Kennt jemand eine gute Bank?

Hallöli,

genau diese Frage habe ich hier noch nicht gelesen, ich habe sogar extra im Archiv nachgeschaut. Hier geht´s immer nur um Gebühren und Zinsen, mal zu viel (Soll), mal zu wenig (Haben). Daß man nicht alles hinnehmen sollte, ist unbestritten, aber auf die Qualität der Dienstleistung kommt es doch wohl auch an.
Und darum, aus aktuellem Anlaß sozusagen, dränge ich Euch mal wieder meine Meinung auf. So oft ich mich auch schon über die first-e und Konsorten ausgelassen habe: Ich kann es nicht lassen. Bei einem Guthaben von DM 10.000 macht eine Zinsdifferenz von 1%-Punkt (und 4% bekommt man doch inzwischen ohne großes Suchen) auf ein Jahr gerechnet DM 100 aus. Mal abgesehen davon, daß man DM 10.000 nicht ein Jahr lang rumliegen lassen sollte, so daß der Zinsunterschied in Märkern noch geringer wird, kann ein derartiger „Gewinn“ irgendwie kein Grund sein, sich mit Zinsunterschieden stunden- wenn nicht tagelang zu befassen. Das sind weniger als DM 10 im Monat und weniger als 30Pf. am Tag, was z.B. ziemlich genau
drei Kaugummis
2 km autofahren
15 Minuten online
einer Minute an der 01805-Hotline
einer Zigarette entspricht.

Was sich da für ein Sparpotential ergibt: Wir verzichten auf Seife, lesen im Dunkeln und hüpfen an ungeraden Tagen auf dem linken und an geraden Tagen auf dem rechten Bein zur Arbeit/zur Schule, verkaufen unser Modem und flechten uns Schnürriemen aus Nasenhaaren.

Mensch Kinder. Kann es das denn wirklich sein? Es geht doch nicht darum, ob ich heute bei der einen Bank pro Tag einen Dauerlutscher geschenkt bekomme, sondern darum, ob man mit dem Laden arbeiten kann. Gerade vorgestern habe ich einem Kunden den Weg zur Sparkasse empfohlen, der mir wieder mit so einem Unfug kam. Was mich das juckt, ob der für seinen Spargroschen von DM 1,5 Mio. bei einer anderen Bank pro Woche DM 14,42 mehr bekommt, kann ich gar nicht beschreiben. Geldanlagen sind reine Serviceleistungen, an denen die Bank idR noch nicht einmal die Arbeitszeit des Mitarbeiters verdient. Die Wahnsinnszinsen, die die Direktbanken bieten, dienen lediglich der Gewinnung neuer Kunden und damit der Befriedigung der Journalistenmeute. Nach dem Gewinn (falls überhaupt schon Gewinn gemacht wird) je Kunde fragt keiner. Irgendwann wird der Gewinn aber kommen müssen, und siehe da: Auf einmal verlangen D1 und D2 wieder eine Vertragsabschlußgebühr. Eiferbübsch, und wer verlangt weiterhin keine? Richtig, die mit dem zweifelhaften Netz und den wenigen Kunden: E plus und Viag Intercom. Die müssen weiterhin locken. Das nur eben als Beispiel. Mit wenigen Ausnahmen ist der Service der Direktbanken nachgewiesenermaßen grottenschlecht, ebenso, wie bei vielen „stationären“ Instituten. Und dann wird sich wieder über die fiesen Banken beklagt.

Damit mich keiner falsch versteht: Zinsen aufs laufende Konto dürfen schon sein, und zwar Minimum 3%. Aber alles was darüber hinausgeht ist Luxus, dem es nicht hinterherzulaufen lohnt. Wenn hier jemand statt auf Aktien (was ich verstehen kann), Fonds oder Anleihen eher auf Bargeld steht, und sein Millionenvermögen auf einem Tagesgeldkonto anlegen will, ist die Suche nach dem besten Satz ja gerechtfertigt, aber für den Normalsterblichen kommt es darauf nicht an. Da kann man sich eher eine Payback-karte anschaffen oder den Stromanbieter wechseln, das bringt im Zweifel noch mehr.

Und um nochmal auf die Service-Nummern zurückzukommen: Nicht vergessen, telephonieren kostet auch Geld. Erst recht, wenn da 01805 vorsteht.

