bestimmt eine sehr gute Lösung. Du hast recht, es ist nicht genau die Situation, die ich meinte, ich bin eher mit jeweils einer Person im Dialog, aber ich weiß, was Du meinst…

Rückfragen helfen auch in der Regel in der momentanen Situation, bringen nur nach meiner Erfahrung leider keine grundsätzliche Veränderung am Sprechverhalten.

Ich hatte gehofft, daß jemand eine Idee hat, wie man Personen, die so kommunizieren, zu einer Verhaltensänderung bewegen kann. Vielleicht erwarte ich hier aber auch zuviel?

Gruß,

Julia

Hallo Julia,
wenn eine Person Dir beim Sprechen keine „Zwischenbestätigung“ gibt, gibt es zwei Möglichkeiten, wobei die sehr leicht zu erkennen sind:

  1. Die Person hört Dir aufmerksam zu und möchte Dich nicht unterbrechen - was ein sehr lobenswertes wie auch leider rückläufiges Verhalten ist. Du erkennst dieses Verhalten indem die Person dich aufmerksam zugewandt ist und erst nachdem Du fertig gesprochen hast etwas dazu sagt.

  2. Die Person hört Dir nicht zu - der Blick ist nach „innen“ gerichtet und im Extremfall tut sie während Du redest etwas ganz anderes - schaut weg, putzt sich die Fingernägel, schaut auf dem Handy oder auf die Uhr etc.

Im ersten Fall brauchst Du keine Zwischenbestätigung - wozu auch, denn die Person hört Dir zu und verarbeitet das was Du sagst, um Dir eine Antwort zu geben - Du solltest allerdings nicht erwarten, dass es sich um eine Bestätigung handelt - es kann auch eine kritische Frage sein.

Viele Grüße

Hallo,
ok - die zweite Variante (wie auch bei mir weiter oben) - Dein Gegenüber hat kein Interesse an dem was Du sagst. Du schnappst Dir Dein Gesprächspartner indem Du Fragen stellst.

Ein Punkt, den Du bei Dir suchen solltest: redest Du zu viel, schweifst ab und kommst nicht zum Punkt?

Viele Grüße

Hallo,
was sind es denn für Gespräche, die Du meinst? Wer will was von wem? Geht es um Wissensvermittlung oder um einen Dialog?

Viele Grüße

Hallo,

ja, diese Situation kenne ich auch - in ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen.

Das Ätzendste Erlebnis für mich war ein Mitglied einer Prüfungskommission, das während meines Vortrages mit den Augen gerollt und einen entnevten Gesichtsausdruck hatte, so dass ich dachte, ich sei total auf dem Holzweg.

Dann gibt es die Zeitgenossen, die mit einem Pokerface abwarten, bist man mit seinen Ausführungen am Ende ist. Man weiss nicht, ob sie letztendlich zustimmen werden oder alles zerpflücken. Möglich ist alles.

Da hilft nur, gelassen zu bleiben und auf die Richtigkeit dessen zu vertrauen, was man von sich gibt.

Rückfragen können helfen, müssen aber nicht. In Prüfungssituationen verbieten sie sich von selbst.

Nun, es wird immer Menschen geben, die nicht zu überzeugen, oder die gar voreingenommen sind. Glücklicherweise sind sie die Ausnahme.

Viele Grüße
Maralena

Hallo Chili,

es geht um Dialoge, um Deine Frage (von weiter oben/unten) zu beantworten.

Da mir meine Gesprächspartner schon antworten, wenn ich nachfrage, glaube ich, daß es eher nur eine Bequemlichkeit oder schlechte Angewohnheit von ihnen ist… Deswegen wollte ich gern wissen, was man dagegen tun kann.

Danke schonmal für Deine Antworten und

viele Grüße,

Julia

Hallo Maralena,

bei Prüfungen etc. hast Du natürlich recht. Aber bei mir sind es nur Dialoge, wo es nicht um richtig/falsch oder überzeugen geht. Es geht einfach nur um die Gesprächsführung an sich, die für mich so leider nicht gerade befriedigend ist…

Viele Grüße,

Julia

Hallo Julia,

bei einer normalen Gesprächsführung kannst Du durchaus einen ‚Versuchsballon‘ starten.

