Liebe/-r Experte/-in,
Hallo erstmal, es ist toll das es so ein Forum gibt.
ich habe den Dachboden (Bj. 58 Einfam.Haus,Holzboden) mit 10cm dickem Styropor gedämmt, darauf habe ich 3mm dünne Holzplatten ( von Schrankrückwänden ) gelegt, damit man drüberlaufen kann. Das Dach ist mit 24 cm Mineralwolle gedämmt. Nach 8 Tagen habe ich gemerkt, dass Feuchtigkeit zwischen dem verlegtem Styropor und den 3mm Platten sich gebildet hat. Woher kommt das? Und noch wichtiger: WIE beseitige ich es, um Fäulnisschäden zu verhindern. Markus
Hallo Markus,
bei der aufgetretenen Feuchtigkeit handelt es sich um ein Kondensatproblem. Die warme Luft aus dem Wohnraum wird innerhalb der Dämmung abgekühlt, die in der warmen Luft enthaltene Feuchtigkeit fällt aus und schlägt sich an der Unterseite der Abdeckplatten nieder.
Es sollte vermieden werden, dass die warme Raumluft durch die Deckenschichten dringen kann, d. h. es sollte eine Dampfsperre (PE-Folie mit sorgfältiger Verwahrung der Durchdringungen) raumseitig bzw. unterhalb der Wärmedämmung angebracht werden.
Wenn das gemacht wird, gibt es kein Feuchtigkeitsproblem mehr.
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Senger
Also ich würde mal sagen, die Feuchtigkeit ist dadurch angefallen, dass die Materialien vorher warm gelagert waren und sich nach dem Einbau abgekühlt haben. Ansonsten kann es eigentlich nur bei sehr extremen Temperaturen in beschriebener Ebene zum Tauwasserausfall kommen und auch nur in geringen Mengen und die verdunsten dann schnelll wieder. Also abwarten und weiter beobachten. Wenn es in einem Monat noch feucht ist, nochmal melden. Gibt es vielleicht einen anderen Grund für die Feuchtigkeit? Leckage, verschüttete Feuchtigkeit?
Grüße
Horst
Hallo Oliver
Danke für deine schnelle Antwort,
soll ich die Dampfbremse auf den Holzboden wie ein Teppich auslegen,und darüber Styropor und die Platten legen ? Dann sind die Holzbalken und Latten darunter im „Dampfbereich“…ich hab ein bischen Bauchweh, ob das auf Dauer gut geht…soll ich die Bremse auf den angrenzenden Wänden 5 cm hochkleben?
Markus
Hallo Markus,
wenn du die Folie auf der Decker platzierst, würde ich sie seitlich bis Oberkante Dämmung führen. Wichtig ist, dass die Bahnen sorgfältig verklebt werden und keine aufgewärmte Raumluft in den Speicher gelangt.
Noch besser ist es allerdings, wenn die Dampfsperre unterhalb der Decke angebracht wird.
Mit freundlichem Gruß
Oliver Senger
Hallo Markus,
das Problem bei Deiner Konstruktion ist, dass die Feuchtigkeit aus der Raumluft (Raum unter der Decke, die Du mit Styropor gedämmt hast), nicht durch die Hartfaserplatten (Schrankrückwände) diffundieren kann, weil diese mit einer Folie beschichtet sind (Holzimitat). Diese Folie versperrt dem Dampf den Weg. Weil es auf der Oberseite der Dämmung kalt ist, kondensiert der Wasserdampf zwischen Styropor und Platten aus. Das ist die Feuchtigkeit, die Dir auffällt.
Du musst eine sog. Dampfsperre einbauen.
Um das Problem zu lösen, musst Du die Hartfaserplatten und Styroporplatten noch einmal ausbauen. Dann baust Du auf der Decke, auf der gerade die Styroporplatten liegen, eine Dampfsperre aus einer Folie (gibt es im Baustoffhandel, mögl. nicht in den Baumarkt gehen) ein. Du verlegst diese Folie flächig auf dem Boden und überklebst die Stöße mit geeignetem Klebeband (z. B. von SIGA, teuer, aber top). Wichtig ist auch, dass Du die Folie im Randbereich des Dachbodens ebenfalls auf dem Fußboden verklebst (entweder Klebeband oder Dichtmasse, z. B. SIGA Primur, nein, ich kriege keine Provision von denen
). Wichtig ist saubere Arbeit, also keine Löcher in der Dampfsperre und ein sauberer Anschluss an allen Rändern und Durchdringungen.
Wenn Du die Dampfsperre verlegt hast, legst Du darauf die Styroporplatten und deckst sie wieder mit der Hartfaserplatte ab. Dann sollte Dein Problem gelöst sein.
Viel Erfolg,
Gruß, Guido
Hallo Markus,
was Du da vorfindest, ist (wenn das Dach und kein Rohr in unmittelbarer Nähe undicht sind)
Kondensat aus der Luftfeuchte. Die ist im dampfförmigen Zustand zwischen und durch die
Dämmplatten und Raumdecke darunter hindurchdiffundiert und an den ja zum Raum
darunter gedämmten wahrscheinlich auch noch wasserdicht beschichteten, kalten
Schranktürplatten kondensiert. Wenn Du Schimmelbildung vermeiden willst, musst Du
unterhalb der Dämmung aufwändig eine Dampfsperre schaffen, die Platten entfernen oder
alles. wenn Du ohne hermetisch abdichtende Dampfsperre dämmst, geht das nur mit
„Hinterlüftung“, also ohne die Dämmung abzudecken. Wenn der Dachboden begehbar sein
muss, musst Du Dich im einfachsten Fall mit schmalen Laufstegen aus unbehandeltem Holz
begnügen und diese am beten noch durch eine Querlatttung vom Styropor absetzen. Da das
Dach aber ohnehin gedämmt ist, wie Du schreibst, und Du den Dachboden nutzt, Frage ich
mich, ob Du mit dieser Zwischendämmung überhaupt einen nennenswerten Nutzen
gegenüber den drohenden Bauschäden, die damit einhergehen können, hast. Sollte das
Dach fachmännisch gedämmt sein, ist die Innenhaut auch eine Dampfsperre (sonst würde
auch diese Dämmung durchfeuchten und schimmeln). Das hat natürlich den verstärkenden
Effekt, das zu Deinem jetzigen Problem die ohnehin erhöhte Luftfeuchte im Dach
begünstigend hinzukommt.
Gruß, Florian