In diesem Sinne: Man fordere seine Bank in der Sache, verlange meinetwegen mehr Zinsen (Haben) und weniger Zinsen (Soll), aber verschwende sein Wochenende nicht darauf, 10 Basispunkte zu jagen, das lohnt sich nicht einmal bei einer Eigenheimfinanzierung.

Und zum guten Schluß: Abgesehen von meiner Lieblings-Onlinebank, weiß ich auch keine Bank, die wirklich perfekt ist, aber ich kann Euch einige nennen, die nicht gut sind. Und bei denen bin ich nicht deshalb nicht mehr, weil mir da die Konditionen nicht gepaßt haben.

Gruß
Christian

P.S.
Fairerweise sei noch erwähnt, daß es hier mal die Frage nach einer empfehlenswerten Online-Bank gab, allerdings da direkt auch wieder um Gebühren. Ihr seid doch alle gleich!

Stimme dir voll zu.

Eine GUTE Bank zeichnet sich eben vor allem durch Service, die Zusammenarbeit und auch Produkte aus die nicht Standardmäßig zu haben sind.

Für die Standardprodukte gilt: Es sind alles nur Verkäufer. Ob jetzt Aktien, Geld, Standardkredite oder Brot und Fleisch. Es ist reiner Verkauf.

mfg Ivo
(und ein Sternchen für deinen Artikel wegen der giten Idee)

Hallo Christian,

auch von mir einen Punkt, da Du mal wieder den richtigen Punkt ansprichst: Wegen einigen 1/10 % lohnt sich der Aufwand nicht. Auch von mir einen Punkt dafür !!!

Vor allem bringen mir die 1/10 % nichts, wenn die online-Banken erstmal für die Kontoeinrichtung wochenlang brauchen !

In einem muß ich Dir aber widersprechen:

mal abgesehen davon, daß man DM 10.000 nicht ein Jahr lang
rumliegen lassen sollte, so daß der Zinsunterschied in Märkern

Meiner Meinung nach sollte man mindestens 2-3 Bruttogehälter als Liquiditätsreserve halten, wenn konkrete Anschaffungen (z.B. Auto) anliegen, sogar noch ein paar Mark mehr. Und die sind IMO auf dem Tagesgeldkonto bzw. mit Bindung

Nachtrag
vor allem finde ich, dass mittlerweile die Frage nach dem optimalen Tagesgeldkonto zu oft gestellt wurde !

Grüsse

Sven

Liquiditäsreserve.
Hi Sven,

in dieser Hinsicht habe ich mir vor Jahren ein Instrument rausgesucht, daß in Bezug auf Rendite und Sicherheit zumindest für mich das Optimum darstellt: Kurzlaufende Pfandbriefe. Das ist natürlich auch Arbeit, die aber für mich mit einem Rückgriff auf die entsprechenden Kollegen getan ist.

Natürlich sollte jeder über eine adäquate Reserve verfügen. Das macht aber kaum jemand. Da sind die Kreditleute naturgemäß vorbelastet. Aber selbst da spielt eben die Verzinsung nur eine marginale Rolle.

Christian,

der über den bisherigen positiven Zuspruch erfreut ist.

Den Hinweis auf BSE habe ich übrigens vergessen: Da lernen doch viele auf einmal sehr schnell, was der Unterschied zwischen billig und preiswert ist.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Christian,

die für alle Fälle „richtige“ Bank gibt es nicht. Nicht einmal die Banken wollen für alles und jeden da sein. Deutsche, Dresdner und Commerzbank haben oft und deutlich genug gesagt, daß sie kein Interesse an kleineren Gewerbetreibenden, kein Interesse an Freiberuflern und kein Interesse an Normalverdienern haben. Die betreffenden Menschen sollten das zur Kenntnis nehmen und sich von alleine die Bank suchen, wo niemand die Nase rümpft, wenn man es wagt, die heiligen Filialteppiche zu betreten. Als Mittelständler, der eher selten einen Staudamm in China zu finanzieren hat, ist man auch kaum täglich auf die Vertretungen dieser Banken am anderen Ende der Erde angewiesen.

