Hallo,
vielleicht kann uns jemand etwas zur Firma DEWAG sagen? Wir hatten gestern einen Vertreter dieser Firma im Haus, der unseren finanziellen Ist-Zustand bezgl. unserer Altersvorsorge analysieren will. Mein Mann hat sich diesen Vertreter am Telefon nach einer Umfrage „aufschwatzen“ lassen.
Tja, vielleicht oder eher wahrscheinlich, waren wir so doof und haben diesem Herrn Unterlagen zu unserer jetzigen abgeschlossenen Altersvorsorge mitgegeben ("… nur zu Analyse.")
Er kann zwar damit keinen Schaden anrichten (ich meine Konten leerräumen und dergleichen…) aber trotzdem habe ich irgendwie „Bauchschmerzen“.
Kennt Ihr diese Firma und wenn ja, welche Erfahrungen habt Ihr mit ihr gemacht?
Vielen Dank und viele Grüße
Kerstin
Stopp, die Firma heisst DEUWAG!
Sorry, hab das U vergessen.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kerstin,
Deine Beschreibung und der Internetauftritt dieser Firma deuten auf einen klassischen Strukturvertrieb hin.
Der Trick mit der „Umfrage“ lässt darauf schließen, dass ganz klar der Verkaufsabschluss „mit allen Mitteln“ im Vordergrund steht.
Die Unterlagen, die der Verkäufer mitgenommen hat, werden ihm einen Ansatzpunkt liefern, warum Ihr genau die Produkte dringend benötigt, die er für Euch „exklusiv“ herausgesucht hat (wahrscheinlich vollkommen unabhängig.)
Raus kommt dann meist irgendetwas aus dem Versicherungsbereich oder ein geschlossener Fonds (unternehmerische Beteiligung). Dort gibt es die besten Provisionen.
Ich vermute allerdings, dass die Firma irgendein eigenes tolles Produkt im „Premiummarkt“ gebastelt hat.
Zitat von der Homepage:
„Chancen auf dem Premiummarkt
Der Premiummarkt umschreibt einen seit Jahrzehnten erfolgreich von Banken, Versicherungen und Großinvestoren genutzten Anlagemarkt, in dem mit einem hohen Anspruch an Sicherheit regelmäßig zweistellige Jahresrenditen erwirtschaftet werden.
Durch in Kraft treten des Investmentmodernisierungsgesetzes zum 01.01.2004 ist es seither auch Privatpersonen möglich, die überzeugenden Vorteile dieses Anlagemarktes zu nutzen.“
Der Begriff „Premiummarkt“ ist in der Finanzbranche übrigens kein gängiger Terminus… .
Vielleicht machst Du Dir mal den Spaß und hörst Dir den Vorschlag an. Nichts unterschreiben, aber hier mal erzählen, was so raus kam… 
Viel Erfolg wünscht der Money-Schorsch
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Zum Thema Altersvorsorge
Hallo Kerstin,
ich kenne diese Firma nicht.
Aber meine Meinung zu diesem Thema:
Es gibt viele Untergangspropheten, die in wenigen Wochen den großen Crash sehen und im Keller die Goldbarren stapeln. Sooo extrem bin ich nicht, ich sehe eher einen langsamen Niedergang mit einer schleichenden Verarmung.
Doch bin ich der Meinung, dass langfristige Anlagen/Verträge bei ständiger Geldentwertung so ziehmlich das gefährlichste sind, was man tun kann.
1.) Die Firma kann pleite gehen und futsch ist die Altersversorgung (auf den Sicherungsfond, den es heute NOCH gibt, würde ich mich nicht verlassen)
2.) Die Firma macht den großen Reibach mit dem Geld und speist den Versicherungsnehmer mit Zinsen ab, die unter der Inflationsrate liegen. Nach vielen Jahren harter Arbeit ist der Erlös der Versicherung nichts mehr wert. Siehe Lebensversicherungen. Eine wundersame Kaufkraftvermehrung durch mickerige Zinsen git es nicht, wie sollte denn das auch funktionieren :o).
Meine Alternativen:
1.) Wer im schuldenfreien Eigentum wohnt ist ohnehin schon ein kleiner König, wer noch Kredite hat, dem würde ich raten diese möglichst bald abzuzahlen, bevor sich die Bank etwas Böses einfallen lässt (siehe Verkauf von guten wie schlechten Krediten an zwielichtige Gesellschaften und Zwangsversteigerungen).
1a.) Für den Bürger, der zur Miete wohnt lohnt sich vielleicht der Kauf eines landwirtschaftlichen Grundstücks zur Selbstversorgung.
2.) Der König kann ein bischen Edelmetalle in kleinen Stückelungen sich zulegen (nicht übertreiben) und sein Haus mit regenerativen Energien ausstatten.
3.) Der Bettler sollte auch etwas Edelmetalle kaufen und nur Geldanlagen (zur Abfederung des Kaufkraftverlusts) machen die kurzfristig sind (1 bis 2 Jahre, aber Direktkonto ist besser, wenn es darum geht in der Krise schnell zu reagieren).
4.) Wer geschickt ist sollte mit Aktien handeln oder ein kleines Geschäft als Nebenverdienst aufbauen (richtig gemacht überlebt diese Geschäft auch eine Finanzkrise). Tipp: In der Wirtschaftskrise sind haupsächlich Güter und Dienstleistungen des Grundbedarfs gefragt und keine Luxusartikel. Wer Fahrräder reparieren kann (notfalls gegen Naturalien) findet immer ein Auskommen :o).
Gruß
Gerold