Wenn Du das Gefühl hast, Dein Gesprächsgegenüber reagiert irgendwie nicht mehr, dann frage doch einfach spontan zwischendurch, wie er oder oder sie die Sache sieht.

Am Geschicktesten und damit am Erfolgreichesten wäre, wenn Du vorher wüsstest, worauf Dein Gesprächspartner Wert legt.

Willst Du einem Freund gut zureden oder einen Kunden überzeugen? Ich denke, die Strategie ist im Grundsatz gleich, variiert aber in der Ausfühung. Näheres dazu hast du aber nicht geschrieben.

Viele Grüße
Maralena

Hallo,

ok - die zweite Variante (wie auch bei mir weiter oben) - Dein
Gegenüber hat kein Interesse an dem was Du sagst. Du schnappst
Dir Dein Gesprächspartner indem Du Fragen stellst.

wegzuschauen, muss nicht zwingend „kein Interesse“ bedeuten. Es kann auch bedeuten, dass derjenige sehr aufmerksam zuhört, sehr interessiert ist und sich nicht davon ablenken lassen will, den anderen anzusehen.
Diese „Angewohnheit“ hatte ich auch mal - bei Gesprächen, gerade wenn es anspruchsvoller wird, den Gesprächspartner nicht angeschaut, sondern stattdessen Wand, Tischoberfläche etc., oder auch mal die Augen geschlossen. Das kam natürlich nicht gut an und wurde als „kein Interesse“ bis hin zu „Frechheit“ gedeutet. Hab’s mir mühevoll abgewöhnt und lasse mich vom Anschauen des Gegenübers auch nicht mehr ablenken.

Viele Grüße
Nina

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Hallo Julia,

Ich hatte gehofft, daß jemand eine Idee hat, wie man Personen,
die so kommunizieren, zu einer Verhaltensänderung bewegen
kann. Vielleicht erwarte ich hier aber auch zuviel?

wie wäre es ganz einfach mit… demjenigen sagen, was einen stört?
Ich weiß ja nicht, ob dies möglich ist - hängt ja auch davon ab, um wen es sich da handelt, ob du es dir erlauben kannst denjenigen darauf anzusprechen.

Wie ich oben schrieb, hatte ich dieses Problem auch mal, aber umgekehrt. Ich war die Person, die keine Rückmeldung gegeben hat, weil es mir unwichtig war (ich mir dachte: „Mein Gegenüber wird doch wissen, dass ich ihm zuhöre, wenn ich an einem Gespräch teilnehme!“) und weil es mich ablenkte, Menschen direkt anzusehen.
Mich hat dann jemand darauf hingewiesen und ich habe mich dann der Sache angenommen, da es mich selbst störte, dass ich auf andere unaufmerksam, unbeteiligt etc. gewirkt habe (was mir so nicht bewusst war) und ich natürlich lieber so wirken wollte, wie ich im Gespräch auch bin (aufmerksam, mir während des Gesprächs viele Gedanken machend etc.).

Viele Grüße,
Nina

Hallo,

…, daß es eher nur eine Bequemlichkeit
oder schlechte Angewohnheit von ihnen ist… Deswegen wollte
ich gern wissen, was man dagegen tun kann.

ich denke hier machst du es dir ein wenig zu einfach. Das kann eine Möglichkeit sein - muss aber nicht.
Wenn ich konzentriert zuhöre schaue ich auf oft weg, weil ich mich konzentriere oder ich bemühe mich meine Emotionen unter Kontrolle zu halten und erst mal zu ende reden zu lassen.
Ich kenne einige Asperger-Leute, da ist das ganz extrem. Von Autistische ‚Erkrankungen‘ wird immer erst gesprochen, wenn bestimmte Symptome in einem bestimmten Maß auftreten. Was aber nicht heißt, dass es in dem weiten Feld ‚normal‘ nicht tausende Schattierungen gibt.

