Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren

Hallo,

im Artikelbaum weiter unten hat sich gezeigt, dass etwas Diskussions- und Informationsbedarf zum Thema Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren (insbesondere von Hunden und Katzen) besteht. Ich mache dann mal den Anfang. Vielleicht kann man das ganze am Ende zu einem FAQ machen.

Allgemeines:

Kennzeichnung findet bei Haustieren durch Microchip oder Tätowierung (im Ohr, bei Hunden auch auf der Innenseite des Hinterbeines) statt. Dies wird meist schon beim Jungtier vorgenommen. Für die Tätowierung ist i.d.R. eine Narkose nötig, weshalb dies oft mit der Kastration oder einer anderen notwendigen OP zusammen vorgenommen wird. Der Microchip ist wenige mm groß und wird mit einer Hohlnadel unter die lockere Haut (meist am Hals) injiziert.

Was ist besser?

  • Microchip kann man von außen nicht sehen (wichtig vor allem bei scheuen Katzen, man muss näher ran als bei einer Tätowierung)
  • Tätowierung benötigt Narkose
  • Tätowierung kann verblassen

Allgemein wird mittlerweile der Microchip bevorzugt, zumal dieser bei Auslandsreisen mit dem Tier vorgeschrieben ist, wg. des EU-Heimtierpasses. Lediglich manche Tierschutzorganisationen, die sparen müssen, nutzen weiterhin die Tätowierung, da so ein Chip auch Geld kostet.

Es reicht allerdings nicht, das Tier zu kennzeichnen, es sollte auch bei den entsprechenden Organisationen registriert werden (Tasso und Deutsches Haustierregister). Nur so ist es jedem möglich, ein gefundenes Tier dem Besitzer zuzuordnen, auch wenn er nicht die Aushänge gesehen oder sonstwie von der Tatsache erfahren hat, dass das Tier vermisst wird.

Mit Ausnahme des finanziellen Aufwandes und der teilweise nötigen Narkose (muss ja nicht immer sein) sehe ich keine Argumente gegen die Kennzeichnung, sondern reichlich dafür:

Hunde und Freigängerkatzen sollten auf jeden Fall gekennzeichnet und registriert werden. Man kann noch so viele Aushänge machen, oft taucht ein Tier doch an einer anderen Stelle als erwartet auf. Oft findet auch jemand das Tier und bringt es zu einer Tierschutzorganisation oder zur Polizei. Die können dann das Tier dem Besitzer zuordnen, ohne die ganze Stadt nach Aushängen absuchen zu müssen.

Katzen und Frettchen, die nur im Haus gehalten werden, benötigen spätestens dann einen Chip, wenn sie mal mit ins Ausland reisen.

Gruß,

Myriam

Danke! und Ergänzung
Hi,

erstmal danke. Ich wollte kein rotes Tuch werden.

Kennzeichnung findet bei Haustieren durch Microchip oder
Tätowierung (im Ohr, bei Hunden auch auf der Innenseite des
Hinterbeines) statt. Dies wird meist schon beim Jungtier
vorgenommen. Für die Tätowierung ist i.d.R. eine Narkose
nötig, weshalb dies oft mit der Kastration oder einer anderen
notwendigen OP zusammen vorgenommen wird. Der Microchip ist
wenige mm groß und wird mit einer Hohlnadel unter die lockere
Haut (meist am Hals) injiziert.

Tätowierung ist auf Dauer problematischer, weil sie verblasst, von vornherein schlecht zu lesen ist oder zuwächst (einer meiner Kater hat wahnsinnig viele Haare in den Ohren). Der Chip ist eindeutiger, weil er eine feste Nummer hat, die mit jedem Chiplesegerät eindeutig gelesen werden kann.
Ach ja, Kostenpunkt Chip: ca. 20 Euro, inkl. Einsetzen.

