Kernfusion in Bohnen

Hi zusammen.
Nicht dass ihr denkt ich komme aus einer esotherischen Ecke, solltet ihr den Titel nicht so ernstnehmen.

Es geht um ein Experiment über das ich im Netz gestolpert bin. Darin wird behauptet, dass Mangan zu Eisen umgewandelt wird, was bei mir beträchtliches Stirnrunzeln zur Folge hatte.

Kann mir jemand sagen, wo bei diesem Experiment der Fehler liegt, der diese Annahme angeblich unterstützen sollte? Oder sind einfach die Werte gefakt?

Grüsse
Tingeltangel

MOD: Weitere Antworten bitte bei Chemie/Bio.

Hi zusammen.
Nicht dass ihr denkt ich komme aus einer esotherischen Ecke,
solltet ihr den Titel nicht so ernstnehmen.

Es geht um ein Experiment über das ich im Netz gestolpert bin.
Darin wird behauptet, dass Mangan zu Eisen umgewandelt wird,
was bei mir beträchtliches Stirnrunzeln zur Folge hatte.

Kann mir jemand sagen, wo bei diesem Experiment der Fehler
liegt, der diese Annahme angeblich unterstützen sollte? Oder
sind einfach die Werte gefakt?

Grüsse
Tingeltangel

Hier der Link zum Experiment.
http://www.kervran-info.de/

Auf „Reaktionen & aktuelle Arbeiten“ klicken und dann oben auf „zum Versuchsprotokoll“ klicken.

Hallo!

Ich kann da nur mutmaßen. Natürlich kann alles zusammen nur erfunden sein. Eine Kernfusion halte ich - wie Du ja auch - für ausgeschlossen.

Ein großer Fehler ist das Versuchsdesign: Es werden gekeimte mit nicht gekeimten Bohnen verglichen. Korrekterweise sollten gekeimte Bohnen mit Mangan und gekeimte Bohnen ohne Mangan verglichen werden. Nur in diesem Fall könnte man die Vermutung bestätigen, dass der erhöhte Eisengehalt etwas mit dem zugesetzten Mangan zu tun hat. (Als weitere Blindprobe fehlt eine Probe mit gequollenen und mit Mn behandelten, aber nicht gekeimten, Bohnen)

So ist wahrscheinlicher, dass der erhöhte Eisengehalt etwas mit dem Keimungsvorgang zu tun hat. Was passiert dabei? In den Keimblättern der Samen sind Nährstoffe gespeichert, die zur Energiegewinnung veratmet werden. Die Keimlinge geben vor der Bildung von Primärblättern Kohlenstoffdioxid an die Umgebung ab und verlieren dadurch an Trockensubstanz. Das fällt normal nicht auf, weil sie durch das Quellen und die damit verbundene Aufnahme von Wasser eher an Masse zunehmen. Wenn sie jedoch getrocknet werden, dann fehlen im Verhältnis zu den Mineralstoffen (Eisen, Natrium, Kalium, Magnesium, …) ein Teil der veratmeten Nährstoffe. Ein Anstieg der Metallkonzentration beim Keimen ist also in jedem Fall zu erwarten (unabhängig davon, ob es Eisen oder ein anderer Mineralstoff ist).

Allerdings reicht das wahrscheinlich nicht aus, um den Anstieg auf das 7fache zu begründen.

Außerdem stimmen ein paar weitere Dinge verdächtig:

  • Warum wurde das Experiment nur zweimal durchgeführt?
  • Wenn es angeblich veröffentlicht wurde, warum ist dann keine Referenz angegeben?

Michael

Hallo Michael,

Danke für deine Vermutungen. Ich könnte mir auch vorstellen dass die verwendete Photometrie keine eindeutige Aussage über die FE-Konzentration zur Mn-Konzentration machen kann. Wäre dazu nicht z.B. eine Atomabsorptionsspektroskopie nötig?

Hallo!

Danke für deine Vermutungen. Ich könnte mir auch vorstellen
dass die verwendete Photometrie keine eindeutige Aussage über
die FE-Konzentration zur Mn-Konzentration machen kann. Wäre
dazu nicht z.B. eine Atomabsorptionsspektroskopie nötig?

Um das zu beurteilen, kenne ich mich zu wenig mit der verwendeten Methode aus. Ich bin jedoch bei den Abbildungen etwas misstrauisch. Die erscheinen mir doch sehr rot, wenn man bedenkt, dass es um Konzentrationen im ppm-Bereich geht.

Aber um zu beurteilen, ob es sich um einen Messfehler oder eine grobe Fälschung handelt, müsste man das Experiment einfach mal selbst durchführen.

Mich würde dabei interessieren, ob sich das Verhältnis von Eisen zu einem anderen Element ändert. Also sollte der Herr Kervran ein ähnliches Verfahren für ein anderes Mineral, das in den Bohnen enthalten ist (was weiß ich, Kalium z. B.) durchführen und dann über den Versuchszeitraum regelmäßig Proben ziehen und analysieren. Wenn sich bestätigen sollte, dass das Fe/K-Verhältnis signifikant zunimmt, dann würde sich die Frage lohnen, woran es denn liegt. Mein erster Kandidat für einen Messfehler ist das verwendete Wasser. Zwar gibt Kevran an, dass die gemessene Fe-Konzentration kleiner als 0,01 mg/l ist. Aber wer sagt, dass hier Fe-Nachweis erfolgreich war?

Michael