Wenn jemand auf deine Ausführungen adäquat antwortet oder die richtigen Fragen stellt hat er oder sie zugehört. Wenn dir das nicht genug ist, kannst du - wie schon angesprochen - am besten nachfragen und den ‚Gegenübern‘ nicht unterstellen sie hätten schlechte Angewohnheiten oder wären bequem - vielleicht ist genau das Gegenteil der Fall.
Danke…lux

http://www.youtube.com/watch?v=kJSkqh2xzkc

Hallo Julia,

mir ist immer noch nicht klar, von welcher Art von Gesprächen du redest. Geht es immer um die selbe/n Person/en? Willst du ihnen richtige Gesprächsführung beibringen? Welches Interesse hast du persönlich an diesen Gesprächen und ihrem Verlauf?

Oft ist das Gegenüber auch nur unsicher und/ oder ängstlich (wenn du z.B. diejenige bist, die eine Machtposition inne hat). Da signalisiert man schnell mal, dass man lieber ganz woanders wäre, als in diesem Gespräch.

Fragen über Fragen von Jule

Hallo Julia,

ich kenne diese Situation und wende sie aktiv an.

Ich finde es furchtbar, wenn jemand glaubt mit mir zu reden, aber in wiklichkeit blubbert er mich gnadenlos zu. Ein gutes Gespräch bedeutet, dass BEIDE zu Wort kommen. Selbst wenn einer eine Geschichte erzählt, sollte der Gesprächspartner die Möglichkeit haben Rückfragen zu stellen.

Wenn nun jemand nicht mit mir redet, sondern nur auf mich einredet und mich nicht zu Wort kommen lässt, versteinere ich und gebe keine Rückmeldung mehr. Der andere verliert dann allmählich die Lust und ich komme auch mal zu Wort.

Wie könnte man einen Gesprächspartner dazu motivieren, diese
für einen selbst eher wichtige, aber für ihn möglicherweise
nicht nötige „Zwischenbestätigung“ zu geben?

Du bekommst Rückmeldung, indem du Fragen stellst. Je mehr du Fragen stellst und deinen Gegenüber in ein Gespräch einbindest, desto aktiver wird er.
Oder anders ausgedrückt, reagierst du mit Gesten und Bestätigung auf den Nachrichtensprecher im Fernsehen?

Gruß
Carlos

Hallo Nina,

es gibt mir jedenfalls Hoffnung, daß Du Dir dieses Verhalten abgewöhnen konntest - vielleicht muß ich einfach mit viel Geduld am Ball bleiben…

Viele Grüße, Julia

Hallo Maralena,

es geht einfach nur um „normale Alltagsgespräche“ - keine besondere Intention, eher nur Gespräche, die „verbindenden Charakter“ haben sollen, daher kann ich dieses Verhalten meiner Gesprächspartner nicht wirklich verstehen, weil ich es grundsätzlich anders handhabe…

Viele Grüße,

Julia

Hallo Carlos,

ich weiß, was Du meinst - das finde ich auch furchtbar! Es geht mir nur um die kleinen Zwischenbestätigungen, die ein Gespräch am Laufen halten, indem man dem Gesprächspartner signalisiert, „ich schenke Dir Aufmerksamkeit“. Natürlich ist es klar, daß beide Seiten dies tun sollen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ist diese Rückkopplung für mich so was von selbstverständlich, daß es mir einfach schwer fällt, wenn andere sie nicht geben… Jemanden zutexten, ohne ihn zu Wort kommen lassen oder ohne ihm Rückkopplung zu geben, das geht nicht.

Immer Rückfragen zu stellen: wie schon erwähnt, funktioniert das ja, deswegen ist es nicht das Problem, daß ich pausenlos „sende“, aber nicht „empfange“, aber ich finde es auf Dauer etwas mühselig.

Naja, der Vergleich mit dem Nachrichtensprecher im Fernsehen hinkt wohl insofern etwas, als er ja keine Bestätigung von mir empfangen kann!

Gruß,

Julia