Es reicht allerdings nicht, das Tier zu kennzeichnen, es
sollte auch bei den entsprechenden Organisationen registriert
werden (Tasso und Deutsches Haustierregister).

http://www.tiernotruf.org/

http://www.tierschutzbund.de/00006.html (danke, letzteres kannte ich noch nicht)

Nur so ist es
jedem möglich, ein gefundenes Tier dem Besitzer zuzuordnen,
auch wenn er nicht die Aushänge gesehen oder sonstwie von der
Tatsache erfahren hat, dass das Tier vermisst wird.

Vielleicht sollte nochmal erwähnt werden, dass jeder Besitzer sein Tier selbst registrieren muss. Viele denken, das übernimmt der Tierarzt, nachdem die Tätowierung bzw. der Chip gesetzt wurde.

Katzen und Frettchen, die nur im Haus gehalten werden,
benötigen spätestens dann einen Chip, wenn sie mal mit ins
Ausland reisen.

Und selbst hier kann es mal passieren, dass ein Tier entwischt, sosehr man auch aufpasst. Und sei es nur durch unachtsamen Besuch.

Ich möchte noch anhängen, dass Tasso auch hilft, wenn Tiere nicht registriert oder gar gekennzeichnet sind. Natürlich können die dann nicht so viel ausrichten, aber man kann mithilfe eines Foto bei denen kostenlos Flugblätter anfordern, die man dann aushängen kann.
Das erspart erstens eigene Arbeit und Kosten, außerdem bekommt man farbige Flugblätter UND es ist gut für die Nerven, weil man das Gefühl bekommt, jemand anderer kümmert sich auch.
Außerdem kann man das vermisste Tier bei Tasso auf die Liste setzen - viele haben einen Newsletter abonniert, in dem sie informiert werden, wenn in ihrer Gegend Tiere vermisst werden. Da wäre das Tier dann mit drin.

Gruß
Cess

Ergänzung
Hallo,

es ist - je nach Situation - sinnvoll, BEIDES, Tätowierung UND Chip einzusetzen, da der Chip die Nachteile der Tätowierung aufhebt, aber von außen nicht erkennbar ist, dass Tier also zunächst mal fälschlich als herrenlos erkannt werden kann. Selbst ein Tierarzt wird nicht nach einem Chip suchen, wenn ihm das Tier entsprechend präsentiert wird („ist meiner, nö, chippen will ich nicht, hat er auch nicht“).

Desweiteren gibt es neben Tasso und dem Dt. Haustierregister auch noch ifta - Basis für bewusste Tierhaltung e.V. - http://www.tierregistrierung.de/

IFTA, Tasso und Dt. Haustierregister gleichen ihre Daten ab, es reicht also _eine_ Registrierung nach freier Wahl.

Gruß,

Malte

es ist - je nach Situation - sinnvoll, BEIDES, Tätowierung UND
Chip einzusetzen, da der Chip die Nachteile der Tätowierung
aufhebt, aber von außen nicht erkennbar ist, dass Tier also
zunächst mal fälschlich als herrenlos erkannt werden kann.

Andersrum ist es aber leider auch so, dass wenn eine Tätowierung vorhanden ist (aber nicht mehr richtig lesbar) kaum jemand nach einem Chip suchen wird. Bei meinen Katzen sind nach nur 7 Jahren die Tätos nicht mehr lesbar, und ich habe die Chip-Sache mal mit der Tierärztin besprochen.

Nichtsdestotrotz ist Täto+Chippen auf jeden Fall die sicherste Variante, gerade für Katzen, denn bei Hunden vermutet man ja seltener fälschlicherweise, dass sie herrenlos sind - bei einer Katze ist das ja nicht so leicht festzustellen.

Die Sache mit dem Datenabgleich wusste ich noch nicht, mir wurde damals gesagt, man muss separat melden. Hat sich vielleicht erst später ergeben.

