Keynseianismus heute

Hallo Leute

Ich arbeite zurzeit ein Referat über den Keynseianismus aus. Unser Lehrer sagt unteranderem das er neben der Theorie den Keynseianismus noch auf heute bezogen haben will. Der Keynseianismus hätte man in der Neuzeit ganz stark wiedergefunden sagt er. Es hätte sogar vor kurzem ein Artikel in der Zeitung gestanden… Kann es sein dass das Thema ganz stark mit den Linken zu tun hat? Weil ich bin unter anderem sehr oft auf Linke Seiten gelandet,wenn ich nach dem Keynseianismus gesucht habe.

Weiß da wer mehr oder kann mir mehr sagen? :smile: Wäre schön

Gruß

Hi.

der gute Keynes :smile:
Ich könnte mir nur eine Antwort auf deines Lehrers Hinweis denken: Er meint die heutige Funktion der Wirtschaft.
Kennst du das Stabilitätsgesetz? Es legt fest, dass der Staat für Wirtschaftswachstum, Vollbeschäftigung und weitere Dinge sorgen soll (auch „Magische Vier- bzw. Sechseck“ genannt). Allein die Existenz dieses Gesetzs sagt aus, dass der Staat Wirtschaftssteuerung betreibt!

Um zu erkennen wie sehr Keynes Theorien heute durchgesetzt werden, brauhst du bloß in die Politik zu schauen. Sie diskutieren über Milchpreise, man fragte sich wie man die Arbeitslosen von der Straße holen könnte und so weiter. Alles Dinge, welche in die Wirtschaft direkt eingreifen und dort ihre Auswirkungen nach sich ziehen.

Erinnerst du dich noch an Schröders Politik mit der Selbstständigkeitsförderung? Jemand, der sich selbstständig machte sollte mtl. 600,- EUR bekommen. So würden Arbeitslose von der Straße verschwinden und zugleich die Wirtschaft ankurbeln - Klassisches Ziel der Keynesianischen Wirtschaftsphilosophie.
Gleichwohl war das ein „Deficitspendig“ der Bundesregierung (Geld ausgeben in wirtschaftsschwachen Zeiten). Ebenfalls ein Indikator für keynesianische Wirtschaftspolitik.

Das war nur ein Beispiel.

Keynes schrieb mehrere Bücher. Sein bekanntestes gilt als das wohl einflussreichste Sozialkundliche werk des 20. Jahrhunderts: „The General Thery Of Employment, Interes And Money“ und trug dazu bei ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Staaten direkten Einfluss auf die Wirtschaft nehmen sollen.

Da ist noch eine zweite Geschichte, die in letzter Zeit durchaus in den Medien war, jedoch hat sie mit Keynes nicht allzu viel zu tun:

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist… sagen wir mal „Wächter der Gelder“ in Europa. Sie verfolgt mit Ihrer Bankenpolitik die selben Ziele wie die Staaten mit ihrem Stabilitätsgesetz: Wirtschaft fördern. Kürzlich wurden die Zinssätze angehoben, was entsprechend geldpolitische Auswirkungen zur Folge hat.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Wäre nett, wenn ich ein kurzes Feeback per mail bekommen könnte:
[email protected]

Viele Grüße :wink:

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Hallo Thoni,

vielleicht hilft Dir der folgende Artikel zum Einstieg in das Thema.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/ak…

Viele Grüße,

Madtos

Viele Halbwahrheiten und falsches dabei!

Hallo

Also das Stabilitätsgesetz ist inhaltlich richtig wieder gegeben, aber dass man dafür unbedingt Keynsianer sein muss ist stark zu bezweifeln.
Die revolutionäre Grundaussage von Keynes ist historisch gesehen natürlich dass der Staat eingreifen kann und soll.Aber das war nicht Kern seiner Aussage! Aus heutiger Sicht unterschieden sich die Keynsianer von den anderen darin, welchen Sektor man als die „treibende Kraft“ sieht. Ist es der Angebotssektor oder der Nachfragesektor?!

Dass jedoch der Staat regulierend eingreifen kann und soll, wird heute von keinem Zweig mehr kategorisch ausgeschlossen.

Deficitspendig ist laut Keynes durchaus ein probates Mittel der Poltik, jedoch wer mal weiter ließt, sieht, dass Keynes sagt, wenn man denn wieder im Aufschwung ist, solle man Schulden abbauen, und dass wird immer gern verschwiegen, weil es nämlich unpopulär ist. Zwar freuen sich die Leute wenn sie Geld vom Staat geschenkt kriegen, aber wenn die Schulden zurückgezahlt werden sollen, sind auf einmal alle keine Keynsianer mehr!

Deine Ausführungen zur EZB sind FALSCH!

Die EZB hat nur ein Ziel! PREISSTABILITÄT!

Die FED in Amerika hat auch die Aufgaben des Wachstums etc. aber die EZB nicht. Und die Politik der EZB hat primär nix mit Keynsianismus zu tun. Das ist auch gut und wichtig so, und deshalb ist ja die EZB formal unabhängig, was sie unter Duisenberg ja auch war.