ich würde gerne ein oder mehrere Bücher lesen, die Juristen als Hauptpersonen haben. Keine Sachbücher, sondern Romane - die gut recherchiert sind und mir neben dem Lesevergnügen auch einen Einblick in das Berufsleben eines Juristen geben können.
Da ich mich mit dem Gedanken trage, Jura zu studieren, wäre das sehr interessant.
Fallen euch welche ein?
Hallo Anne,
von Herbert Rosendorfer, der selbst Jurist ist, gibt es wenigstens zwei solcher Bücher; die ich kenne, lesen sich sehr unterhaltsam und witzig (vielleicht kennst Du „Briefe in die chinesische Vergangenheit“?):
Ballmanns Leiden oder Lehrbuch für Konkursrecht (1981)
Die Donnerstage des Oberstaatsanwalts (2004)
Ich kenne die folgenden Romane, in denen Juristen auftreten:
Calderon: Der Richter von Zalamea
Canaris: Vier Richter, zwei Anwälte vor das Volksgericht
Davis: Schweigen Sie, Herr Staatsanwalt!
Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
Dürrenmatt: Justiz
Grisham: Der Richter
Henkels: Kohlen für den Staatsanwalt
Keene: Gestehen Sie, Herr Staatsanwalt!
Lessmann: Der Richter des Königs
Simenon: Brief an meinen Richter
van Gulik: Richter Di bei der Arbeit
Warnstädt: Herr Richter, was spricht er?
Wickert: Der Richter aus Paris
Wickert: Der Richter in Angola
…
Nich ÜBER Juristen, sondern VON einem ´JUristen mit Liebe zur Juristerei verfaßt:
Rudolf Welser, Grammophon ist kein Vorname
Neuer: Böses über Juristen
Es gibt noch viel mehr Bücher von ihm („Käsegeruch ist erfahrungsgemäß unangenehm“, „Eier können nicht gefangen werden“ oder „Hunde riechen nicht ums Eck“ und andere), die sind aber vergriffen.
Nachteil: SEHR österreichisch!
Diese Bücher zeigen nicht dne Alltag eines Juristen, aber sie zeigen, wie spannend und lustig Jus (wir Österreicher haben nur ein Recht) sein kann.
nicht gerade Romane und auch nicht über Juristen, aber höchst amüsant zu lesen sind die verschiedenen juristischen Gutachten über fiktive Fälle. Wahrscheinlich gibt dir das auch einen besseren Eindruck in das Berufsleben von Juristen als jeder Roman von John Grisham, denn die Hauptarbeit besteht doch wohl sicherlich aus Aktenarbeit und Verfassen von Schriftsätzen …
Ernst von Pidde: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ im Lichte des deutschen Strafrechts. ISBN: 3548364934 Buch anschauen
Jens-Peter Gieschen, Klaus Meier: Strafakte Faust. Goethes berühmte Triebtäter auf dem juristischen Prüfstand. ISBN: 382182137X Buch anschauen
Jens-Peter Gieschen, Klaus Meier: Der Fall ’ Christkind’. ISBN: 3821834749 Buch anschauen
(gibt noch mehr, finde ich jetzt gerade nicht …)
sowie
Heinrich Stader: Kurze Einführung in den Juristenhumor ISBN: 3909081789 Buch anschauen
ergänzend noch die „Selb“-Trilogie (Selbs Justiz, Selbs Betrug, Selbs Mord) von Bernhard Schlink: Sein Titelheld und „Private Eye“ Selb hat im Dritten Reich eine kurze Karriere als Staatsanwalt erlebt, und es nach dem Krieg vorgezogen, nicht per „Huckepack“ wieder in den Staatsdienst zu gehen. Selbs Vergangenheit in der NS-Staatsanwaltschaft spielt allerdings in den Krimis keine zentrale Rolle, aber sie ist durchgehend mehr oder weniger präsent.
Hallo Anne,
da auch das römische Recht zur Juristerei gehört und Cicero (unter anderem) Jurist war und in diesem Buch als solcher auftritt: „Imperium“ von Robert Harris ISBN: 3453265386 Buch anschauen
Als Jurist muss ich allerdings bemerken, dass in den allermeisten Fällen die literarischen Schilderungen juristischer Tätigkeiten mit der Realität so gut wie nichts zu tun haben (was Dich aber weder von der Lektüre der Bücher noch von Deinen Studienplänen abbringen soll).
Grüße, Peter
Hast Du schon mal was von Ludwig Thoma gelesen? Der war selbst Rechtsanwalt und einer der bissigsten Satiriker im Simplicissimus. Von ihm gibt es einige Kurzgeschichten + Einakter aus dem Juristen-Milieu.
Bis heute ein Hit sein Satz „…er hatte im Examen einen Brucheinser erhalten, und damit einen Freibrief für jegliche Dummheit im rechtsrheinischen Bayern.“ ( Ich glaube aus „Asessor Karlchen“ )
Gruß
HaJo
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