Gruß,

Myriam

Hi,

Andersrum ist es aber leider auch so, dass wenn eine
Tätowierung vorhanden ist (aber nicht mehr richtig lesbar)
kaum jemand nach einem Chip suchen wird. Bei meinen Katzen
sind nach nur 7 Jahren die Tätos nicht mehr lesbar, und ich
habe die Chip-Sache mal mit der Tierärztin besprochen.

meine Tierärztin meinte, dass mittlerweile standardmäßig nach einem Chip geschaut wird, trotz evtl. vorhandener Tätowierung. Hängt natürlich auch wieder vom Tierarzt ab, aber die Tätos meiner beiden sind auch absolut unleserlich, drum hab ich lieber noch den Chip setzen lassen.

Morgen ist es soweit, die beiden dürfen das erste Mal raus - *bibber*

Gruß
Cess

es ist - je nach Situation - sinnvoll, BEIDES, Tätowierung UND
Chip einzusetzen, da der Chip die Nachteile der Tätowierung
aufhebt, aber von außen nicht erkennbar ist, dass Tier also
zunächst mal fälschlich als herrenlos erkannt werden kann.

Andersrum ist es aber leider auch so, dass wenn eine
Tätowierung vorhanden ist (aber nicht mehr richtig lesbar)
kaum jemand nach einem Chip suchen wird.

Das hab ich bei den Tierärzten, die ich mit den beiden Katern, die ich „adoptiert“ habe, anders erlebt. Der Fall, dass jemand vor Jahren Viech tätowieren ließ und dann jüngst - eben wegen Verblassen usw. die ja noch nicht so lang verbreitete Möglichkeit „Chip“ nutzt, ist nicht allzu selten, und das Absuchen nach dem Chip geht ja ratzfatz.

Bei meinen Katzen
sind nach nur 7 Jahren die Tätos nicht mehr lesbar, und ich
habe die Chip-Sache mal mit der Tierärztin besprochen.

Same here.

Nichtsdestotrotz ist Täto+Chippen auf jeden Fall die sicherste
Variante, gerade für Katzen, denn bei Hunden vermutet man ja
seltener fälschlicherweise, dass sie herrenlos sind - bei
einer Katze ist das ja nicht so leicht festzustellen.

Bei Hunden kommt noch dazu, dass für sie ja Halsbänder geeigneter und gängiger sind als bei Katzen - chippen würde ich trotzdem, der Chip ist entfernungsresistent :smile:

Die Sache mit dem Datenabgleich wusste ich noch nicht, mir
wurde damals gesagt, man muss separat melden. Hat sich
vielleicht erst später ergeben.

Ja, laut Wikipedia seit letzten September.

Gruß,

Malte

Hallo,

im Artikelbaum weiter unten hat sich gezeigt, dass etwas
Diskussions- und Informationsbedarf zum Thema Kennzeichnung
und Registrierung von Haustieren (insbesondere von Hunden und
Katzen) besteht. Ich mache dann mal den Anfang. Vielleicht
kann man das ganze am Ende zu einem FAQ machen.

Hallo, noch eine Ergänzung der weniger erfreulichen Art:

Professionelle Tierfänger (z.B. für Laborhunde) schneiden tätowierte Ohren einfach ab. Natürlich kann man auch einen Chip wieder entfernen, aber man muss es den Leuten ja nicht einfacher machen als notwendig.

Gruss Reinhard

meine Tierärztin meinte, dass mittlerweile standardmäßig nach
einem Chip geschaut wird, trotz evtl. vorhandener Tätowierung.
Hängt natürlich auch wieder vom Tierarzt ab, aber die Tätos
meiner beiden sind auch absolut unleserlich, drum hab ich
lieber noch den Chip setzen lassen.

Bei mir ist die Sache einige Jahre her, vermutlich waren Chips da noch nicht Standard. Du hast sicher recht. Problematisch finde ich, dass es leider keinen weltweiten oder zumindest EU-weiten Standard für die Chips gibt. Das führt dann dazu, dass man mehrere Lesegeräte braucht.

