Kettenpflege

Hallo,

vor einem Monat habe ich mir ein neues Mopped gekauft.
Ich bin jetzt knapp 500 km gefahren und muss mir wohl langsam Gedanken über die Kettenpflege machen.
Laut Betriebsanleidung soll sie alle 1000 km gereinigt und gefettet werden.
In verschiedenen FOren höre ich 13462456 verschiedene Meinungen zu dem Thema.
Manche reinigen 1mal im Jahr und fetten alle 300, andere benutzen den Scotoiler, der Werkstattmeister riet mir von dem ab, weil Öl auf den Reifen tropfen könne.
Wie haltet ihr es mit der Kettenpflege?

Max

Hallo Max,

ich gehe mal davon aus, dass Du auch hier zig verschiedene Meinungen bekommst und ich mache einfach mal den Anfang. Ich reinige die Kette einmal im Jahr und fette Sie nach jeder großen Tour, auf diese Weise wird so wohl so alle 600- 700 km gefettet. Ich nehme immer weißes Kettenspray, das soll besonders gut sein. Ansonsten schaue ich reglmäßig nach der Kettenspannung und damit bin ich die letzten 14 Jahre prima zurecht gekommen.

Viele Grüße
Visionär.

Hallo,

zu so einer Lösung tendiere ich auch. Dazu habe ich noch ein paar Fragen.
WIeviel von dem Kettenfett muss drauf?
Daß das weisse besser sein soll habe ich auch schon gehört. Was ist daran besonderes? Welche Marke ist zu empfehlen?
Wenn die Kette gereinigt wird, schlägt Suzuki Kerosin vor.
Ist es richtig daß das Grillanzzünder ist?
Manche nehmen auch Petroleum oder Diesel. geht das?
Wieviel Schweinerei macht das Reinigen? Geht man dazu besser zur Waschanlage und saut den Ölabscheider voll oder geht das auch in der heimischen Garage? Wie reinigt man? mit dem Pinsel/Lappen das Kerosin auftragen oder wie?

Danke schonmal,

Max

Moin!

Manche reinigen 1mal im Jahr und fetten alle 300, andere
benutzen den Scotoiler, der Werkstattmeister riet mir von dem
ab, weil Öl auf den Reifen tropfen könne.

Hm, und wohin, glaubt der Meister, wird das Kettenfett bei Spraydosenpflege abgeschleudert?

Ok, der Scottoiler hat den Nachteil daß er unabhängig von der Geschwindigkeit, sondern nur abhängig von der Zeit einen Tropfen Öl auf die Kette tropfen läßt. Das bedeutet, daß bei langsamem Stadtverkehr zuviel Öl auf die Kette kommt, bei hastiger Autobahnfahrt hingegen zuviel. Glücklicherweise läßt sich die Tropfmenge einstellen und wenn man den Öler halbwegs zugänglich einbaut, ist das auch kein Problem. Meiner sitzt in der Verkleidung, da kann ich sogar während der Fahrt dran 'rumstellen.

Es gibt allerdings etwas besseres, als den Scottoiler: Den McCoi. Da es sich um kein kommerzielles Produkt handelt, ist er i. d. R. günstiger, als der Scottoiler. Was unterscheidet ihn vom Scottie? Nun, hier richtet sich die Tropfmenge nach der Anzahl der Radumdrehungen. Guckst Du hier: http://www.taunus-biker.de/~mdvp/Kette/Oiler.html

Wie haltet ihr es mit der Kettenpflege?

Wie gesagt, ich benutze den Scottoiler und bin sehr zufrieden damit. Meine TRX verfügt nicht über einen Hauptständer, so daß das Kettenfetten entweder durch Hin- und Herschieben oder durch Aufbocken auf dem Montageständer erfolgen könnte. Und das ist mir signifikant zuviel Arbeit.

