ja, diese falsche Wortform kenne ich aus meiner saarländischen Vergangenheit. Es ist wohl ein südwestdeutscher Regionalismus, vielleicht gebildet in Analogie zu „greifen - griff / reiten - ritt“ usw.
So, und nun gute Nacht!
Im Nachhinein:
Die Kellnerin beklagt sich beim Chef, ein Gast habe sie in den Po gekniffen. Der Chef stellt den Gast zur Rede. Der sagt: „Nein, ich habe sie nicht gekniffen, nur unabsichtlich gestriffen“
Ist das eine neue Wortschöpfung, die „gestreift“ und
„getroffen“ kombiniert?
Eher etwas dialektisch angehaucht. In der südwestlichen Ecke
der Nation hat es gestern geschnien
ja, „gestriffen“ (aber nur für die Berührung, nicht für das Zebra oder einen Stoff) kenne ich aus Schwaben (Allgäu), wie auch „geschliffen“ (im Sinne von schleppen), „geschnieen“ ebenfalls.
das dürfte das Pendant zu geschleift - geschliffen sein. Vielleicht hatte der Schreiber Angst, dass der Leser bei gestreift an ein Zebra denken könnte. Insofern ist gestriffen durchaus nützlich ))
das dürfte das Pendant zu geschleift -
geschliffen sein. Vielleicht hatte der Schreiber
Angst, dass der Leser bei gestreift an ein
Zebra denken könnte. Insofern ist gestriffen durchaus nützlich ))
Du meinst also:
gestreift - mit Streifen versehen
gestriffen - von etwas peripher tangiert?
So ganz passt dann die Analogie mit den im Mittelalter und in der frühen Neuzeit geschleiften Burgen und den geschliffenen Edelsteinen bzw. Umgangsformen ja nicht, denn da
werden ja eher letztere beide im übertragenen Sinne mit schönen Schleifchen versehen,
während es für erstere (die Burgen) dabei immer ans Eingemachte ging.
Ist das eine neue Wortschöpfung, die „gestreift“ und
„getroffen“ kombiniert?
Ds dürfte genauso eine falsche Analogbildung (zu schneien/geschnitten) sein wie „gewunken“ (wie gesunken, getrunken), auch wenn es „gewinkt“ heißt. Gestriffen habe ich noch nie gehört oder gelesen!
in Mittelfranken (Raum Nürnberg-Fürth-Erlangen) ist gestriffen - die genauere Aussprache ist gstriffen - ältere Umgangssprache bzw. Dialekt.
In Oberfranken (Richtung Bayreuth-Bamberg, aber nicht die Hofer Gegend) heißt es „gstraft“. Nein, hat nichts mit der Strafe zu tun, sondern bedeutet auch schlicht und einfach „gestreift“.
Kommt aber nicht von den Streifen (wo auch immer) sondern dass man leicht berührt wurde.
Kommt drauf an.
Vielleicht leben wir ja nicht in den greichen Bleiten.
Ich mein natürlich: in den breichen Gleiten.
(Vorsorglich: Die glodernde Lut hat mit dem Winter rein garnix ztoan!)
Dank an alle
Liebe ExpertInnen der deutschen Sprache,
herzlichen Dank an alle für die „aufhellenden“ Beiträge.
Ich bin einigermaßen überrascht, denn ich habe bis dato „gestriffen“ noch nie gehört/gelesen, auch nicht in dem Teil Württembergs, in dem ich zuhause bin.
Wenn ich auch nur den leisen Verdacht gehabt hätte, daß das Wort im Süden der Republik anzusiedeln wäre, dann hätte ich ja gleich ein Brett tiefer gefragt, aber schließlich stammte die Pressemitteilung aus Bonn.