Hallo,
nächste Woche habe ich einen Termin für meinen 4-jährigen Sohn beim Kieferorthopäde
…aber ich möchte gern schon vorab wissen, was üblicherweise bei einem Kind gemacht wird, wenn der Unterkiefer zu weit nach vorne steht (mandibuläre Prognathie)- und zu welchem Zeitpunkt beginnt man mit der Behandlung.
Und - übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Behandlungskosten?
Vielen Dank.
Gruß
Sarah
Hallo, also wenn bei einem 4 jährigen Kind eine „echte“ Progenie besteht dann wird diese sich im Laufe des Lebend noch deutlich verstärken.
Dann macht es mE jetzt gar keinen Sinn mit der Behandlung zu beginnen. Das Wachstum ist erst mit ca. 18 Jahren weitestgehend abgeschlossen und wer will 14 Jahre behandeln?
Falls es eine echte Progenie ist wachsen lassen bis der Patient ausgewachsen ist und dann eine kieferchirurgische Umstellungsosteotomie. Hierbei wird der viel zu lang gewachsenen Unterkiefer chirurgisch abgetrennt, nach hinten geschoben und wieder festgeschraubt. Die einzig sinnvolle Behandlung bei einer ausgeprägten Progenie. Ist die Ausprägung deutlich geringer reicht es oftmals aber auch nur die OK Frontzähne nach vorne zu kippen und die UK Frontzähne nach hinten. Nennt sich Camouflage.
Durch die erzwungene frontale korrekte Verzahnung kann es dabei aber später eventuell zu einem Zwangsbiss kommen da der zu lange UK in eine Position weiter hinten beim Zubeissen genötigt wird was später Kiefergelenksprobleme mit sich führen kann.
Eventuell ist es aber auch nur ein Kreuzbiss der Frontzähne dann kann man durchaus jetzt schon was machen: z.B. schiefe Ebene oder aktive Platte also einfach mal danach googeln
Fazit: Nur eine Zahnfehlstellung: Jetzt eine KURZE Behandlung über ein jahr um das zu korrigieren.
eine schwache Progenie: Entwicklung abwarten und bei einer ausgeprägten Behandlungsbeginn mit 17, dann feste Spange und anschliessend Operation.
Gruss Christian
Hallo,
es gibt diverse lose Spangen, mit der man die Unterkieferlage (auch wenn er zu weit vorne steht) korrigieren kann. Gerade das Wachstumsalter bietet sich für Korrekturen geradezu an weil der kindliche Organismus noch anpassungsfähiger ist als der ausgewachsene.
Es gibt eine sehr gute Website, in der ganz ausführlich und unabhängig über die Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt wird. Hier http://www.sanfte-zahnklammern.de/. Dort werden die diversen Spangen vorgestellt und man erhält gute Unterstützung bei der Beantwortung von Fragen.
Aus eigener Erfahrung kann ich mitteilen, dass drei der vier von uns konsultierten Kieferorthopäden behaupten, dass die Kasse erst ab einem Patientenalter von 12 Jahren zahlen würde. Der vierte Arzt bei dem wir nun sind, rechnet ganz normal mit der Krankenkasse ab.
Liebe Grüße
Petrella