Munter bleiben… TRICHTEX

ICh fette nach jeder Regentour nach.
Reinigen geht mit einem Lappen,der vorher im Tank „befeuchtet“ wurde hervorragend und preiswert!
Falls es mal nicht regnet, so etwa alle 1000 km weisses Kettenfett S100
Banditgrüsse aus dem Bergischen
Ulli, 30.000 km jährlich

Hallo,

zu so einer Lösung tendiere ich auch. Dazu habe ich noch ein
paar Fragen.
WIeviel von dem Kettenfett muss drauf?

sowenig wie möglich aber so viel wie nötig! :stuck_out_tongue:
Ich weiss is nen dummer spruch, aber das kann man nich so pauschalisieren. achte halt darauf dass alle kettenglieder was abbekommen haben (von oben und unten!!!) und keins trocken bleiben muss.

Daß das weisse besser sein soll habe ich auch schon gehört.
Was ist daran besonderes?

Es ist weiss. Dadurch sieht man besser wenn neues angebracht ist, bzw die kette verdreckt ist. Sonst eigentlich nix.
Allerdings ist das weisse Kettenspray meist noch mit Teflon angereichert, was wiederum eine besonder geringe reibung garantiert. Wenn schonmal einer von euch mit auf eine haushaltsmesse geschleift wurde und da aus purem interesse einer vorführung irgendeiner pfannenfirma gefolgt ist, der weiss das teflon (laut deren aussage) wirklich verdammt rutschig sein muss. Mir stellt sich nur die frage: Wenn nun absolut nix auf teflon haftet, wie machen die das dann in der Pfanne fest???

Welche Marke ist zu empfehlen?

Solltest nicht das billigeste nehmen, Markennamen garantieren eigentlich qualität. An der Tanke zahlst du aber generell etwas mehr, is ja klar oder?
Soweit ich weiss ist im mom bei Louis das Castrol Chain-spray im angebot, damit hab ich gute erfahrung gemacht!

Wenn die Kette gereinigt wird, schlägt Suzuki Kerosin vor.
Ist es richtig daß das Grillanzzünder ist?

Ich kenn das nur aus flugzeugfilmen

Manche nehmen auch Petroleum oder Diesel. geht das?

jo, notgedrungen… nimm einfach das benzin aus deinem moped tank, oder kauf dir kettenreiniger, hab ich gemacht, hat 4 euro gekostet und dose wird net leer

Wieviel Schweinerei macht das Reinigen? Geht man dazu besser
zur Waschanlage und saut den Ölabscheider voll oder geht das
auch in der heimischen Garage?

Geht ohne weiteres zu hause, alte zahnbürste oder lappen, paar zeitungen untergelegt und ab gehdes…

Wie reinigt man? mit dem

Pinsel/Lappen das Kerosin auftragen oder wie?

Meine Taktik, dicke schicht tageszeitung unter der kette positionieren, hauptständer, motor an, 1. Gang - nun dreht sich das rad und die kette läuft natürlich mit. jetzt nehm ich die sprühflasche und sprühe recht ordentlich das zeug da drauf. Ich würd garnet erst versuchen den reifen nicht zu treffen, ich wischs danach einfach ab, wenn man sich vorher damit abfindet geht das ganze viel unbeschwerter!
jedenfalls geht das mit kerosin, benzin etc, ähnlich, kannst es in eine sprühflasche machen und dann so wie ich oder motor aus und das ganze einfach draufreiben, moment warten und wieder abreiben, eventuell kann eine zahnbürste helfen.

Danach das ganze noch bischen stehen lassen, dass sich das benzin verflüchtigt hat und wieder neu fetten.

das sollte es eigentlich gewesen sein…

zero

Hauptständer
Hi Gunther!

Nur kurz zum Thema Hauptständer:

Wenn ich die Kette schmiere hebe ich die Mühle über den Seitenständer aus und jeh nach dem ob ein Kollege zur Verfügung ist oder nicht klemme ich hinten rechts ein Stück Holz rein. Dadurch steht sie ganz alleine. Und obwohl es sich vielleicht sehr fragile anhört: Sie steht so gut, daß man sogar Reifen wechseln kann.

Dusan

Moin!

