Hallo,
ich lese gerade ein Buch mit dem Titel „Hat die Bibel immer recht?“ von Dietrich Bindewald. Einerseits ist es ganz interessant, andererseits ärgere ich mich an manchen Stellen schwarz über die Argumentationsführung. Mich würde deshalb sehr interessieren aus „welchem Lager“ der Autor kommt. (Ist er katholisch, evangelisch oder irgend etwas anderes und woher nimmt er sein „Wissen“, oder was hat er studiert?) Leider ist im ganzen Internet nichts über ihn zu finden. Weiss vielleicht jemand von Euch, wer das ist oder wo ich Informationen bekommen kann?
Danke schon mal!
Maria
recht oder nicht recht…
Hallo Maria,
ich kenne Dietrich Bindewald auch nicht, aber der Titel des Buches lässt darauf schließen, dass es sich um ein überflüssiges handelt.
Gruß,
Pietro
Hallo Pietro!
Mich würde interessieren was dich zum Schluß kommen läßt, das es sich um ein überflüssiges Buch handelt.
ciao Armin
Hi!
Na, weil es in der „Edition Fischer“ erschienen ist.
Dahinter verbirgt sich der RG Fischer Verlag, Frankfurt/Main.
Und das wiederum ist einer der berühmt-berüchtigten Druckkostenzuschußverlage (nicht zu verwechseln mit „Books On Demand“), wo die Autoren fünfstellige Summen bezahlen, damit ihre Werke verlegt werden.
Link: http://www.wdr.de/tv/nachtkultur/leselust/20000223/r…
Und wer einmal bei einem DKZV veröffentlicht hat, gilt in der Verlagsbranche nicht besonders viel.
Also kann man das Buch wohl wirklich vergessen …
Grüße
Heinrich
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Mich würde interessieren was dich zum Schluß kommen läßt, das
es sich um ein überflüssiges Buch handelt.
Hallo Armin,
was erwartest du von einem Autor, der sich (und uns) die Frage zumutet: „Hat die Bibel immer recht?“
Den Beweis, dass alle biblischen Erzählungen „harte Fakten“ berichten, dass also Jona im Bauch eines Wals sang, Elischa Eisen zum Schwimmen brachte und Sonne und Mond stillstanden über der Amoriterschlacht?
Oder den Beweis, dass in diesen und unzähligen anderen Fällen von harten Fakten keine Rede sein?
Das Erste kann er uns nicht beweisen, und das Zweite braucht er uns nicht zu beweisen, das wissen wir alle schon.
Inwiefern in der Bibel Wahrheit verpackt ist, ist eine spannende Frage, die mich persönlich nicht loslässt. Aber „(immer) recht haben“ ist so ziemlich der dümmste Gesichtspunkt, den man sich dabei aussuchen kann.
(Verzeih mir die Schärfe - sie hat auch etwas mit Liebe zur Bibel zu tun.)
Gruß,
Pietro
Ihr habt total recht!!!
Ich bin jetzt fast fertig mit dem Buch und werde es wohl sicher nie nie nie wieder lesen. So ein hanebüchener Unsinn ist mir lange nicht untergekommen. Anfangs war es ja noch ganz schlüssig argumentiert. (Ist ja letztendlich auch egal, wieviel Vorfahren Jesus hatte und ob Maria nun eine Jungfrau war oder nicht, letztendlich ist es mir auch egal ob er in Bethlehem oder Nazareth oder Köln geboren wurde.) Aber je weiter der Autor in der Bibel kam, desto abenteuerlicher wurden seine Argumente. Jesus war laut seiner Ansicht ein ganz normaler Mensch, der, angesteckt von Johannes dem Täufer an das Kommen des Menschensohnes glaubte und darauf wartete. Er nahm das ganze Leiden bewusst auf sich, weil er glaubte, damit das Kommen des Menschensohnes zu „beschleunigen“ und hoffte darauf, dass dieser ihn dann, wenn er denn dann kommt, auch vom Kreuz wieder runterholt und in den Kreis seiner Auserwählten aufnimmt. Bindewald scheut sich nicht, als Beweise für ein Leben nach dem Tod "Seancen, Tonbandstimmen u.ä. spiritistisches Zeug zu nennen.
Dieses Buch ist wirklich so überflüssig und schlecht und an den Haaren herbeigezogen, es ist schon fast eine Unverschämtheit, weil es sicher Menschen gibt, die es nicht kritisch hinterfragen und seine Beweisführung als bare Münze sehen. Oh Gott!!!
Trotzdem würde mich interessieren, wer dieser Herr Bindewald ist und wo er seine Weisheit her hat.
So, ich musste das einfach mal loswerden.
Viele Grüße
Maria
Leben Jesu
Hallo Maria,
nach dem was du erzählst, handelt es sich bei dem Buch eher um eine neue Folge aus der Endlosserie „Das wahre Leben Jesu“, wobei ausgewählte Vermutungen der Bibelwissenschaft mit eigener Phantasie zu einem bunten Cocktail gemixt werden.
Dass man das Leben Jesu als das eines „normalen“ Menschen beschreiben kann, steht (auch für Christen!) außer Frage. Auch wer damals Augen- und Ohrenzeuge war, musste nicht zum Glauben an seine göttliche Vollmacht kommen. Man konnte / kann z.B. sagen: „Gottes Geist kam über ihn“ oder „Der apokalyptische Zeitgeist steckte ihn an“. Im zweiten Fall muss man allerdings hinzufügen, dass dieser Zeitgeist bei ihm eine unverwechselbare Form annahm: die Hinwendung zu den Verlorenen und Ausgeschlossenen und die Verkörperung einer grenzenlosen göttlichen Barmherzigkeit - begrenzt nur durch menschliche Unbarmherzigkeit.
Gruß,
Pietro
Hallo,
die mir am realistischsten erscheinende Darstellung des Lebens Jesu bleibt für mich nach wie vor der Film „Das Leben des Brian“
-)
Frank