Keynes & Steuersenkung? Wie geht das?

Hallo liebe Experten,

aus meinem VWL-Buch habe ich folgende Informationen:

„Instrumente der nachfrageorientierten Konjunkturpolitik sind (u.a.):
-Steuersenkung- und anhebung zur beeinflussung der Konsumnachfrage.“

MEINE FRAGE: Ich bin immer davon ausgegangen, dass die angebotsorientierte Seite diese Meinung vertritt. Da durch Steuersenkungen ja beispielsweise Unternehmen entlastet werden (und hier dann eindeutig von der Angebotsseite gehandelt wird).

„-Variation des Zinssatzes zur Beeinflussung der Konsum- und Investiotionsnachfrage.“

MEINE FRAGE: Wie kann den der Zinssatz beeinflusst werden? Doch nur durch die EZB, oder? Dann hätte Deutschland doch gar keinen Einfluss darauf. Also könnte dieses Instrument gar nicht benutzt werden, oder?

Bitte helft mir, wo sind meine Denkfehler?

Frohe Ostern.

MEINE FRAGE: Ich bin immer davon ausgegangen, dass die
angebotsorientierte Seite diese Meinung vertritt. Da durch
Steuersenkungen ja beispielsweise Unternehmen entlastet werden
(und hier dann eindeutig von der Angebotsseite gehandelt
wird).

Und der Konsument, sowie der tatsächliche Kauf sind steuerfrei?

„-Variation des Zinssatzes zur Beeinflussung der Konsum- und
Investiotionsnachfrage.“

MEINE FRAGE: Wie kann den der Zinssatz beeinflusst werden?
Doch nur durch die EZB, oder? Dann hätte Deutschland doch gar
keinen Einfluss darauf. Also könnte dieses Instrument gar
nicht benutzt werden, oder?

Nu na, ein Problem erkannt.
Seit es die EZB gibt, hat „Deutschland“ nicht mehr so einen großen Einfluss darauf.
Trotzdem entscheidet die EZB auch abhängig vom EZB-Rat in dem auch die Deutsche Bundesbank vertreten ist.

Um dein Lehrbuch somit richtig hier anzuwenden, musst du den ganzen €-Raum betrachten.
Es ist nun Mal auch nur noch eine Währung :wink:.

„Instrumente der nachfrageorientierten Konjunkturpolitik sind
(u.a.):
-Steuersenkung- und anhebung zur beeinflussung der
Konsumnachfrage.“

MEINE FRAGE: Ich bin immer davon ausgegangen, dass die
angebotsorientierte Seite diese Meinung vertritt. Da durch
Steuersenkungen ja beispielsweise Unternehmen entlastet werden
(und hier dann eindeutig von der Angebotsseite gehandelt
wird).

Hallo,

die meisten Steuern trägt (nicht zahlt) der Bürger. Wenn also die Umsatzsteuersätze erhöht werden, zahlen zwar die Unternehmen die Steuer an den Fiskus, aber die Preise werden i.d.R. erhöht, wodurch die Bürger die Steuern „tragen“. Insoweit sollte man bspw. erkennen, das nahezu alle Steuern vom Endverbraucher „getragen“ werden. Senkt der Staat also die Steuersätze (bei direkten Steuern reicht das) und geben die Unternehmen die Steuersenkungen auch weiter (nach USt-Senkung senken die Unternehmen auch ihre Preise), dann haben die Bürger auch mehr Geld in der Tasche und Fragen mehr nach.

So einfach ist Keynes: Einkommen = Konsum + Sparen

Leider sieht die Realität anders aus, weswegen man Keynes in der VWL m.E. nicht unbedingt als herrschende Ansicht sehen kann.

„-Variation des Zinssatzes zur Beeinflussung der Konsum- und
Investiotionsnachfrage.“

MEINE FRAGE: Wie kann den der Zinssatz beeinflusst werden?
Doch nur durch die EZB, oder? Dann hätte Deutschland doch gar
keinen Einfluss darauf. Also könnte dieses Instrument gar
nicht benutzt werden, oder?

Jep. Aber der „Zinssatz“ den du meinst ist kein Spielzeug der „Staaten“, denn davon hängen viele andere Dinge ab. Lies mal in deinem Lehrbuch weiter und du wirst auf Folgeprobleme wie Geldmenge, Geldwertstabilität, Inflation etc. kommen. Das hängt alles mit dem „Zinssatz“ zusammen.

Letzendlich wird aber nur dann mehr „Investition“ nachgefragt, wenn die Banken als Kreditanbieter auch die Zinssenkung des Staates weitergeben (wie oben auch mit der Steuersenkung) und die Unternehmen auch durch die Senkung der Zinsen sich veranlasst sehen mehr Darlehen aufzunehmen und zu investieren. Das passiert nur, wenn sie mit der zusätzlichen Investition mehr Gewinnrückfluss erwarten als sie Zinsen bei der Bank zahlen müssen.

Gruß vom

showbee

Hallo.

Letzendlich wird aber nur dann mehr „Investition“ nachgefragt,
wenn die Banken als Kreditanbieter auch die Zinssenkung des
Staates weitergeben (wie oben auch mit der Steuersenkung) und
die Unternehmen auch durch die Senkung der Zinsen sich
veranlasst sehen mehr Darlehen aufzunehmen und zu investieren.
Das passiert nur, wenn sie mit der zusätzlichen Investition
mehr Gewinnrückfluss erwarten als sie Zinsen bei der Bank
zahlen müssen.

sehr gut gesagt. Das ist genau der Grund, warum die Niedrigzinspolitik in den letzten Jahren nicht gefruchtet hat. Wer keine Umsatzsteigerung erwartet, investiert auch nicht - völlig egal, wie hoch die Zinssätze sind.

Gruß,
Christian

Das ist genau der Grund, warum die
Niedrigzinspolitik in den letzten Jahren nicht gefruchtet hat.

Hi,

unser Prof. (eigentlich Kenysianer) brachte vor 4 Jahren immer das Japan-Beispiel…

Mfg vom

showbee

unser Prof. (eigentlich Kenysianer) brachte vor 4 Jahren immer
das Japan-Beispiel…

*lol* Das muß ihn ja richtig Überwindung gekostet haben.

Gruß,
Christian

*lol* Das muß ihn ja richtig Überwindung gekostet haben.

hi,

ja: http://www.wm.tu-berlin.de/~makro/Kromphardt.htm
und jetzt ist er sogar „Vorsitzender und Gründungsmitglied der Keynes Gesellschaft e.V.“

Boaaah!

gruss vom

showbee