Wieviel Schweinerei macht das Reinigen? Geht man dazu besser
zur Waschanlage und saut den Ölabscheider voll oder geht das
auch in der heimischen Garage? Wie reinigt man? mit dem
Pinsel/Lappen das Kerosin auftragen oder wie?

Idealerweise schmiert man so, daß die Kette gar nicht einsaut. Ein weiterer Vorteil von automatischen Kettenschmiersystemen. Immer eine saubere Kette.

Um Deine Frage zu beantworten: Diesel oder Petroleum sind ausgezeichnet geeignet, um den Schmierschmodder von der Kette zu holen. Satt einpinseln, abwischen und den Rest verdunsten lassen, bevor neues Fett aufgebracht wird, ist die richtige Vorgehensweise, Vorgang ggf. wiederholen. Es ist latürnich eine Sauerei, deshalb sollte eine Wanne unter dem Mopped stehen. Die Dreckbrühe, die danach in der Wanne ist, kannst Du natürlich auch nicht einfach so in die Umwelt kippen.

Ach, was bin ich glücklich mit meinem Scottoiler.

Munter bleiben… TRICHTEX

Hi,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Mir stellt sich nur die frage: Wenn nun
absolut nix auf teflon haftet, wie machen die das dann in der
Pfanne fest???

Das Verfahren mit dem das Teflon aktiviert (und so verklebbar wird) ist das

CASING-Verfahren

(cross-linking by activated species of inert gases). Verf. zur Oberflächenvernetzung von Polytetrafluorethylen, Polyethylen u. a. Polymeren: Die Werkstücke werden in einer Helium- od. Neon-Atmosphäre einer Glimmentladung ausgesetzt, wobei sehr reaktionsfähige Edelgas-Radikale entstehen, die die Kunststoffoberflächen angreifen u. die Vernetzung einleiten. So behandelte Polymere lassen sich auch bedrucken u. mit üblichen Klebstoffen verkleben.

Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 2.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1999

Max

Hi,

  • ca alle 600 - 800 km
  • zusätzlich nach längeren oder extremen Regenfahrten
  • weißes Kettenspray weil man einfach besser sieht wie der aktuelle Zustand ist
  • 1 x jährlich Kette reinigen mit speziellem Ketten-Reiniger; der schäumt gut auf der gesamten Kette auf, kurz einwirken, abwaschen (Wasch-Center mit Oltrennung !!), trocknen, neu einsprühen, fertig

Gruß Max

Moin!

saubere Kette.

Um Deine Frage zu beantworten: Diesel oder Petroleum sind
ausgezeichnet geeignet, um den Schmierschmodder von der Kette
zu holen.

BITTEEEE? Vom Petroleum würd ich die Finger lassen, das saugt Dir das ganze Fett aus den Kettengliedern und kriecht durch die Dichtung und macht alles knochentrocken und die Kette ist im A*****. Finger weg! Ob sich das bei Diesel ähnlich verhält weiss ich nicht.

Gruss nickname

Moin!

BITTEEEE? Vom Petroleum würd ich die Finger lassen, das saugt
Dir das ganze Fett aus den Kettengliedern und kriecht durch
die Dichtung und macht alles knochentrocken und die Kette ist
im A*****. Finger weg! Ob sich das bei Diesel ähnlich verhält
weiss ich nicht.

Wie soll es denn Fett aus den Kettengleidern saugen? Ich fahre normalerweise O- oder X-Ring-Ketten. Diese Ringe sind Dichtungen, sie sollen verhindern, daß das Fett die Kette verläßt oder Fremdstoffe eindringen. Wenn Petroleum irgendwas 'raussaugen oder eindringen kann, dann ist Deine Kette de facto vorher bereits im Eimer. Schließlich empfehlen die Werkstatthandbücher der meisten Motorradhersteller genau diese Vorgehensweise, also wird es wohl nicht gar so gefährlich sein.

Munter bleiben… TRICHTEX

Sollte doch eigentlich ein scherz sein :stuck_out_tongue: