Hallo lieber Alex,
ich kann Deine Bedenken hinsichtlich einer Zahnspange und deren Tragedauer durchaus verstehen.
Richtig und wichtig ist aber auch das Dein Zahnarzt Dich immer wieder doch sanft darauf stösst, daß eine Behandlung sinnvoll wäre. Das ist schliesslich mit einer seiner Aufgaben.
Schmerzen müssen nicht zwingen auftreten während einer Behandlung. Wobei ich natürlich auch nicht ausschließen kann, daß Deine Zähne auf den Druck der durch die Zahnspange (egal welcher Art) verursacht wird reagieren werden. Ich bezeichne dies auch gerne als „Muskelkater“, damit kann man dieses Gefühl sicher am ehsten vergleichen. Das ist aber ein vollkommen normaler Vorgang und sollte Dich nicht im Alltagsleben behindern. Zudem verliert sich dieser „Druck“ nach wenigen Tagen wieder. Für Probleme und Fragen kannst Du aber in der Regel Deinen behandelnden Kieferorthopäden immer ansprechen.
Eine Zahnspange wie Du sie Dir vorstellst ist eventuell möglich. Aber um dazu genauere Aussagen tätigen zu können müßte man Deine Unterlagen einsehen können; insbesondere das Modell und eine Fernröntgenseitenaufnahme.
Ob diese aber auch medizinisch indiziert ist, das zu beurteilen obliegt natürlich nur dem Kieferorthopäden selbst.
Sehr wichtig ist für DICH das die Zahnpflege 1A ist während der gesamten Dauer der Behandlung. Das gestaltet sich schon mit der sichtbaren Zahnspange oft etwas schwierig und dementsprechend noch etwas komplizierter auf der Innenseite. Einfach weil man doch um einiges weniger sieht. Spezielle Hilfsmittel gibt es aber und wird Dir der Kieferorthopäde sicher auch an die Hand geben. Zudem wird die Zunge sich umstellen müssen. Empfehlen kann ich Dir das laute Vorlesen; dann geht es wohl am schnellsten.
Es gibt aber auch eine Alternative für die linguale Zahnspange. Dies wäre die durchsichtige Schienentherapie.
Infos dazu (mehr als ich je schreiben könnte) findest Du hier:
http://www.invisalign.com/generalapp/de/de/isForMe.html
Mittlerweile hat diese Firma auch für Jugendliche eine spezielle Schienentherapie herausgebracht.
Infos darüber findest Du hier: http://www.medcom24.de/node/2706
oder auf der englischsprachigen Seite:
http://www.invisalign.com/WhatIs/Pages/InvisalignTee…
Noch ein wichtiger Punkt:
Wenn Du Dich dazu entscheiden kannst die Zähne korrigieren zu lassen, dann bedenke das beide Kiefer auch miteinander arbeiten müssen für den Rest Deines Lebens.
Was ich sagen will ist, daß man nur in wenigen Fällen mit der Korrektur eines einzelnen Kiefers auskommt. Die korrekte Verzahnung ist wichtiger Bestandteil einer Behandlung. Ansonst passiert es Dir das die Zähne am Ende schön gerade stehen, aber nicht „ineinander greifen“; vergleichbar mit Zahnrädern.
Das würde dann im Zweifel bedeuten, daß der bzw. die Zähne wieder zurückwandern würden an die Position von wo man sie herbewegt hat. Das ist natürlich nicht im Interesse des Patienten bzw. des Behandlers.
Retention ist daher in jedem Fall ein wichtiges Thema, egal welchen Weg Du wählst.
Zu den Kosten sei gesagt, das die gesetzliche Kasse weder die linguale feste Zahnspange noch die Schienentherapie trägt. Ebenso übernimmt sie die Behandlung bei Jugendlichen nur bis zum 18. Lebensjahr wenn der Behandlungsbedarfsgrad 3 erreicht ist. (In Ausnahmefällen auch nach dem 18. Lebensjahr)
Selbst die privaten Krankenkassen schränken die Behandlungsmöglichkeiten ein. Informiere Dich im günstigsten Fall also vor der Behandlung welche Kosten evtl. selbst getragen werden müssten bzw. lasse Deine Eltern das regeln. Diese sind vermutlich auch diejenigen die für die Kosten aufkommen müssen.
Korrigieren kann man Fehlstellungen egal in welchem Alter. Also auch mit 40 oder 50 Jahren.
Ich hoffe das ich Dir ausreichend Informationen mit auf den Weg geben konnte, nichts wichtiges vergessen habe und wünsche Dir eine erfolgreiche Behandlung (wenn es dazu kommt). Nichts desto trotz kann dieser lange Text natürlich einen Besuch beim Kieferorthopäden nicht ersetzen. Ich hoffe dennoch geholfen zu haben.
MfG
Doris
(Assistenz in der Kieferorthopädie seit 15 Jahren)
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