Wer ein Haus oder eine kleine Gewerbeimmobilie bauen oder kaufen möchte und in der Folge Jahrzehnte viel Geld für Zinsen läßt, interessiert sich sicherlich für ein halbes Prozent mehr oder weniger. Mir wäre das jedenfalls nicht egal.

Ansonsten bringt es sicher wenig, die Erbsen zu zählen. Was nützt ein Zinsvorteil, wenn man Zwergenaufstände lostreten muß, um an einen Überbrückungskredit zu kommen. Da ist es z. B. viel wertvoller, Zugang zu den Entscheidungsträgern zu haben, statt erst einmal dem Azubi hinterm Tresen berichten zu müssen. Was nützen noch so gute Investment-Dienstleistungen, wenn man bei erster Gelegenheit einen Brief bekommt, wo etwas von „gutbringen“ und „sollten Sie wider Erwarten nicht…“ steht. Was nützen niedrige Zinsen, wenn die Bank vor Ort nur über stets korrekt gekleidete Mitarbeiter, aber nicht über ein oder zwei fähige Leute verfügt, die etwas vom örtlichen Gewerbe verstehen? Und dabei kommt man zum Punkt: Die Qualitäten einer Bank werden in der Hauptsache durch ganz wenige Mitarbeiter hoher Qualifikation und Entscheidungsfreudigkeit geprägt. Dabei kann es leicht vorkommen, daß sich eine Bank als träger, inkompetenter Haufen darstellt und die Filiale der gleichen Bank ein paar Kilometer weiter kümmert sich auf hohem Niveau mit Kompetenz und Einsatz.

Gruß
Wolfgang

Zwei Paar Schuhe
Hallo zurück,

Bei einem Guthaben von DM 10.000 macht eine

Zinsdifferenz von 1%-Punkt (und 4% bekommt man doch inzwischen
ohne großes Suchen) auf ein Jahr gerechnet DM 100 aus. Mal
abgesehen davon, daß man DM 10.000 nicht ein Jahr lang
rumliegen lassen sollte, so daß der Zinsunterschied in Märkern
noch geringer wird, kann ein derartiger „Gewinn“ irgendwie
kein Grund sein, sich mit Zinsunterschieden stunden- wenn
nicht tagelang zu befassen.

Der Aufwand sollte dem Nutzen entsprechen, das ist schon richtig. Aber genauso gilt der alte Spruch „wer den Groschen nicvht ehrt, ist den Taler nicht wert“. Anders gesagt: wenn ich mal eben irgendwo 20.000 DM kurzfristig zwischenparken will und habe die Wahl zwischen 4% und 5%, dann nehme ich die 5%, auch wenn das „nur“ ein paar Hundert Mark bringt. Das kostet mich in der Regel 10 Minuten Arbeit (für den Konditionenvergleich und das Herunterladen der Kontoeröffnungs-Unterlagen) und ein paar Tage warten (bis das Konto eröffnet ist). Ein durchauss ansehnlicher Stundenlohn…

Mensch Kinder. Kann es das denn wirklich sein? Es geht doch
nicht darum, ob ich heute bei der einen Bank pro Tag einen
Dauerlutscher geschenkt bekomme, sondern darum, ob man mit dem
Laden arbeiten kann.

Sicher. Aber als Geldparkplatz reicht dafür doch wohl aus, daß die Jungs mein Geld bei Bedarf zügig rücküberweisen. Ich brauche dafür keine fünf Banker, die an meinen Fußsohlen kleben und mir sämtliche Dienstleistungen ungewollt vorbeten, sondern will nur, daß mein Geld verzinst wird und bei Bedarf zur Verfügung steht. Punkt.

Mit wenigen Ausnahmen ist der Service der
Direktbanken nachgewiesenermaßen grottenschlecht, ebenso, wie
bei vielen „stationären“ Instituten. Und dann wird sich wieder
über die fiesen Banken beklagt.

Tja, dann habe ich bisher mit drei Direktbanken drei Ausnahmen kennengelernt, denn ich habe immer nur gute Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil: wenn ich Probleme hatte, dann immer mit etablierten großen Namen, die meinten, mir gegenüber die großen Weisen und Unnahbaren hervorkramen zu müssen. Da kann ich dann nur sagen: Nein Danke!

Damit mich keiner falsch versteht: Zinsen aufs laufende Konto
dürfen schon sein, und zwar Minimum 3%.

Siehst Du, das sehe ich wieder anders: Wozu ist das nötig? Wenn das Girokonto nichts kostet, reicht das doch. Für die Zinsen habe ich Konten bei den ach so schlimmen Direktbanken. Ich glaube nicht, daß´es schlimm ist, zwischen diesen Konten einen Unterschied zu machen, statt alles über einen Kamm zu scheren.

Da kann man sich
eher eine Payback-karte anschaffen oder den Stromanbieter
wechseln, das bringt im Zweifel noch mehr.

Das kann man im Zweifelsfalle ja auch machen.

In diesem Sinne: Man fordere seine Bank in der Sache, verlange
meinetwegen mehr Zinsen (Haben) und weniger Zinsen (Soll),
aber verschwende sein Wochenende nicht darauf, 10 Basispunkte
zu jagen, das lohnt sich nicht einmal bei einer
Eigenheimfinanzierung.

Ach nee? Bei 200 TDM auf 30 Jahre dürfte das schon ein paar tausend Märkern entsprechen. Oder hast Du’s so reichlich, daß das für Dich Peanuts sind? Und warum nur eine Bank? Für verschiedene Geschäfte macht es durchaus Sinn, auch verschiedene Banken zu haben. Nicht jede ist überall gut. Das dürftest Du ja wohl auch wissen.

So, das Ganze jetzt nur mal, um die Sache mal etwas ausgeglichener zu diskutieren.

Gruß Kubi

Das ist die Frage.
Hi,

ich greife mir nur einen Teil raus, weil ich zu dem Rest wohl noch in einem abschließenden Posting Stellung nehmen werde.

Ach nee? Bei 200 TDM auf 30 Jahre dürfte das schon ein paar
tausend Märkern entsprechen. Oder hast Du’s so reichlich, daß
das für Dich Peanuts sind? Und warum nur eine Bank? Für
verschiedene Geschäfte macht es durchaus Sinn, auch
verschiedene Banken zu haben. Nicht jede ist überall gut. Das
dürftest Du ja wohl auch wissen.

Bei EXCEL gibt es eine Vorlage „Amortisation“, mit der man sich mal austoben kann. Die Unterschiede sind gar nicht mal so groß, wie man meinen sollte. Und hier ein Beispiel: Meine Freundin hat sich selbständig gemacht, dafür unter anderem einen langfristigen Kredit aufgenommen, und dies bei der billigsten Bank. Der Unterschied betrug auf 5 Jahre rund DM 3.000. Der Laden hat sich als äußerst unqualifiziert rausgestellt, so daß haufenweise Ärger mit entsprechendem Klärungbedarf entstanden ist. Der Stundensatz meiner Freundin liegt bei rund DM 150, meiner netto naturgemäß darunter. Der Zeitaufwand betrug für sie mittlerweile mindestdens 8 Arbeitstage, ich war an zwei kompletten Tagen dabei. Dabei ergeben sich allein aus den Opportunitätskosten der stehenden Maschinen von weit über DM 10.000. Mit anderen Worten: Es hat sich nicht gelohnt, die seit vielen Jahren bestehende Beziehung zur Hausbank zu ignorieren. Die ist natürlich auch etwas angefressen, so daß an eine Umschuldung nicht zu denken ist.

Im übrigen ist die Liste der von mir „verlassenen“ Banken lang:
Kreisparkasse Düsseldorf
Dresdner Bank
Stadtsparkasse Düsseldorf
Sparkasse Wuppertal
Quelle-Bank (Entrium)
BHF-BANK (partiell)
Deutsche Bank
Deutsche Bank 24

Und: Ja, ich hab´s so reichlich (Geld), daß ich bereit bin, zugunsten von reichlich (Zeit) darauf zu verzichten.

Aber warten wir mal die weitere Diskussion ab. Ich gebe ja gerne zu, daß ich provozieren wollte und die bisherigen Posting sind alle durchaus vernünftig. Ein bißchen wehmütig sehe ich halt nur, daß die Antworten eben von denen kommen, die sich ohnehin durch vernünftige Sichtweisen auszeichnen. Von den Zinsjägern war bisher keiner dabei.

Gruß
Christian