Morgen ist es soweit, die beiden dürfen das erste Mal raus -
*bibber*

Ich bin eher ein Gegner des Freiganges, zumindest habe ich in D noch nirgendwo gewohnt, wo ich meiner Katze Freigang bieten würde. Ich bin dabei aber vermutlich überängstlich. Ich drücke die Daumen für Deine Katzen und wünsche ihnen viel Spaß beim Freigang.

Gruß,

Myriam

Hallo,

…wurden früher (Teckel) auf jeden Fall tätowiert, da dies (damals) in erster Linie ein Kennzeichen für den Rassenachweis war. Soweit ich weiss, ist das auch immer noch so.

Die Täto-Nr. wurde auf der Ahnentafel vermerkt und setzte sich aus bestimmten Nummern und Kennzeichen zusammen, die Hinweise auf den Zwinger, den Landesteil in dem der Zwinger ansässig ist und einer laufenden Nummer des Zwingers gab.

Als ich noch damit zu tun hatte, gab es noch keine Chips und die Tätowierung der Hunde war - wie gesagt - ausschließlich Rassenachweis.

Sollte sich dies geändert haben, klärt mich bitte auf.

Das es bei Katzen und Mischlingshunden anders ist, glaub ich auch ohne weitere Aufklärung! :smile:

Gruß
Nita

Ich bin eher ein Gegner des Freiganges, zumindest habe ich in
D noch nirgendwo gewohnt, wo ich meiner Katze Freigang bieten
würde. Ich bin dabei aber vermutlich überängstlich. Ich drücke
die Daumen für Deine Katzen und wünsche ihnen viel Spaß beim
Freigang.

Dass es für das Wohlbefinden der Katze generell besser ist, ist wohl unbestritten.
Deine Bedenken jedoch sind nachvollziehbar, allerdings hab ich es genau andersherum erlebt:

Mein Kater (lebt aus objektiv zwingenden Gründen bei meinen Eltern) ist Freigänger und das völlig reinen Gewissens - Sackgasse, sein Revier geht nach hinten raus, dort extrem wenig Verkehr, viele Wiesen. Er wird nun zehn Jahre alt, nie was passiert außer Kampfverletzungen von anderen Katzen. Auch von anderen Katzenunfällen in der Gegend hab ich nie gehört.

Unsere Kater hier haben eine ähnliche Situation: Sackgasse, nach hinten raus Gärten begrenzt durch die folgende Häuserreihe (also verdammt schwer, dadurch zur nächsten Straße zu kommen), nach vorne raus Seniorenwohnanlage mit viel Grün, vielen freundlichen Rentnern, dahinter direkt Rheinauen - ein Paradies für jede Katze.

Beide Wohnsituationen sind ziemlich nah am perfekten Katzenrevier, und werden nur noch auf dem Land getoppt, und selbst dort nur abseits der Landstraßen.

Gruß,

Malte

Hey,

Ich bin eher ein Gegner des Freiganges, zumindest habe ich in
D noch nirgendwo gewohnt, wo ich meiner Katze Freigang bieten
würde. Ich bin dabei aber vermutlich überängstlich. Ich drücke
die Daumen für Deine Katzen und wünsche ihnen viel Spaß beim
Freigang.

in der jetzigen Situation könnte ich sie gar nicht drinnen behalten. Überall Türen nach draußen, und wenn sie uns auf der Terasse sehen, wollen sie zu uns. Sitzen schon ständig an den Türen und jammern. :smile:
Passieren kann zwar theoretisch immer was, und ein kleines Flattern bleibt definitiv, aber ich will die beiden nicht aufgrund meiner eigenen Ängste einschränken. Die Gegend ist eigentlich traumhaft für Katzen, aber man weiß natürlich nie, was sie draußen so begegnen können … Trotzdem: Sie wollen raus, also sollen sie raus. :smile:

Grüße
Cess

jetzt FAQ
Es gibt jetzt zu diesem Thema FAQ:2132. Ergänzungen werden immer noch gerne angenommen. Zum Beispiel könnten wir noch das Thema „Haustier entlaufen, was tun?“ dazu nehmen.

Gruß,

Myriam