Hallo!
Danke für die schnelle Aufklärung!
Also es wurde also kein aktueller Kredit vergeben und es wurde auch kein Kredit zurückgezahlt, sondern ein Devisengeschäft abgeschlossen.
Soweit habe ich das verstanden.
Was ich hingegen nicht verstehe ist, wie sowas so fehlerhaft ablaufen (also gesetzlich so schlampig geregelt sein) kann. Dass es dabei auch um Vertrauen geht, kann ich nur bedingt nachvollziehen.
Ich würde es für logisch, sinnvoll…ja sogar zwingend halten, dass es bei solchen Geschäften doch eine „Sicherung“ geben muss. Ich stelle mir diese Sicherheit so vor, dass jede an der Transaktion beteiligte Partei das auszutauschende Geld auf ein separates, gesichertes „Konto“ deponiert und erst wenn beide Parteien die vereinbarte Summe auf ein sicheres(!!) Konto deponiert haben, wird das Geld zeitgleich(!!) ausgetauscht. Bei solchen Summen fällt ja schon stündlich einiges an Zinsen an und beide Seiten sollten an einem zeitgleichen Austausch interesse haben.
Dass etwas Vertrauen auch zum Geschäft gehört, verstehe ich und kann ich auch nachvollziehen. Nur verstehe ich nicht, wie das gezahlte Geld bei Nicht-Einhaltung der Zahlung der anderen Seite nicht zurückverlangt werden kann (klar, nsovenz, aber dass es bei sowas keine Versicherung gibt, finde ich unverständlich. Solche Versicherungen gehören doch in vielen Wirtschaftzweigen zu den einkalkulierten Transaktionskosten, wie z.B. die Absicherung gegen Währungsschwankungen). Dass also das Geld zwar schon den Besitzer gewechselt hat aber erst endgültig in deren Besitz übergeht, wenn beide Seiten gezahlt haben.
Und die Ansicht, dass es absolut nicht abzusehen war, dass amerikanische (und andere) Banken in sehr starke Zahlungsschwierigkeiten kommen könnten, teile ich hingegen nicht.
Nicht nur deutsche Banken waren seit langem in den Nachrchten (West LB und Co), auch in Amerika sind ja schon mehrere Finanzinstitute haarscharf an der Insolvenz vorbeigeschrammt (zuletzt Fanny Mae und Freddy Mac). Und dass Amerika immer für Überraschungen gut ist, sollte seit langem (Enron) bekannt sein. (Die Insovenz der Lehman Brother und der Aufkauf von AIG durch den Staat waren dann erst er vorläufige Gipfel).
In Amerika war doch schon seit einiger Zeit einiges am Wanken. Investmentfirmen, die hippen und gewinnträchtigen Finanzinstitute, werden jetzt von alten „unmodernen“ Banken, wie der Bank of America aufgekauft.
Also ich kann das nicht nachvollziehen. Zudem in jedem Gangsterfilm ja jede Partei bei grossen „Deals“ ja erstmal die Ware und das Geld vorzeigen muss, bevor es zum Austausch kommt. Und die Börsen und Banken halte ich für genau solche Gangster. Dass grade die dann Geld abgeben ohne Sicherung, nur wegen des „Vertrauens“, halte ich für grob fahrlässig. Mit dem „Vertrauen“ auf steigende Immobilienpreise hat diese Krise ja erst angefangen (oder mit sinkenden Zinsen der Fed nach 9/11)…
Soviel also zu Vertrauen.
(Klar ist für die Pflege der Geschäftsbeziehungen Vertrauen wichtig. Aber dass man mit solchen Summen handelt ohne Absicherung nur weil es schon 1000 mal gutgegangen ist…naja…)
Eine Frage habe ich noch: Als KfW die Überweisung getätigt hat…innerhalb welchen Zeitraums hätte das Geld in Form von Dollar von Lehman bei KfW ankommen sollen? Vergehen da eher nur Sekunden…Stunden…evtl. soar Tage?
Und warum macht man sowas nicht per „Einzugsermächtigung“ und das Geld geht dann auf ein separates Konto. Und wenn innerhalb einer bestimmten Zeit die Gegenleistung nicht angekommen ist, kann das Geld einfach zurücküberwiesen werden. (Ich weiss, dass die „Großen“ nicht nach den selben Spielregen spielen müssen oder können, wie wir kleinen Endkunden, aber die Funktionsweise der „Großen“ erschliesst sich mir trotzdem nicht)
Ich bin kein Banker und habe lediglich „Laienwissen“, das ich mir in Büchern & Zeitungen angelesen habe…
Ich interessiere mich allerdings sehr dafür, wie unsere Welt funktioniert…
In der Wirtschaft kenne ich mich relativ gut aus. Nur beim Bankenwesen und den globalen Finanzsystemen hört mein Verstand auf mitzuhalten. Ich habe aber die Einsicht gewonnen, dass das Verstehen genau dieses Teils der Wirtschaft am wichtigsten ist um unsere Welt zu verstehen.
Deshalb bin ich für jegliche Aufklärung sehr dankbar.