Keltisch 'rota' oder 'raoto'

Vielleicht kann mir einer von Ihnen weiterhelfen oder vielleicht kennen Sie jemanden, der mir bei meinem Problem weiterhelfen kann. Ich bin auf der Suche nach der Bedeutung des Wortes „rota“ bzw „raoto“. Nach meinen Informationen ist es ein keltisches Wort. Daraus soll der niederbayerische Flussname „Rott“ enstanden sein. Der Name der Gegend, durch die die Rott fließt, heißt „Rottal“. Im frühen bzw. Hochmittelalter nannte man das Gebiet auch Rottachgau.

Leider weiß von uns Einheimischen keiner, woher der Name kommt. Es gibt eine Legende, die auf eine Schlacht gegen die Hungern (Ungarn) hindeutet, wonach sich der Fluss aufgrund des vielen Blutes rot gefärbt haben soll.
Tatsächlich muss dies eine geradezu gigantische Schlacht gewesen sein. Jedoch wird vermutet, dass es den Namen des Flusses schon länger gibt als die Schlacht.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

Historische Grüße aus dem Rottal

Rainer Funke

Hallo,Rainer,

neben der Farbe Rot kann die Etymologie von „Rott“ auch noch auf ein mooriges (=rott/rotten= faul, morsch) Gewässer, sowie auf eine durch "Rotten (=roden) gewonnene Acker- oder Wiesenlandschaft hinweisen.

Es ist vermutlich interessant, auch in diese Richtung zu suchen.
Leider habe ich im Moment zu wenig Zeit - aber hier finden sich jede Menge leidenschaftliche® Etymologen und Etymologinnen - wetten, sie tauchen bald auf:smile:

Lieben Gruß aus Wien, jenny

Wenn es um Keltisches geht, ist diese Seite http://www.diekelten.at/worteundnamen.htm
recht aufschlussreich.
Gib auf dieser Seite http://www.sagen.at/ in der Suche die entsprechenden Wörter ein - es gibt interessante volkskundliche Dokumentationen und Sagen. Und im Forum gibt es auch gscheite Leut :wink:
lg
abu

Flüsse und Bäche mit ‚rott‘ sind ‚rot‘

Hallo, Rainer

Flurnamen kann man nur etymologisch erklären, wenn man sich mit der
Zeit ihrer Entstehung auseinandersetzt. Wer einfach bekannte Begriffe
hinein interpretieren will, geht meistens fehl.

Auf eine keltische Herkunft wird nur in seltenen Fällen verwiesen.

‚Rott‘ bezeichnete im Althochdeutschen eine ‚Rodung‘.

Flüsse und Bäche mit ‚rott‘ sind ‚rot‘. Die klosterlateinische Form
‚rota‘ kommt von ahd. ‚rotaha‘, was ‚roter Bach‘ bedeutet – Rottach,
Rotten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rott

Gruss
Adam

Servus, Adam:smile:

Flüsse und Bäche mit ‚rott‘ sind ‚rot‘. Die klosterlateinische
Form
‚rota‘ kommt von ahd. ‚rotaha‘, was ‚roter Bach‘ bedeutet
– Rottach,
Rotten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rott

Hätte ich vor einiger Zeit „Page“ nur bei Wikipedia eingegeben, wäre auch nur die allgemein bekannte Bedeutung rausgekommen - und wir wären nie draufgekommen, dass „Page“ auch „Pferd“ bedeutet und daher in Ortsnamen ganz andere Bedeutung haben kann.

Wie ich schon schrieb, auch wenn „rot(t)“ in vielen Fällen rot bedeutet, MUSS es nicht die „alleinseligmachende“ Variante sein. Auch scheint es durchaus regionale größere Unterschiede zu geben -ebenso dürfte die Schreibweise mit einem oder zwei „T“ etymologisch von Bedeutung zu sein.

Lies mal, was hier:

http://www.bayernsammler.de/archiv/pe/wa5.html

rechts in dem blau unterlegten Artikel alles über die Etymologie von „Rott“ in Bayern steht (ab dem 2. Absatz)

hier hingegen wird „rott“ wiederum mit Rodung erklärt:
http://www.linguist.de/Deutsch/fln.htm

da gehts aber um Westfalen.

Was ich damit sagen will, rot ist eine mögliche Bedeutung, aber nicht die einzig mögliche - das macht die (Namens-) Etymologie ja so spannend:smile:)

Lieben Gruß aus Wien, jenny

unwichtiges ‚aside‘
Hallo Jenny,

neben der Farbe Rot kann die Etymologie von „Rott“ auch noch
auf ein mooriges (=rott/rotten= faul, morsch) Gewässer,

AHA! Lagen wir also doch nicht so falsch, dass wir „Röttenbach“ immer als „rotten creek“ umschrieben.

Gruß
eklastic

kaum schriftl. kelt. Überlieferungen
möchte nebenbei noch hinzufügen, daß Keltisch schriftlich kaum überliefert ist, aber Nachkommen des Keltischen noch in zB Isle of Man (wiederbelebt), Bretonien (frz), Gälisch, Irisch gesprochen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Keltische_Sprachen
In solchen Fällen kommt die vergleichende (+historische, die historisches Wissen über Wanderbewegungen, Verdrängung oder Eingliederung von Völkern berücksichtigt) Sprachwissenschaft zum Zuge und kann ohne schriftliche Überlieferung (konkrete) Erkenntnisse (über ausgestorbene Sprachen) liefern.